Trabrennen in Berlin – Mariendorf: Sarah Kube erneut auf der Siegerstraße

Foto von Marius Schwarz: Die Siegerin Sarah Kube mit dem Wallach Floh G im Heinz-Mohr-Memorial

Die Berlinerin wiederholt ihren Vorjahreserfolg im Heinz-Mohr-Memorial und punktet zudem im Rahmenprogramm. Ihr Lebensgefährte Thorsten Tietz dreht ebenfalls zwei Ehrenrunden. Übertroffen werden beide aber noch vom Goldhelm Michael Nimczyk, der drei Treffer erzielt.

Berlin, 29. Mai 2016

Es ist eines der Highlights des Berliner Amateurrennsports: Am Sonntag stand das Heinz-Mohr-Memorial auf der Derby-Bahn auf dem Programm. Die Söhne, Enkel und Urenkel des unvergessenen Namensgebers dieser mit 4.000 Euro dotierten Prüfung  waren wie jedes Jahr persönlich erschienen, um den Sieger zu ehren. Die Familie Mohr hatte zudem gemeinsam mit dem VDT die Hälfte des Preisgeldes aus eigenen Mitteln großzügig zur Verfügung gestellt. Also ganz so, wie es im Sinne von Heinz Mohr – der in einer Person Unternehmer, Pferdebesitzer, Amateurfahrer, Funktionär und leidenschaftlicher Förderer des Trabersports war – gewesen wäre. Für die zahlreichen Gratulanten im Winner-Circle wiederholten sich die Ereignisse aus der vergangenen Saison, denn sie durften ihre Glückwünsche erneut Sarah Kube aussprechen.

Im Vorjahr hatte die amtierende Deutsche Amateur-Championesse Harry’s Bar zum Sieg geführt, diesmal war es der kaum minder beeindruckende Floh G. Der von Dirk Grusdas trainierte und für seine eigenen Farben laufende Wallach, der zuvor in seiner 37 Einsätze und 16 Siege umfassenden Rennlaufbahn nur einen einzigen Bänderstart bestritten hatte, fand von der 2.500-Meter-Grundmarke eher mittelmäßig auf die Beine, übernahm dann aber nach einem fulminanten Zwischensprint kurz vor dem zweiten Bogen die Führung. Als es wieder vor die Tribünen ging, musste Floh G das Kommando zwar an den 15:10-Favoriten Indio Corner (Katharina Kramer) abtreten. Der Seriensieger war an diesem Tag aber nur ein Schatten seiner selbst, kam bereits 500 Meter vor dem Ziel in Nöten und wurde disqualifiziert. Der bei 33:10 notierte Floh G hingegen hatte keinerlei Mühe, seine Verfolger Lighten up Today (Thomas Maaßen) sowie I will fight for U (Jörg Hafer) in der Kilometerzeit von 1:15,0 min. in Schach zu halten.   

Sarah Kube ließ sich auch das zweite Amateurfahren des Nachmittags nicht entgehen und trumpfte mit dem 14:10-Favoriten Calvados Chess auf, der das in ihn gesetzte Vertrauen vollauf rechtfertigte. Die Amazone („Ich wollte ihn im letzten Bogen nicht durch die dritte Spur steuern“) setzte ganz auf die Spurtstärke ihres Schützlings und der Vierjährige ließ seine Konkurrenten im Einlauf tatsächlich recht locker links liegen. Sarah Kubes Lebensgefährte Thorsten Tietz stellte zwei bärenstarke Dreijährige vor. Berlins Champion siegte zunächst mit Mr Shorty, der beim zweiten Start in seiner Hand endlich glatt um den Kurs kam und die Gegner deklassierte. Zunächst an fünfter Stelle positioniert, machte der Dunkelbraune Ende der Gegenseite ein richtiges Fass auf und stürmte in 15,4/1.900m mit Weile-Vorsprung auf und davon. Tietz‘ zweiter Schützling Fiobano gewann in ähnlichem Stil. Der Hengst leistete sich auf der Startgeraden sogar eine kurze Galoppade, ging aber dennoch vor den Tribünen am gesamten Feld vorbei und gewann in 16,2/1.900m überlegen mit fünf Längen Vorsprung.

Kube und Tietz also jeweils mit Doppelerfolgen – aber der Goldhelm Michael Nimczyk heimste sogar drei Treffer ein. „Ihre große Schwester Rasperry Diamant hat ja letztes Jahr für positive Überraschungen gesorgt und wir hoffen, dass es ihr nun ebenfalls gelingt“, freute sich der Deutsche Meister nach seinem Auftaktsieg mit Strawberry Diamant. Die großgewachsene Stute aus dem Rennstall von Ulrich Mommert, die eine Runde vor dem Ziel an die Spitze gestürmt war, steigerte sich auf 16,5/1.900m und musste ihr Können noch nicht einmal ansatzweise ausreizen, um auch beim zweiten Lebensstart ungeschlagen zu bleiben. Unmittelbar im Anschluss punktete der Goldhelm auf der Meilendistanz mit William Scott für die Farben von Hans Brocker. Der Wallach, der eine gute halbe Runde vor dem Ziel in Front gezogen war, stellte seine Rekordmarke von 1:14, 0 min. auf die Zehntelsekunde genau ein. Es war zugleich die Tagesbestzeit. Wenig später führte Michael Nimczyk dann auch Noiseinbigdance auf die Ehrenrunde. Der bei 73:10 krass unterschätzte Wallach übernahm vor den Tribünen die Führung vor Arando (Daniel Wagner) und diese Reihenfolge blieb bis zur Ziellinie erhalten.

„Er wirkt äußerlich klein und unscheinbar – aber er besitzt ein großes Potential“, lobte Jorma Oikarinen Willow Bay Evert nach seinem souverän herausgelaufenen Sieg. Der finnische Trainer servierte seinem Schützling ein Idealrennen als viertes Pferd außen und der Vierjährige zog im Einlauf grußlos an den Kontrahenten vorbei. Jorma Oikarinens Worten ist nichts hinzuzufügen – denn das, was Willow Bay Evert zeigte, macht in der Tat Geschmack auf mehr. Der vierjährige Wallach hatte zuvor auch schon in der Wuhlheide tolle Leistungen gezeigt und sollte seinen Weg gehen. Neben den acht vierbeinigen Siegern der Veranstaltung wurde aber auch ein Zweibeiner im Mariendorfer Winner-Circle auf das Herzlichste begrüßt – nämlich Hartmut Dillges. Der passionierte Traberbesitzer wurde vom VDT-Vorsitzenden Andreas Prössel aufgrund seiner langjährigen Verdienste zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

Gesamtumsatz: 84.592,55 Euro – Bahnumsatz: 31.230,60 Euro - Außenumsatz: 53.361,95 Euro.

Unser Terminhinweis: Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 19. Juni statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt steht der zweite Trial des Buddenbrock-Rennens.