Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Dem Derby-Sieger auf der Spur

Ein Renntag zum Zunge schnalzen:

Die Mariendorfer Veranstaltung ist mit Vierbeiner-Stars wie Baltimore As herausragend besetzt

Für die Besitzer der dreijährigen Traber, die am Sonntag beim Haupt- und Stutenlauf des Diamond-Way-Trials starten,  geht es um 10.500 Euro Preisgeld und vor allem um Reputation. Denn das Rennen ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Jahrgangskrone. Es ist eingebettet in ein Rahmenprogramm, das Spitzensport auf höchstem Niveau garantiert. Dafür bürgen nicht nur vierbeinige Superstars wie Baltimore As, sondern auch die Männer an der Fahrleine:  Mit Thorsten Tietz, Roland Hülskath, Michael Nimczyk, Heinz Wewering und Michael Schmid ist die aktuelle Top Five der Profis in Berlin vor Ort.

In der letzten Saison standen diese fünf Fahrernamen zusammengerechnet für 626 Sulkysiege und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Ranglistenersten auch am Sonntag den Großteil des Preiskuchens unter sich aufteilen. Beim mit 1.000 Euro-Siegjackpot aufgestockten Hauptlauf des Diamond-Way-Trials (10. Rennen) gehört vor allem Roland Hülskath mit dem Hengst Comeonhill in die oberste Tippschein-Zeile. Der Erstling der Mutterstute Chanou, die als Rennpferd eher durchschnittlich war, ist ein züchterischer Volltreffer. Zwei Starts, zwei Siege und ein Rekord von 1:15,4 min. lautet die bisherige Bilanz. Bei seinem letzten Erfolg stürmte der Braune eine Runde vor dem Ziel an die Spitze und Roland Hülskath brauchte sich nicht nach dem zweitplatzierten Sir Michel (Michael Schmid) umzuschauen, der nun auf die Revanche brennt.

Trainiert wird Comeonhill von Gerhard Holtermann – und der wirft noch weitere Pferde in die Schlacht und wird einen bisher ungeschlagenen Hengst sogar selber steuern: CC Rider imponierte bei seinem Sieg am 1. Mai ungemein, als er die erste Runde in äußeren Spuren bestritt und die Konkurrenten dennoch knapp abwehrte. Der von Michael Larsen für die Jauß-Farben vorbereitete Global Challenger (Michael Nimczyk), ein Sohn der vorzüglichen Global Winner (106.647 Euro Gewinnsumme), wurde im selben Rennen nur um eine Kopflänge geschlagen Dritter. Die größte Gefahr für Comeonhill könnte aber von Gerhard Holtermanns drittem Schützling Mister John (Heinz Wewering) ausgehen. Bei seinem Ehrenplatz Ende April war eines offensichtlich: Der Hengst ist zwar noch recht grün hinter den Ohren und es mangelt ihm an Routine – doch von seiner Schnelligkeit her scheint der Dreijährige ein absoluter Torpedo zu sein.

Die vierbeinigen Herren der Schöpfung bleiben im Hauptlauf ganz unter sich, während die Traber-Ladies geschlossen in den Stutenlauf (4. Rennen) ausweichen. Hier sind mehrere Siegvarianten denkbar. Bis auf Georgina Corner, von der ihr Fahrer Thorsten Tietz eine Riesenmeinung hat, waren alle anderen Teilnehmer bereits zweijährig am Start. Die größte Empfehlung bringt Yuamour (Josef Franzl) aus der Saison 2011 mit, denn die Braune belegte – wenn auch deutlich geschlagen – bei der Breeders Crown den zweiten Platz. Like Me (Roland Hülskath) war acht Längen dahinter Dritte und auch Desiree As (Thomas Heinzig) und Liberta (Michael Nimczyk) versuchten sich in dem Klassiker, wurden aber nach Fehlern disqualifiziert. Während die beiden letztgenannten Pferde weiterhin als äußerst diffizil gelten, hat sich Helena von Haithabu (Heinz Wewering) in den vergangenen Monaten prächtig entwickelt und auf höchster Ebene optimal verkauft.

Die beiden Dreijährigen-Läufe bilden natürlich den Mittelpunkt der Berliner Veranstaltung. Doch auch die anderen zehn Prüfungen sind derartig interessant, dass man sie eigentlich kaum als Rahmenprogramm bezeichnen kann. Es geht schon im 1. Rennen mit dem achtmal hintereinander ungeschlagenen Like a Porsche (Jens Rosenberg) los, danach kommt die Seriensiegerin Betsy Kievitshof (2. Rennen) mit Roland Hülskath im Sulky an die Reihe. Und auch im weiteren Verlauf geht es Schlag auf Schlag. Den absoluten Höhepunkt stellt der Auftritt von Baltimore As (6. Rennen) dar, der ebenfalls vom Goldhelm gefahren wird und auf Klassegegner wie Love Times (Thorsten Tietz), Legend Kronos (Maik Esper) und Parisienne Blue (Hannu Voutilainen) trifft. Ein weiterer Leckerbissen ist das 9. Rennen mit Identico Corner (Thorsten Tietz), Donna Key (Dennis Spangenberg), Lucky Moor (Michael Nimczyk), Hamiro Sebarg (Daniel Wagner), Eckstein (Heiner Christiansen) und Byron (Heinz Wewering).

 

Tipps:

1.  Like a Porsche – Michigan Venus – Mystical Columbus

2.  Betsy Kievitshof – Love Story HH – Annabel J

3.  Chatain – Anke Way – Pantelix

4.  Like me – Helena von Haithabu – Georgina Corner

5.  Hella Hanover – Hadol – Tibur – Odette Hill

6.  Baltimore As – Love Times – Legend Kronos

7.  Flammende Herzen – Lay on me Diamant – Peau a Peau

8.  Carlotta BE – Faustus – Chelsea Norton

9.  Identico Corner – Donna Key – Hamiro Sebarg

10. Comeonhill – Sir Michel – CC Rider

11. Not to Bi – Britany – Don Pedro

12. King of Moor – Cosi fan tutte – Rufus Simoni