Trabrennen in Berlin-Mariendorf am 25.01.2015: Team Tietz - Die Abräumer

 

Berlin-Mariendorf, Sonntag, 25. Januar 2015. Natürlich war es ein Wagnis, mit einem „körperlich dünnen“ Sieben-Rennen-Programm, das von der renntechnischen Abteilung nur mit erheblicher Mühe zusammengestellt worden war, gegen das trabrennsportliche Großereignis rund um den in Paris-Vincennes ausgetragenen Prix d’Amérique zu veranstalten. Das Risiko machte sich in finanzieller Hinsicht dank üppiger Zusatz-Gewinnmöglichkeiten auch an den Totokassen bestens bezahlt, denn sehen lassen konnte sich der Umsatz mit 94.355,30 Euro kurz vor Ultimo bei trübem, nasskaltem Wetter allemal.

Ein dickes Plus unter den Renntag setzen konnte desgleichen das Team um Thorsten Tietz, der bei der Aufsplitterung seiner Schützlinge teilweise hin zu Trainer Heinz Wilhalm nicht die Übersicht verlor und mit seiner Mannschaft fünf der sieben überhaupt möglichen Schleifen abräumte. Darunter war fast selbstverständlich auch das Hauptereignis, der im Untertitel an Amérique-Hero Ourasi erinnernde Winter-Pokal des VDT.

Rechtskursspezialist und Publikumsliebling Harry’s Bar zeigte sich allen möglichen Widrigkeiten wie enges Eindrehen im Band, 20 Meter Zulage, Zwischenspurt nach einer Runde locker gewachsen und machte über den 2500 Meter weiten Kanten mit den Mitspielern kurzen Prozess. In seinem Wohnzimmer ist der nunmehr 23fache Sieger weiterhin eine Macht und so leicht nicht zu ballern - das musste selbst Outsider Diamant mit Champion Michael Nimczyk neidlos anerkennen.

Auch den Schlusspunkt setzte Thorsten Tietz, wobei er mit der ebenfalls einhelligen Favoritin Florana G gegen Julius Southwind und Baraija BR in der Tagesbestzeit von 1:15,7 genauso sicher die Hosen anhatte und Trainerchampion Dirk Grusdas einen Zähler „verpasste“.

Für die restlichen Schleifen war Tietz’ Lebensgefährtin Sarah Kube zuständig, die sich drei der vier Amateurfahren holte und damit zu Beginn des Jahres sehr deutlich machte, dass der Mariendorfer Amateur-Titel nur als an Thomas Royer kurzfristig ausgeliehen zu betrachten sei. Zum Auftakt des Renntages war die gegenüber der Derbybahn groß gewordene 30jährige mit Avelon vorneweg genauso eine Macht wie anschließend mit Rosenstolz und füllte den Favoritenwettern die Taschen - oder eben nicht, denn die vom Finnen Hannu Voutilainen vorbereitete Stute siegte lediglich zum Geldwechsel-Kurs von 10:10. Ihre Triplette perfekt machte die „Lady in Red“ unmittelbar nach dem Prix d’Amérique dank eines Lantino, der auch beim dritten Berliner Start nicht zu boxen war und als „überlegene Ware“ sechs Längen vor Forrest Gump mit dem tags zuvor noch in Vincennes engagierten Christoph Pellander anschlug.

Selbst im verbleibenden Treffen der Hobbyfahrer hieß es „Ladies first“ und schlug endlich die Stunde von Sandro HS und Ronja Wohler. Das bestens zueinander passende Team setzte sich aus perfekter Rennlage für die finalen 350 Meter wuchtig in Szene und fand für 69:10 als „längster“ Sieger des Tages endlich den nach mehreren schneidigen Vorstellungen überfälligen Weg in den Winner Circle.

Nicht minder imponierend war, wie der bullige Indrois die Pechsträhne der letzten Prüfungen beendete. Unerbittlich drückte Roman Matzky mit dem vierjährigen Schwarzbraunen aufs Tempo, hatte Anführer Elvis Attack 500 Meter vorm Ziel endlich zermürbt und stiefelte überlegen davon zum dritten Sieg seiner kurzen Laufbahn, in der der Wallach schon reichlich Kostproben seiner enormen Kapazitäten verraten hat.

Umsatz bei 7 Rennen: 94.355,30 Euro (incl. 70.809,70 Euro Außenumsatz)

Nächster Renntag des BTV: Samstag (!), 7. Februar 2015 – Matinée (Beginn 11:00 Uhr) mit PMU-Rennen.

Foto von Marius Schwarz: Ronja Wohler mit dem Wallach Sandro HS auf dem Weg zum Sieg