Trabrennen in Berlin – Mariendorf: Der erste wirkliche Härtetest

Foto von Marius Schwarz: Der Hengst Zauni

Im Buddenbrock-Trial müssen Zauni (Thorsten Tietz) und Orlando Jet (Rudolf Haller) beweisen, dass sie zu den Stars im Derby-Jahrgang gehören. Auch die älteren Pferde sind gefordert: Samir (Josef Franzl) ist der Topfavorit im erstklassig besetzten und mit einer Zweier-Garantie in Höhe von 4.444 Euro ausgestatteten internationalen Bänderstartrennen.      

Berlin-Mariendorf, 19. Juni 2016 (Start des 1. Rennens um 14.00 Uhr / Qualifikation und Vorab-Interviews bereits ab 13.15 Uhr).

Sie genießen bei ihren Besitzern und bei ihren Stallteams eine erstklassige Wertschätzung: Die von Thorsten Tietz bzw. Rudolf Haller gesteuerten Hengste Zauni und Orlando Jet werden als ernsthafte Anwärter für die Teilnahme am diesjährigen Derby-Finale gehandelt. So weit ist es zwar noch lange nicht – aber dass die Euphorie, die in ihrem Umfeld herrscht, keine träumerische Illusion ist, können beide am Sonntag in Mariendorf beweisen. In dem mit 8.000 Euro Preisgeld dotierten Trial II des Buddenbrock-Rennens treten die beiden Traber gegen fünf Konkurrenten an. Die Prüfung steht an neunter Stelle der Tageskarte und ist natürlich das Highlight der Veranstaltung, die quer durch die Bank attraktive Starterfelder aufweist.

Beide Pferde mussten bisher noch nicht einmal ansatzweise an ihre Grenzen gehen und wenn man der Begeisterung ihrer Fahrer lauscht, dann scheinen die bisherigen Siege tatsächlich alles andere als ein Strohfeuer gewesen zu sein. Rudolf Haller sagt: „Ich mag mich ja täuschen und es immer schwer, die Entwicklung eines noch so jungen Trabers zu prophezeien. Aber ich glaube, dass Orlando Jet eines der besten Pferde ist, die ich jemals trainiert habe. Der Dunkelbraune besaß von Anfang an etwas ganz Besonderes – eine faszinierende Ausstrahlung, die jeder sofort bemerkt hat. Er verfügt über riesiges Potential!“

Thorsten Tietz scheint die Qualitäten von Zauni als ähnlich großartig einzuschätzen und schwärmt: „Bei seinem kürzlichen PMU-Sieg in Karlshorst herrschte ein unglaublich schlechtes Wetter. Es goss wie aus Kübeln und selbst die erfahrenen Pferde hatten Probleme, mit den Gegebenheiten klarzukommen. Aber Zauni machte das alles nicht das Geringste aus und er wirkte regelrecht abgebrüht – fast schon wie ein alter Hase! Die bei seinem Erfolg erzielte 18-er Kilometerzeit mag zwar unspektakulär erscheinen. Aber zum Vergleich: Auch ein Seriensieger wie Fittipaldi war an diesem Tag nicht schneller unterwegs.

Das Vertrauen der beiden Sulkysportler ist also riesig – doch auf welche Gegner müssen Haller und Tietz trotzdem achten? Wohl vor allem auf Geronimo T, der erstmalig Dennis Spangenberg anvertraut  ist. Der Sohn der nur elfmal geprüften Zita Jones ging in Gelsenkirchen vor dem Feld spazieren und deklassierte seine Konkurrenten mit sechs Längen Vorsprung. Er steht klar über den restlichen Teilnehmern Khalid (Heinz Wewering), Oscar Nasad (Thomas Panschow), Guccio Fortuna (Maik Esper) und der in Tschechien trainierten Ready to Race (Alle Loman). Besonders denjenigen, die gerne mal eine Dreierwette mit hohem Einsatz auf den Kopf spielen, sind Zauni, Orlando Jet und Geronimo T daher zu empfehlen.

Aber auch alle anderen zehn Rennen sind zum Tippen interessant, zumal dort meist kein klarer Favorit heraussticht. Gleich die Auftaktprüfung ist eine offene Angelegenheit: My Little Letty (Dennis Spangenberg), Rainbow Diamant (Heinz Wewering), Love Be A Lady (Thorsten Tietz), Candyman Hornline (Daniel Wagner) und Arando (Jörgen Sjunnesson) sind allesamt erfolgsverdächtig. Im 2. Rennen sind die Rollen klarer verteilt: Hier kann der Sieg eigentlich nur über Vulkan (André Pögel) oder Mighty Hanover (Sarah Kube) gehen, obwohl Let’s win (Dr. Marie Lindinger) und Rayman (Katharina Kramer) sicherlich nicht ungefährlich sind.

