Trabrennen in Berlin-Mariendorf-Karlshorst: Alles auf die Sechs

 

Am Sonntag heißt es zum letzten Mal: „Mariendorf goes Karlshorst“. In der Wuhlheide steht der St.-Leger-Trial um 7.000 Euro Preisgeld im Mittelpunkt.

Sonntag, 5. Oktober 2014 (Start des 1. Rennens um 14 Uhr / Beginn des BTV-Expertentalks auf German Trot TV bereits um 13.20 Uhr)

Zum letzten Mal vor der großen Mariendorfer Wiedereröffnung am 26. Oktober lädt der Berliner Trabrenn-Verein alle Trotter-Fans in die Wuhlheide ein. Auf der Karlshorster Piste werden neun Rennen ausgetragen, die zum Teil klare Favoriten am Start sehen, aber zugleich auch einige Überraschungen auf dem Wettmarkt versprechen. Ein pünktlicher Besuch der Veranstaltung ist unbedingt zu empfehlen. Zum einen, weil bereits um 13.20 Uhr der von Christoph Pellander moderierte Expertentalk beginnt, wo stets interessante Insider-Informationen zu ergattern sind. Und zum anderen, weil gleich im 1. Rennen (14 Uhr) der Tipp des Tages antritt. Die Stute Glamorous (Michael Nimczyk) vom Gestüt Neritz sticht von der Papierform her überdeutlich heraus. Die Tochter der elfmaligen Siegerin Gentle Touch musste nach zwei Erfolgen zwar zuletzt eine knappe Niederlage akzeptieren. Da aber ihre Hauptgegner Fittipaldi (Andreas Gläser) und Puntabianca (Andrea Lombardo) laufstarke, aber trabunsichere Wackelkandidaten sind und die frische Siegerin Höwings Rohini Z (Philipp Caternberg) zunächst einmal beweisen muss, dass sie auch 16-er Tempo gehen kann, führt kein Weg an Glamorous vorbei. Das Motto lautet also: Alles auf die Startnummer sechs!

Das 2. Rennen ist ein Stück weit offener: Dithmarscherin (Heiner Christiansen), das letzte Produkt der leider eingegangenen Defiant Dream (20 Siege / 108.437 Gewinnsumme), belegte beim Karrieredebüt prompt einen dritten Platz. Die auf der schnellen Bahrenfelder Piste erzielte Kilometerzeit von 18,6/2.200m ist aber nicht überzubewerten und von einem vollen Erfolg war die Stute immerhin acht Längen getrennt. Da man keinen einzigen ihrer sieben Gegner komplett streichen kann, sollte man auf dem Tippschein nicht mit Kreuzen sparen. Auch das 3. Rennen birgt einigen Zündstoff. Denn von seiner Klasse her führt zwar überhaupt kein Weg an Harry’s Bar (39 Starts / 20 Siege) vorbei. Doch der mit zwanzig Meter Zulage bedachte Wallach hat zuvor noch nie einen Bänderstart bestritten. Sein Fahrer Thorsten Tietz: „Es ist die Generalprobe für Harry’s Bars nächste Aufgabe: die GERMAN TOTE Gold Trophy am 26. Oktober. Denn dort muss er auch aus dem Band starten. Wir haben das zuhause auf der Anlage von Dirk Grusdas natürlich ausgiebig geübt und im Training hat Harry’s Bar alles sehr gut gemeistert. Aber wenn es nun tatsächlich ernst wird und er unmittelbar vor dem „Ab“ von den anderen Pferden umringt ist, müssen wir erst mal schauen, ob es dann auch so gut klappt.“ Einen Startfehler darf sich der Seriensieger jedenfalls nicht erlauben – denn dann wird es gegen Sir Michel (Gerhard Biendl), Bogey Boko (Maik Esper), Independence (Andreas Gläser) und Nereide d’Esi (Andrea Lombardo) zu schwer.

Im 4. Rennen sind Hainang (Maik Esper), Grand Ass (André Pögel), Just like Heaven (Manfred Zwiener) und Höwings Pothos Z (Philipp Caternberg) allesamt Sieganwärter, während im 5. Rennen, das mit einer Viererwetten-Garantie in Höhe von 4.000 Euro und zugleich der Dreierwette verknüpft ist, eigentlich nur Floh G (Thorsten Tietz) und Jana (Maik Esper) für den Erfolg in Frage kommen. Das 6. Rennen ist dann das Hauptereignis des Nachmittags: der mit 7.000 Euro dotierte Trial des St. Leger. Rosenstolz (Thorsten Tietz), deren Mutter Rhoder Primadonna 21 Rennen und 57.247 Euro Preisgeld gewann, hat sich in den zurückliegenden Wochen enorm gesteigert. Easy to Please (Gerhard Biendl) scheiterte zwar im Derby-Vorlauf, belegte dann aber im Bayern-Pokal als Riesenaußenseiter einen imponierenden dritten Platz. Grace (Hannu Voutilainen), die kleine Schwester von Parisienne Blue, trifft es diesmal deutlich schwerer an und Aint she sweet (Michael Nimczyk) muss endlich beweisen, dass ihre Verwandtschaft mit den Vierbeinerhelden Abano As und Ambassador As kein Zufall ist. Auf gar keinen Fall sollte man Wariana (Andrea Lombardo) übersehen, deren Brüder Wild Viking und Wings of Crown ebenfalls Rang und Namen haben. Evita Boshoeve (Andreas Marx) steht vor ihrer bisher schwersten Aufgabe.

Im 7. Rennen stechen zwei Pferde heraus: Dashing Dragon (Maik Esper) und Raquel Welsh (Michael Nimczyk) kennen durchweg nur gute Leistungen und sollten den Sieg untereinander ausmachen. Die in der achten Tagesprüfung aufeinander treffenden Iamtheredone (Dennis Spangenberg), Gentleman As (Michael Nimczyk) und Julius Southwind (Andrea Lombardo) sind ebenfalls aus feinem Holz geschnitzt, aber auch Indigo Guardian (André Haupt), High Roller (Ines Kubatzki), Rock of Gibraltar (Maik Esper) und Just Like You (Julia Ertel) werden kräftig mitmischen – alles in allem also eine sehr offene Partie. Das abschließende Amateurfahren bietet ebenfalls einigen Raum für Spekulationen, denn der schon elfjährige Elton (Michael Hamann) erlebt momentan den dritten Frühling und sollte weit vorne landen. Mit Imperia (Franz-Josef Stamer), Ronja (André Pögel), General Eck (Sarah Kube), VanHalen (Christoph Pellander) und Sweet Star (Sebastian Gläser) treten aber weitere Siegaspiranten an und es sind daher mit Sicherheit überaus attraktive Quoten zu erwarten.

Tipps:

1. Glamorous – Fittipaldi – Höwings Rohini Z

2. Dithmarscherin – Enrico di Quattro – Lamanca

3. Harry’s Bar – Sir Michel – Bogey Boko

4. Hainang – Grand Ass – Just Like Heaven

5. Floh G – Jana – Kentucky Princess – Angel

6. Rosenstolz – Easy to Please – Grace

7. Dashing Dragon – Raquel Welsh – Evalina Ray

8. Iamtheredone – Gentleman As – Julius Southwind

9. Imperia – Ronja – Aruna Folle

Foto von Marius Schwarz