Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Furioses Saisonfinale mit „Hexer“ Jos Verbeeck

Jos Verbeeck

Der viermalige Amérique-Sieger tritt in allen neun Rennen an. Beim Champions-Finale um 15.000 Euro Preisgeld ist aber Rudi Haller Favorit. In der V5 geht es diesmal um 15.000 Euro Garantie inklusive 6.000 Euro Jackpot. Die Auftaktprüfung um 16.55 Uhr ist bereits mit der Mariendorfer Supersieg-Wette verknüpft. In der Prämienausspielung geht um Preise im Wert von 5.800 Euro.        

Berlin-Mariendorf, 30. Dezember 2015 (Start des ersten Rennens um 16.55 Uhr / BTV-Expertentalk bereits ab 16.10 Uhr).

Ein Programm zum Zunge schnalzen! Der letzte Berliner Renntag des Jahres 2015 stellt ein brillantes sportliches Highlight dar. Die Derby-Bahn begrüßt einen der schillerndsten Stars der Fahrerszene: den Belgier Jos Verbeeck. Der viermalige Prix-d’Amérique-Sieger steigt in sämtlichen neun Prüfungen in den Sulky. Er trifft allerdings auf Gegner, die vor dem großen Namen nicht ehrfürchtig erstarren werden. Angefangen von den Gold-, Silber- und Bronzehelmen Michael Nimczyk, Thorsten Tietz und Josef Franzl bis hin zu bayerischen Toptrainern wie Gerd Biendl, Rudi Haller und Jochen Haide sowie der Fahrerlegende Heinz Wewering sind nahezu alle bundesdeutschen Spitzenprofis dabei. Die vom Rennverein offerierten Wettangebote werden dem exquisiten Ereignis natürlich in jeder Hinsicht gerecht: Die ausgelobten Jackpots, Garantien und Prämien summieren sich auf über 42.000 Euro. Mariendorf geht also richtig in die Vollen und feuert die Raketen quasi schon einen Tag vor Sylvester ab.

Die Veranstaltung wird um 16.10 Uhr mit dem von Christoph Pellander moderierten BTV-Expertentalk eingeleitet.  Um 16.55 Uhr erfolgt dann der Start des 1. Rennens und da es hier ebenso wie in der vierten und siebenten Tagesprüfung um die Supersieg-Wette geht, ist auf Anhieb die volle Konzentration des Publikums gefordert. Zumal das Rennen auch für ausgeschlafene Tippexperten eine verdammt harte Nuss ist – ein klarer Favorit sticht nicht heraus. Die erstmalig von Heinz Wewering gesteuerte Jana ist zwar höllisch schnell, aber ebenso wie Abano W (Michael Nimczyk) ein Pferd mit Gebrauchsanweisung. In dem zwölfköpfigen Teilnehmerfeld ist daher nahezu alles möglich und man kann – sei es auf Venus Simoni (Thomas Heinzig), Gitano JL (Jos Verbeeck), Samos (Manfred Zwiener), Endless Sky (Thorsten Tietz) oder Schneestern (Thomas Panschow) – mit viel Mumm durchaus mal eine deftige „Bockwette“ riskieren.

Im 2. Rennen geht es richtig um die Wurst: Es bildet den Auftakt der V5-Wette mit 15.000 Euro Garantie (inklusive 6.000 Euro Jackpot). Die Blitzstarterin Elena Kievitshof (Jos Verbeeck) verkauft sich stets treu und brav, ging aber bisher nur ein einziges Mal auf die Ehrenrunde. Ihr Trainer Maik Esper hat sich für Sarently As entschieden, die sich im Training hervorragend präsentiert hat. Pablo Kemp (Thorsten Tietz) ist trotz seiner über dreimonatigen Pause ebenso wie Bella Rubina (Rudi Haller) brandgefährlich. Auch der von Kay Werner aufgebotene Panasonic Diamant gehört unbedingt mit auf den Schein. Der Wallach trumpfte in der Wuhlheide von der Spitze aus völlig überlegen auf und gewann mit sechs Längen Vorsprung. Die Aufzählung geht munter weiter, denn Julius Southwind (Heinz Wewering) und Cardea (Thomas Panschow) sind ebenfalls Siegchancen zuzubilligen.

Im 3. Rennen fällt die Auswahl etwas kleiner aus. Hier kommen aufgrund ihrer herausragenden Klasse eigentlich nur vier Pferde für den vollen Erfolg in Frage, die zugleich ausnahmslos als frische Sieger antreten. Die Prüfung ist also ein absoluter sportlicher Leckerbissen! Die Rede ist von Everpolly Boko (Alexander Kelm), Tricolore (Maik Esper), Femke Schermer (Jos Verbeeck) und Tyrolean Dream (Rudi Haller). Wenn überhaupt ein Gegner diesem glorreichen Quartett in die Quere kommen kann, dann wohl nur August Arkenaus Went Rover, in dessen Sulky Michael Nimczyk sitzt. Der Vierjährige hat aber ebenso wie Tyrolean Dream die zweite Reihe erwischt und verfügt daher über keine optimale Ausgangsposition.

