Trabrennen in Berlin – Mariendorf: Michael Nimczyk - Spiel, Satz, Sieg!

Der Spitzenprofi gewinnt vier Rennen und

schnappt sich mit Halifax den Herbst-Pokal des VDT

Mariendorf, 28. Oktober 2012.  Wenn ein Pferd für den Sieg überfällig war, dann dieses: Beim Kampf um den Herbst-Pokal des VDT münzte Halifax die schon seit Monaten klar aufsteigende Form in seinen ersten Saisonerfolg um. Gesteuert wurde der Wallach des Rennstalls Mommert von Michael Nimczyk, der einen großartigen Nachmittag erwischte und viermal in den Mariendorfer Winnercircle fuhr.

Für den Herbst-Pokal hatte der zweimalige Deutsche Meister die goldrichtige Taktik gewählt: Michael Nimczyk spielte sofort die Antrittsqualitäten seines bei 51:10 notierten Schützlings aus. Er dirigierte Halifax umgehend an die Spitze, ließ dann aber die außen attackierende Herana (Maik Esper) vorbei und verschaffte dem Braunen somit die Ideallage als Zweiter an der Innenkante. Als sich dann im Einlauf die freie Passage ergab, war Halifax in 16,4/1.900m sofort zur Stelle. Für das zweite Geld fing Meringo Star (Daniel Goehrke), der unterwegs an vierter Position außen gelegen hatte, die bis zum Schluss gut durchziehende Herana ab.

Seinen ersten Tagessieg hatte Michael Nimczyk bereits in der Mariendorfer Auftaktprüfung nach einer Offensivfahrt mit Giggi (14:10) perfekt gemacht. Während dieser Erfolg und auch der Triumph mit Halifax eine relativ klare Angelegenheit für den Berufsfahrer aus Willich war, ging es bei Nimczyks Treffer mit Bavaria Blue (28:10) hauchdünn zu. Der Wallach hatte zwar schon frühzeitig die Verfolgung des führenden Monster Face (Thorsten Tietz) aufgenommen – doch der Kontrahent hielt in einem den gesamten Einlauf herunter andauernden Duell zäh dagegen und gab sich nur mit dem kürzesten aller Köpfe geschlagen. Ganz anders sah es bei Nimczyks abschließenden Sieg mit Youcancallme Al aus: Der niederländische Wallach beherrschte das Mariendorfer Meilenrennen in der Tagesbestzeit von 1:16,0 min. Start bis Ziel.

Viel ließ Michael Nimczyk für seine Konkurrenten also nicht übrig – doch es gab natürlich noch weitere Sieger, die sehr beeindrucken konnten. An erster Stelle ist hier Udit de l’Aulnay (21 :10) zu nennen, der eine überaus anspruchsvolle Aufgabe bewältigen musste. Gesteuert wurde der Franzose von Heiner Christiansen, der den Hengst zuvor nur ein einziges Mal – nämlich im März – im Rennen vorgetragen hatte. Der zweite Auftritt verlief ganz so, wie es sich der vielmalige Norddeutsche Champion vorgestellt hatte: Udit de l’Aulnay ging ausgangs des ersten Bogens nach vorne und stand das Pensum gegen die auf den letzten Metern vehement attackierenden Franzl Crown (Benjamin Hagen) und Pershing Shadow (Manfred Zwiener) bis zum Zielpfosten durch.

Thorsten Tietz kehrte ebenfalls nicht ohne einen Siegpunkt in den Stall zurück: Der designierte Berliner Meister trumpfte mit Kalido auf, der mit einer Quote von 12:10 als glasklarer Favorit am Wettmarkt notiert war. Der dreijährige Hengst wurde dieser Einschätzung vollauf gerecht und stürmte bereits im Casinobogen an die Spitze. Lediglich Amy Nasad (Maik Esper) konnte den Rückstand auf den imponierenden Love-You-Sohn Im Einlauf noch verkürzen. Tietz’ Lebensgefährtin Sarah Kube punktete mit Faveau (21:10), der sich auf der Schlusshalben in dritter Spur großartig verkaufte und trotz des aufwändigen Pensums die Gegnerin Ole Bi (Cathrin Nimczyk) tapfer niederrang. Das Besitzerfahren ging an Thomas P. Feldhahn und Milena (57:10), die mit enormen Speed auf den letzten fünfhundert Metern das komplette Feld aufrollten.

Einen kräftigen Paukenschlag gab es in der „Anfängerklasse“ bis 400 Euro Gewinnsumme, denn der 454:10-Außenseiter Schenkenberg ließ mit seinem Züchter, Trainer und Besitzer Bernd Schrödl im Sulky den Toto platzen. Der Wallach, der sich erst wenige Tage zuvor in mäßiger Zeit für den Rennbetrieb qualifiziert hatte, leitete Ende der Gegenseite einen gewaltigen Vorstoß ein. Mit Emma Peel (Ines Kubatzki) und Starlight T (Heiner Christiansen) auf den weiteren Plätzen summierte sich die Dreierwette auf stolze 19.633:10. Nach diesem Sensationstreffer hätte sich für Bernd Schrödl später mit dem Wallach Peanut Bes fast sogar der zweite Tageserfolg ergeben, doch mit einer grandiosen Schlussattacke machte der von Manfred Zwiener erst auf den letzten vierhundert Metern eingesetzte King of the World (51:10) diese Hoffnung zunichte. Auf die weiteren Auftritte des dreijährigen Hengstes, der für die Farben von Johann Lenz läuft, darf man nach dieser Leistung gespannt sein.

Gesamtumsatz: 113.786,46 Euro – Bahnumsatz: 34.429,00 Euro – Außenumsatz: 79.357,46 Euro

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Montag, dem 5. November ab 18.30 Uhr statt.