Trabrennen in Berlin - Mariendorf: High Noon auf der Derby - Bahn

Michael Nimczyk und Gri Diamond

…heißt es mal wieder am kommenden Mittwoch. In Zusammenarbeit mit der französischen Wett-Organisation PMU geht’s ab 11.10 Uhr und mithin zur besten Lunchzeit in vier Rennen um jeweils 4.500 Euro an Prämien für die Besitzer der edlen Rösser.

Trotz der an diesen Tagen üblichen schmalen Rennkarte ist alles drin, was das Wetterherz begehrt: Eine V4-Wette, bei der sämtliche vier Sieger vorhergesagt werden müssen und die mit einer Garantie-Auszahlung von 4.000 Euro gespickt ist, eine Daily-Double-Wette, in der die „Winner“ der Rennen drei und vier richtig zu tippen sind, ein 2.000-Euro-Jackpot in der Siegwette des 2. Rennens sowie eine Viererwette - Herz, was willst du mehr?

Mit von der kurzweiligen Matinée-Party ist fast selbstverständlich Michael Nimczyk, der ein trefflicher Schütze in dieser Art Kurzprogramme ist. Im Februar schoss er hier sämtliche vier Siegerschleifen ab, am 3. August während des Derby-Meetings markierte er ein Dreier-Pack und hat erneut gute Chancen, als großer Abräumer aufzutreten.

Im Auftaktrennen mit acht mehr oder weniger astrein trabenden Franzosen sind die Unwägbarkeiten selbst für einen Klassemann wie ihn besonders groß. Die ihm anvertraute, aus Polen anreisende Sérénade du Betz hat hierzulande noch kaum etwas geboten und 20 Meter Zulage auszugleichen - da sollte es eher für Agets de Bouère oder die unberechenbare Uxia d’Albret reichen, die schnell rennen, aber auch an jeder Ecke explodieren kann.

In Prüfung zwei hat der 30jährige mit der rasant in Front fegenden Ontheway Diamant ein echtes Pfund in der Hand, das versuchen wird, Vulkan den prognostizierten Weg in den Winner Circle abzuschneiden. Daniel Wagners Wallach ist längst kein solches Pulverfass wie zu Beginn der Karriere, sondern ein grundsolider Malocher geworden, der sich selbst gegen schwerste Kaliber bestens verkauft und diese Prüfung nach dem Motto der Höhner dominieren sollte: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Mit einem Bein im Winner Circle steht Nimczyk in Rennen drei. Spektakulär kehrte Gri Diamond aus zweijähriger Pause zurück, verbesserte bei seinem Kampfsieg seinen Rekord gleich mal um 1,6 Sekunden und hat neben einem gut aufgelegten Impulsiv und Dakota Greenwood, die sich im neuen Quartier vom Aschenputtel zur kleinen Prinzessin gewandelt hat, vor allem Startreihe zwei als Stolperstein.

Auch in Rennen vier hat der Goldhelm in Enzo Newport ein scharfes Geschütz zur Hand. Pariert der in den letzten fünf Aufgaben viermal durch Galoppaden aufgefallene Famous Rich in der Hand seines Chefs jedoch wie einst im Mai, könnte sich Berlins Champion Thorsten Tietz ein „Hölzchen“ anlegen. Desgleichen sind Rainbow Diamant, Successful, Secret Honey, Esly Hall, Thunder Jet und Kap de bonne nicht aus der Welt - zumindest für die Viererwette.

Foto von Marius Schwarz: Michael Nimczyk und Gri Diamond