Interessante Dreijährige, die zwar nicht im Buddenbrock-Trial antreten, aber dennoch viel Können besitzen, sieht man im 3. Rennen am Start. Nämlich Gustavson Be (Josef Franzl), Mr Shorty (Thorsten Tietz), Mr Firecracker (Maik Esper) und Pompano Julian (Rudolf Haller). Als Sieger ist am ehesten einer der beiden Erstgenannten zu erwarten. Ähnlich talentiert, aber schon ein Jahr älter sind die Stars des 4. Rennens: Flash di Quattro (Thorsten Tietz), Tribuno As (Josef Franzl) und Impulsiv (Heinz Wewering). Nach vier Volltreffern hintereinander ist Flash di Quattro innerhalb dieses Trios eindeutig in der Favoritenrolle.

Das 5. Rennen ist der Auftakt der V5 und es kommt zu einem Top-Duell: Die fünfmal hintereinander erfolgreiche One and Only (André Pögel) fordert die in dieser Saison bei sieben Starts nur ein einziges Mal bezwungene Miss Apple JM (Sarah Kube) heraus. Zwei Kreuze auf dem V5-Tippschein müssten hier reichen. Gute zwanzig Minuten später kommt man damit allerdings nicht hin, denn im 6. Rennen ist der Kreis potentieller Sieganwärter mit Iamthebadboy (Thorsten Tietz), Panasonic Diamant (Kay Werner), Oh Happy Day (Daniel Wagner), Bianca Boshoeve (Maik Esper), Blueberry Santana (Michael Hönemann), Sarina (Jörgen Sjunnesson), und Robin Toft (Dennis Spangenberg) weitaus größer. Gar nicht einzuschätzen ist Pocahontas Diamant (Gerd Biendl), die zwar aus einer ewig langen Pause kommt, aber angesichts ihres Laufvermögens durchaus gefährlich ist.

Das 7. Rennen ist nicht nur sportlich ein Knaller, sondern es steht auch aufgrund der Zweierwetten-Garantie in Höhe von 4.444 Euro (inklusive 1.407 Euro Jackpot) im Blickpunkt. Samir (Josef Franzl) könnte sich mit einem Sieg für den hochdotierten Berlin-Jägersro Super Trot Cup empfehlen, dessen Vorläufe im Juli ausgetragen werden und dessen Finale um 70.000 Euro Preisgeld am 7. August stattfindet. Der Crack des Rennstalls Germania muss allerdings ebenso wie der aus Schweden zurückgekehrte Andrew Dragon (Maik Esper) auf der 2.000-Meter-Strecke eine Zulage in Kauf nehmen – gegen Könner wie die an der Grundmarke aufgestellten Oncoming Diamant (Gerhard Biendl) und Abano H (Thorsten Tietz) wird das mit Sicherheit nicht zu einem spielerischen Unterfangen.

Hop oder top? Das ist die Frage beim Auftritt von Big Thunder (Thomas Panschow) im 8. Rennen. Der Zickmantel-Traber muss sich gegen Medusa (Andrea Lombardo), Barolo SL (Maik Esper) und Peaches Diamant (Roman Matzky), deren letzte enttäuschende Leistung man nicht zum Maßstab nehmen sollte, rehabilitieren. Nach dem mit Spannung erwarteten Buddenbrock-Trial schließen dann zwei weitere attraktive Prüfungen die Veranstaltung ab. Im 10. Rennen besitzt Lewis Hamilton (Heinz Wewering) trotz der ungünstigen Startnummer acht gegen den noch ungeschlagenen Azimut (Josef Franzl) eine reelle Chance und im 11. Rennen soll die bei ihren ersten beiden Einsätzen noch deutlich überforderte Akindof Magic BE, in deren Sulky ebenfalls Franzl sitzt, endlich zeigen, dass sie ihrem berühmten Bruder Dream Magic BE nacheifern kann. 

Unsere Tipps:

1. My Little Letty – Rainbow Diamant – Love Be A Lady

2. Vulkan – Mighty Hanover – Let’s Win

3. Gustavson Be – Mr Shorty – Mr Firecracker – Pompano Julian 

4. Flash di Quattro – Tribuno As – Impulsiv   

5. Miss Apple JM – One and Only – Fionara 

6. Iamthebadboy – Panasonic Diamant – Oh Happy Day

7. Samir – Oncoming Diamant – Abano H  

8. Big Thunder – Medusa – Barolo SL

9. Zauni – Orlando Jet – Geronimo T

10. Lewis Hamilton – Azimut – Alannah Mo – Montgomery Mo

11. Akindof Magic BE – Diva Amici – Stonewashd Diamant