Trabrennen in Berlin – Mariendorf: Samir und Josef Franzl eine Klasse für sich

Der Sieger Josef Franzl mit seinem Hengst Samir (Foto: Marius Schwarz)

Das bayerische Erfolgsgespann gewinnt den Auftakt des Berlin-Jägersro Super Trot Cups. Die beiden Läufe zum Preis der Schnellsten gehen an Christoph Fischer und Othello Victory sowie an Thorsten Tietz und Aggetto.     

Berlin, 3. Juli 2016

Es herrschte Festtagsstimmung an diesem Sonntag in Mariendorf – vor allem natürlich beim Bayerischen Champ Josef Franzl, dem einmal mehr ein Big Point in der Hauptstadt gelang. Denn der 45-jährige Profi triumphierte mit seinem Hengst Samir bei einer Premiere: dem ersten Lauf des Berlin-Jägersro Super Trot Cups. Das mit 10.000 Euro Preisgeld dotierte Rennen hatte dreizehn Starter angelockt und auf den letzten 500 Metern trennte sich die Spreu deutlich vom Weizen, denn zwischen den sechs Erstplatzierten und dem Rest des Feldes klaffte eine deutliche Lücke. Ganz vorne führte aber nur einer die Regie: Nämlich Samir, den der Bronzehelm auf der Gegenseite eingesetzt hatte. Der fünfjährige Hengst, um den sich Josef Franzls Gattin Ingrid unter der Woche höchstpersönlich kümmert, verbesserte konstant seine Position und fertigte die nur hauchdünn voneinander getrennten Mister Bi (Thomas Panschow) und Montecore Mo (Michael Nimczyk) auf der Zielgeraden in 13.8/1.900m mit einem trockenen Endspurt ab. Während RC Gallent Image (Gerhard Biendl), Dex Beuckenswijk (Roland Hülskath) und Wild Viking (Rudolf Haller) bis zum Schluss gut mithielten, konnten sich die restlichen Teilnehmer nicht in Szene setzen.

Sogar noch schneller als Samir war der vom österreichischen Derby-Sieger Christoph Fischer Othello Victory in dem mit ebenfalls 10.000 Euro dotierten Preis der Schnellsten (Serie I) unterwegs, denn der Wallach stürmte zur Tagesbestzeit von 13,4/1.900m. Ebenso wie Samir tauchte der grob unterschätzte 283:10-Außenseiter erst auf der Schlusshalben entscheidend auf. Als das Feld im Einlauf breit auseinanderfächerte, war Othello Victory urplötzlich zur Stelle und hielt den ebenfalls speedstarken Gideon Boko (Conrad Lugauer) mit zwei Längen Vorsprung in Schach. Eine Reihenfolge, die nur wenige Zuschauer richtig vorhergesagt hatten – die Zweierwette katapultierte sich auf sensationelle 7.129:10. Rang drei ging an den 16:10-Favoriten Stark Bi (Rudolf Haller), der bei seinem Angriff ausgangs des letzten Bogens zunächst wie der Sieger ausgesehen hatte, dann aber doch kürzer treten musste.

Der mit 7.500 Euro dotierte Beginners-Lauf zum Preis der Schnellsten ging an Thorsten Tietz und Aggetto. Der Fünfjährige kam diesmal glänzend vom Start und übernahm eine gute Runde vor dem Ziel die Führung. Aggetto war einmal mehr eine Klasse für sich und duldete in 13,9/1.900m zur Freude seines Besitzers Hans Hutter keinerlei Opposition. Thorsten Tietz erwischte auch im Rahmenprogramm einen tollen Lauf und führte zwei weitere Pferde auf die Ehrenrunde. Mr Shorty glänzte in 14,7/1.609m mit einer fulminanten Leistung. Der Dreijährige lag zunächst im hinteren Drittel des Feldes und überspurtete auf der Schlusshalben die gesamte Gegnerschaft. Die gleichaltrige Diva Amici griff zeitiger ins Geschehen ein. Die Stute übernahm vor den Tribünen das Kommando und zog mit sechs Längen Vorsprung auf und davon.

Heinz Wewering punktete mit Adrian Cliv BR, der auf dem langen 2.500-Meter-Kanten nach einer guten halben Runde das Zepter übernahm und keinerlei Widerstand duldete. Ähnlich souverän war Europas erfolgreichster Fahrer nur gute zwanzig Minuten später mit Rainbow Diamant unterwegs, der auf der Zielgeraden aus dem Schatten des Piloten Dukenightstar VS (Michael Hönemann) heraustrat und in 14,8/1.900m gewann. Und hier die weiteren Sieger der Veranstaltung: Confidential Bond (Michael Nimczyk) profitierte von einem idealen Rennverlauf und hatte – unterwegs an dritter Stelle liegend – stets ein Führpferd. Rayman (Alexander Kelm) trumpfte nach einem Traumverlauf als Zweiter innen in 14,2/1.900m mit neun Längen Vorsprung auf. Mit den Außenseitern Robin Toft und Florus G auf den weiteren Plätzen zahlte die Dreierwette stolze 24.046:10 aus. Medusa (Roland Hülskath) gewann ein überaus turbulentes Rennen, das von zahlreichen Führungswechseln gekennzeichnet war. 

Gesamtumsatz: 139.188,16 Euro – Bahnumsatz: 46.808,70 Euro - Außenumsatz: 92.379,46 Euro.

Unser Terminhinweis: Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 10. Juli statt. Im sportlichen Mittelpunkt stehen die nach dem Geschlecht der Pferde unterteilten beiden Läufe des Buddenbrock-Rennens 2016, die mit jeweils 20.000 Euro Preisgeld dotiert sind! Veranstaltungsbeginn ist um 13.30 Uhr!