Auf dem Weg zum Broadway scheint sich – zumindest sinnbildlich ausgedrückt – Holy Wood Star zu befinden. Die von Karin Walter-Mommert trainierte Stute ist seit einigen Wochen gewaltig auf dem Vormarsch und würde gemeinsam mit Michael Nimczyk  eigentlich eine felsenfeste Bank für das 4. Rennen darstellen – wären da nicht auch noch Impulsiv und Heinz Wewering mit im Spiel. Der letzte Erfolg der beiden war großartig – Impulsiv stiefelte seinen Kontrahenten auf und davon, obwohl der Wallach auf den ersten siebenhundert Metern gleich zweimal erheblich gestört wurde. Wenn nichts Unerwartetes geschieht, wird es ganz klar auf ein Duell dieser beiden Pferde hinauslaufen. Man kann in der V5-Strategie also beruhigt alles auf eine Karte setzen.

Das schaut gute dreißig Minuten später im 5. Rennen (mit 5.000 Euro Vierergarantie!) wieder völlig anders aus, denn in dem mit 15.000 Euro Preisgeld dotierten Champions-Finale treten zehn Traber an, die allesamt Siegertypen sind. Man hat die Qual der Wahl: Müsste man sich auf einen einzigen Teilnehmer festlegen, wäre es wohl Wild Viking (Rudi Haller), der Anfang Dezember trotz eines Startfehlers zur Mariendorfer Tagesbestzeit stürmte. Aber seine Gegner sind von nahezu dem gleichen Schlag – der Verlauf wird also entscheidend sein. Indio Corner ist mit Benjamin Hagen noch ungeschlagen. Helios (Michael Hönemann) und Charming Oreau (Jos Verbeeck) schrammten bei ihren Mariendorfer Siegen nur um eine bzw. zwei Zehntelsekunden an Harry’s Bars 12,2-Saisonrekord vorbei. Oncoming Diamant (Gerd Biendl), Abano H (Jochen Haide), Going As (Josef Franzl) und Jag Heuvelland (Thomas Panschow) verkörpern das Beste, was der bayerische Sport zu bieten hat. Montecore Mo (Michael Nimczyk) verfügt über die höchste prozentuale Siegausbeute im Feld wird sich für Ulrich Mommert ähnlich wie Cotton Rich (Thorsten Tietz) für Frank Zickmantel mächtig strecken. Im Kampf um das bundesdeutsche Besitzer-Championat hat der Mariendorfer Bahneigentümer aktuell noch rund 13.000 Euro Vorsprung.

Das 6. Rennen bildet den Abschluss der V5-Wette sowie den Auftakt der Daily Double und läuft auf einen Dreikampf zwischen Floh G (Thorsten Tietz), N Cor Star (Josef Franzl) und Rayman (Matthieu Hegewald) hinaus. Wenn man dieses Trio schon als prominent bezeichnen darf, was soll man dann bloß zu den Favoriten des 7. Rennens sagen? Stark Bi (Rudolf Haller), seines Zeichens Sieger bei der Internationalen Derby-Meisterschaft der Amateure, und der Mariendorfer „Traber des Jahres“ Mighty Hanover (Thorsten Tietz) sind eine Klasse für sich. Dass es dennoch kein reines Duell wird, wollen Michael Nimczyk mit dem Derby-Finalisten Halva von Haithabu und Roman Matzky dem in Karlshorst außenherum bärenstarken It‘s Amazing verhindern. Dieses Rennen alleine ist schon das Eintrittsgeld wert. Aber auch die beiden Abschlussprüfungen der Berliner Trabrennsaison 2015 können sich sehen lassen. Dort stechen vor allem Astasia du Vivier (Alexander Kelm) sowie Flash di Quattro (Thorsten Tietz) heraus.  

Unsere Tipps:

1. Abano W – Jana – Endless Sky 

2. Elena Kievitshof – Pablo Kemp – Bella Rubina

3. Everpolly Boko – Tricolore  – Femke Schermer

4. Holy Wood Star – Impulsiv – Flair

5. Wild Viking  – Cotton Rich – Indio Corner – Abano H

6. Floh G  – N Cor Star – Rayman

7. Stark Bi – Mighty Hanover – Damalia 

8. Astasia du Vivier – Vasco du Forez – Ukamaya Verderie – Tribal Dance 

9. Flash di Quattro – Frisky Dragon – Look de Paris