Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Sechs Meuterer wagen den Putsch

Die Revolte gegen den Ultrafavoriten: Das Buddenbrock-Rennen 2012 wird zur Jagd auf den Hengst Dream Magic BE.

Sein Name sagt eigentlich alles: Der Hengst Dream Magic BE ist ein Traum von einem Pferd. Für seine Besitzer Alois Wegscheider und Johann Holzapfel sowie für den Züchter Dr. Karl-Hermann Behrens könnte schon in drei Wochen ein Märchen wahr werden. Sie dürfen zu Recht gemeinsam mit Josef Franzl, dem Trainer und Fahrer von Dream Magic BE, auf einen Derby-Sieg hoffen. Doch bevor es soweit ist, muss der Superhengst zunächst eine hohe Hürde überspringen: das mit 25.000 Euro dotierte Buddenbrock-Rennen.

Sechs Herausforderer stellen sich dem Ultrafavoriten, dessen Eventualquote durch einen lukrativen 2.000-Euro-Siegjackpot kräftig aufgestockt wird, im 11. Rennen in den Weg. Mit Josef Franzl im Sulky hat Dream Magic BE bisher noch keine Niederlage kennengelernt. Der vierzigjährige Profi schwärmt: „Ich habe noch nie einen besseren Dreijährigen trainiert.“ Mitbesitzer Johann Holzapfel sieht es ähnlich: „Es ist unglaublich, mit welcher Lässigkeit Dream Magic BE seine Aufgaben absolviert. Wenn ich den Hengst im Rennen beobachte, kann ich seine Geschwindigkeit kaum einschätzen – denn selbst bei 14-er Tempo wirkt er genauso locker, als wenn er nur einen 20-er Schnitt läuft!“

Wer könnte den Jahrgangs-Kapitän also von Bord stoßen? Vermutlich wird Tristan Toro die Meuterei anführen. Der vom Finnen Veijo Heiskanen gesteuerte Fuchs begann seine Laufbahn mit zwei Erfolgen in Åby und siegte dann bei der Breeders Crown der Zweijährigen. Seinen letzten Deutschlandstart nahm Tristan Toro Ende Mai in Gelsenkirchen wahr. Im Diamond-Way-Rennen hatte der Hengst mit Peter Ingves im Sulky zwar nicht den Hauch einer Chance – Tristan Toro wirkte an diesem Tag allerdings sehr unsicher und kam erst auf der Schlusshalben auf Touren. Falls seine Psyche gefestigt ist, wird er diesmal viel stärker auftrumpfen. Sein Trainer Veijo Heiskanen kennt jedenfalls keine Nerven – der 52-Jährige hat in seiner einzigartigen Karriere schon Traber-Legenden wie Mack Lobell über die Rennpiste gelenkt.

Auch CC Rider und Heinz Wewering, die bei ihrem Sieg im Gelsenkirchener Buddenbrock-Trial vom Ausfall ihrer Hauptgegner profitierten, liegen auf der Lauer. CC Rider war bisher stets zuverlässig, geriet beim Kräftemessen mit Dream Magic BE aber schnell auf die Verliererstraße und wurde auch schon von Mister John (Thomas Panschow) geschlagen. Der von Robin Bakker gesteuerte Tamburini dagegen ist für den Franzl-Crack ein völlig unbekannter Herausforderer. Bei seinem aktuellen Bahrenfelder Sieg präsentierte sich der Hengst wie ein Pferd anderer Klasse und ging mit acht Längen Vorsprung auf und davon. Tamburini läuft ebenso wie Romanelli (Kay Werner) für Berliner Besitzerfarben, während Michael Schmid im Sulky des glattgehend brandgefährlichen Global challenger das rote Dress des Rennstalls Jauß tragen wird.

Der mit 12.500 Euro dotierte Stutenlauf des Buddenbrock-Rennens wird bereits als dritte Tagesprüfung entschieden – hier geht es außerdem um einen Zweierwetten-Jackpot in Höhe von 1.000 Euro! Das Aufeinandertreffen der besten dreijährigen Traberladies ist eine total offene Partie, bei der man keine einzige der neun Teilnehmerinnen guten Gewissens vom Wettschein streichen kann. Der erste Blick richtet sich natürlich auf die Breeders-Crown-Siegerin Enigma (Michael Schmid), doch die Tochter der großartigen Easy Way SL (107.430 Euro Gewinnsumme) tat sich zuletzt gegen ältere Pferde schwer. Yuamour (Josef Franzl), Helena von Haithabu (Heinz Wewering), Georgina Corner (Thorsten Tietz) und Ganymonde (Thomas Panschow), deren Mutter Heide Monde 196.976 Euro Preisgeld erkämpfte, stehen daher kaum schlechter da. Freccia rossa (Gerd Biendl) verweist ebenfalls auf eine Top-Abstammung und gehört ähnlich wie Like me (Michael Nimczyk), Cranberry (Detlef Fleischer) und Anke Way (Dennis Spangenberg) in die Rechnung.

Neben dem als sechste Tagesprüfung ausgetragenen Duell von Alegro (Josef Franzl) und Parisienne Blue (Hannu Voutilainen) bildet der mit 7.000 Euro dotierte Trial II des Charlie-Mills-Rennens einen grandiosen sportlichen Höhepunkt. Der Trial geht als 8. Rennen über die Bühne und ist zugleich der Auftakt für die Daily-Double-Wette. Eines ist angesichts der vorzüglichen Starterliste sicher: Hier ist eine rasante Kilometerzeit zu erwarten. Denn der auf deutschen Bahnen nur selten bezwungene Zizou AM (Michael Schmid) wird alles geben müssen, um ein ganzes Quintett frischer Sieger auf Distanz zu halten: Prinz Poldi (Heinz Wewering), Dschingis Khan (Gerd Biendl), Ginger Belle (Hannu Voutilainen), Kir Royal Diamant (Andreas Schwarz) und Hella Hanover (Josef Franzl) treten allesamt mit aktuellen Erfolgen im Handgepäck an. Weitere Siegertypen wie Sugar (Daniel Wagner), Ziesolo (Mchael Nimczyk) und Gaius R.A. (Stefan Musga) stoßen dazu.

Tipps:

1. No Limit Diamant – Patricia – Mister Rene

2. Yoran Frisia – Spirit Bes – Scenario

3. Enigma – Yuamour – Helena von Haithabu

4. Michigan Venus – Kamina – Cosmic Affair

5. What’s Going on – Fantastic BR – Vic Timberlake – Arwen Energy

6. Alegro – Admiral As – Parisienne Blue

7. Nemo Diamant – Eskimo Joe – Janus R.A.

8. Zizou AM – Dschingis Khan – Prinz Poldi

9. Zora Island – Photo du Monde – Flying Matador

10. Garfield – ZZ Top – Famous

11. Dream Magic BE – Tristan Toro – CC Rider

12. Scorpio du Vivier – Valkyrie Mo – Zaffier Heikant

13. Bogey Boko – VanHalen – It’s my birthday