Trabrennen in Berlin – Mariendorf: Global challenger beweist seine Klasse

Der Derby-Finalist schlägt seinen Stallgefährten Isildur. Michael Nimczyk gelingen drei Tageserfolge.

Mariendorf, 3. September 2012.  Ein Start, ein Sieg – so lautete die Bilanz für Michael Schmid, der extra für die Fahrt mit Global challenger in die Hauptstadt gereist war. Der dreijährige Hengst aus dem Rennstall von Marion Jauß, der beim Derby schon im ersten Bogen an einer Galoppade gescheitert war, zeigte diesmal sein wahres Gesicht und bezwang seinen Stallgefährten Isildur (Michael Nimczyk) mit einer Halslänge Vorsprung.

Auf den ersten Blick zwar nur ein knappes Resultat – doch der Erfolg fiel für den 20:10-Favoriten viel sicherer aus, als es der offizielle Richterspruch vermuten lässt. Denn Michael Schmid verlangte Global challenger auf der Meilenstrecke in 1:16,2 min. nur das Nötigste ab. Während Isildur sofort an die Spitze gezogen war, hatte der Bronzehelm seinem Hengst nach einem vorsichtigen Start die optimale Lage als viertes Pferd außen verschafft. Im Schlussbogen ging Global challenger zwar in die dritte Spur – doch selbst in dieser Phase riskierte Michael Schmid noch nichts und wartete erst den Einlauf ab. Eine richtige Entscheidung, denn auf den letzten dreihundert Metern wurde Global challenger mit jedem Schritt stärker.

Für Michael Nimczyk blieb im Hauptrennen also nur der zweite Platz – doch der 26-jährige Sportler wurde mit drei Siegen dennoch zum Mann des Abends. Der erste Volltreffer gelang dem Willicher mit Zizero FR (17:10), der Anke Way (Thorsten Tietz) zu einem packenden Finishduell herausgefordert hatte und unmittelbar vor dem Zielpfosten vorbeizog. Gleich im Anschluss punktete der Profi von der Spitze aus mit Youcancallme AL (25:10) und blieb dabei erneut vor Thorsten Tietz, der diesmal im Sulky von Pikus G saß. Wie vielseitig seine taktischen Finessen sind, bewies Michael Nimczyk dann bei seinem dritten Tageserfolg mit Ole Bi (19:10), die nach einem Traumrennen als zweites Pferd innen rechtzeitig die freie Bahn fand.

Im Viererwetten-Rennen lautete die Reihenfolge zwischen Nimczyk und Tietz allerdings genau andersherum, denn diesmal trumpfte der Stutenderby-Sieger ganz groß auf. Die auf 11:10 herunter gewettete Zora Island, die eine Runde vor dem Ziel nach vorne gegangen war, ließ der innen geschonten Zagrina Boshoeve in der Tagesbestzeit von 15,8/1.900m keine Chance, die Plätze drei und vier gingen an Höwings Orpheus Z (Roland Anders) und Amy Nasad (Maik Esper). In der Abschlussprüfung hieß es schließlich noch einmal Tietz vor Nimczyk, denn der kommende Berliner Champion scheute mit dem beim Karrieredebüt auf Anhieb erfolgreichen Spicy A. (18:10) auch die Außenspur nicht, um den von seinem Konkurrenten gesteuerten Wallach Cinas Fire zu bezwingen.

Der wohl spektakulärste Erfolg der Veranstaltung gelang jedoch Ines Kubatzki, denn die Amazone fügte mit Emmylou (94:10) dem als unschlagbar eingestuften 10:10-Topfavoriten Tom for you (Maik Esper) eine Niederlage zu. Obwohl sich Emmylou das Rennen in zweiter Spur selber gestalten musste, wurde die Stute auf der Schlusshalben immer stärker und bekam den Gegner in ausgezeichneten 15,9/1.900m sicher in den Griff. Auch Bagheera Boko (14:10) siegte souverän. Ihr Fahrer André Pögel setzte ganz auf die Endkampfstärke der Vierjährigen, die mit feinem Speed die schon deutlich enteilte Konkurrentin Rose Simoni (Michael Hamann) überaus locker abfing. Ein wenig mehr musste dagegen Amica Way (45:10) tun, die mit ihrem Trainer Heiner Christiansen gleich den zweiten Start ihrer jungen Rennkarriere in einen Sieg ummünzte und Kingston Town (Peter Scheack) nach Kampf mit einer halben Länge Vorsprung in Schach hielt.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 72.972,11 Euro – Bahnumsatz: 19.011,00 Euro – Außenumsatz: 53.961,11 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Montag, dem 17. September ab 18.30 Uhr statt.