Trabrennen in Berlin-Mariendorf November 2012: Heinz Wewering war Dauergast im Winnercircle

Am großen Mariendorfer Stammbesucher-Renntag

steuerte der Weltrekordler vier Pferde zum Sieg

Mariendorf, 18. November 2012.  Der Nachmittag auf der Derby-Bahn gehörte ganz den Stammbesuchern, für die der Rennverein viele Aktionen auf die Beine gestellt hatte. Und er gehörte zugleich dem siegreichsten Trabrennfahrer der Welt: Heinz Wewering. Der Spitzenprofi agierte in glänzender Form und schraubte seine Rekordmarke mit vier Treffern auf 16.631 Erfolge.

Aus dem Siegerquartett des 29-maligen Deutschen Meisters stach vor allem Abano Boy heraus, denn der sechsjährige Hengst erzielte in dem nach Julius und Lothar Klodt benannten Rennen die Tagesbestzeit in 15,0/1.900m. Abano Boy lag in dem anfangs weit auseinander gerissenen Feld zunächst an vierter Stelle und wurde von Wewering dann punktgenau auf der Zielgeraden eingesetzt. Die Ehrung nahmen Monika und Stefanie Klodt persönlich vor, denn der Renntag war zugleich dem Andenken prominenter verstorbener Sportler und Funktionäre wie Gerhard Heydler, Horst Siebert, Stephan Gebhardt, Andreas Hahn, Heinz und Ludwig Tell, Hans Malik, Nadir Zeuske, Liesbeth und Georg Kwiet, Herbert Krug, Gertrud und Walter Lehmann sowie Fritz Blaume gewidmet. Da die Angehörigen der Verstorbenen liebevolle Ehrenpräsente an die erfolgreichen Fahrer überreichten und dabei von Stammbesuchern begleitet worden, war der Mariendorfer Winnercircle bei den Siegerehrungen prall gefüllt.

Ganz besonders toll: Bei den Ehrungszeremonien nahmen die Stammbesucher sogar selber das Mikrofon in die Hand, um die Sieger zu interviewen. So stellte zum Beispiel Gabriele Schulz Heinz Wewering die Fragen nach seinem Treffer mit Photo du Monde, die auf der Schlusshalben in zweiter Spur ein gewaltiges Tempofass aufgemacht hatte. Nach Wewerings Überraschungserfolg mit Billy Turf, der sich als 185:10-Außenseiter trotz hartnäckiger Angriffe gegen Florian Klee (Thorsten Tietz) durchgesetzt hatte, führte Gundula Werner die Regie im Winnercircle. Weitaus weniger spektakulär war der Treffer, mit dem Wewering seine Vierer-Serie eröffnet hatte: Grand Ass löste sich frühzeitig von seinen Verfolgern und sprintete mit Weile-Vorsprung über die Linie.

Wie auch schon am ersten Stammbesucher-Renntag des Jahres, der im Juni stattgefunden hatte, wurde die Aktion „Besitzer für einen Tag“ zum Totalerfolg. Denn die vorab ausgewählte Stute Angel E.P., die von Melanie Fleschhut perfekt vorgetragen wurde, schien tatsächlich zu wissen, worum es ging und erkämpfte 725 Euro Siegprämie für den glücklichen Gewinner. Neben Melanie Fleschhut ging noch eine zweite Amazone mit ihrem Pferd auf die Ehrenrunde: Josephine Schiller überraschte ihre Konkurrenten nach einem klug eingeteilten Verlauf mit der am Toto bei 104:10 gehandelten Open Straight und nahm im Anschluss an ihre taktische Meisterleistung die Glückwünsche von Katharina Weber entgegen.

Die Stammbesucher Nicole Schütze und Carsten Zimmermann gratulierten einer überglücklichen Andrea Krohnen, die zu Recht stolz auf ihren Stallcrack Artos W war. Der diesmal von Thorsten Tietz gesteuerte Sechsjährige scheint mit jedem Tag besser zu werden und riss mit einem gewaltigen Schlussspurt ein eigentlich schon verloren geglaubtes Rennen aus dem Feuer. Gisela Willecke führte die Siegerehrung nach Wladimir Genings Erfolg mit Sir Elton John durch, der auf den letzten dreihundert Metern die Zeichen auf Sieg gestellt hatte. Rainer Kempf und seine Tochter Jasmin waren die „Zeremonienmeister“ nach Maik Espers Treffer mit Tragedien, der auf der langen 2.500-Meter-Strecke von der Spitze aus keine Gegenangriffe zugelassen hatte. Mit einer ähnlichen Taktik trumpfte Immo Müller im Sulky seines Wallachs Master Ho auf. Der muskulöse Traber entwickelt sich immer mehr zu einem echten Erfolgstypen und wurde bei der anschließenden Ehrung, die der Stammbesucher Günter Schönefeld durchführte, von allen Seiten mit Lob überschüttet.

Der von Rolf Hafvenström gesteuerte und von Claudia Konitzer trainierte Vulkan agierte ebenfalls in bärenstarker Manier. Der Wallach explodierte aus dem Schlussbogen heraus regelrecht vor Leistungsbereitschaft und zog noch locker an Konaro (Thorsten Tietz) vorbei. Glückwünsche gab es für das Siegergespann von der Stammbesucherin Stefanie Kirchner, die als Tochter der Sulkysportler Thomas Bugge und Carola Kirchner natürlich eine starke Affinität zu den Trabern mitbringt. Dasselbe darf man vom Mariendorfer Fan Reinhard Trantel behaupten, der die Rennen seit langer Zeit voller Leidenschaft verfolgt und Wolfgang May zu seinem offensiv herausgefahrenen Triumph mit Star of Glass gratulierte. Die Konkurrenten aus dem Amateurlager sollten zukünftig gut auf diesen Newcomer aufpassen – denn Wolfgang May, der viel Erfahrung aus dem Springreiten mitbringt, hat sich glänzend in den Sulkysport eingeführt.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 125.605,99 Euro – Bahnumsatz: 42.758,50 Euro – Außenumsatz: 82.847,49 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Montag, dem 26. November ab 18.30 Uhr statt.