Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Acht Rennen – acht verschiedene Siegfahrer

Tragedien bezwingt den „Porsche“. Für den Championstall Matzky punkten Dennis Spangenberg, Thorsten Tietz und Sarah Kube. Multi-Kulti in Berlin.

Mariendorf am Montag, dem 11. Februar 2013.

Es war schon von der Papierform her der Knüller des Abends: Das siebente Rennen mit den frischen Doppelsiegern Like a Porsche (Sarah Kube), May Girl (André Pögel) und dem Standardrennen-Triumphator ZZ Top (Jürgen C. Dieck). Auch die krankheitsbedingte Absage von O’simoni schmälerte die Qualität des Rennens nicht, mit Goetmals Best (Marlene Matzky) und Vic Timberlake (Bernd Nebel) standen weitere Siegertypen parat – und einen durfte man ebenfalls nicht übersehen: Tragedien, erstmals gesteuert von Werner Schnieder. Im Vorfeld wurde heiß diskutiert, mit welcher Taktik der „Porsche“ zu bezwingen sein könnte: Im Einlauf aus der Radlerlage zuschlagen? Im Verlauf des Rennens attackieren und damit vielleicht die eigenen Chancen zunichte machen? Auf einen langgezogenen Speed setzen? Aber man darf die Rechnung eben nicht ohne den Wirt machen. Und dieser Wirt hieß heute Werner Schnieder. Der eine Fuchs (zweibeinig) beorderte den anderen Fuchs (vierbeinig) trotz ungünstiger Startnummer gleich an die Spitze. May Girl eroberte die Wunschposition an zweiter Stelle innen und Like a Porsche konnte – zeitweilig im Windschatten des Stallgefährten Vic Timberlake – die Position in zweiter Spur kontinuierlich verbessern. Aber der Franzose lief vorne ein bärenstarkes Rennen, hielt das Tempo immer hoch und erstickte alle Angriffsversuche im Keim. Letztlich blieben die Uhren für Tragedien bei der Tagesbestzeit von 1:15,9 für den Kilometer stehen. Und Werner Schnieder schmunzelte im Winner-Circle genüsslich...

Nicht den Erwartungen gerecht wurde der quasi als „Tipp des Tages“ gehandelte Pretty Ripped (Daniel Wagner), der sich zwar an der Spitze das Rennen selbst einteilen, dem Speed von Ribery (Dennis Spangenberg) aber nichts mehr entgegen setzen konnte. Den momentan nahezu obligatorischen Siegpunkt gab es für den früheren Berliner Champion aber doch: Mit dem in den Niederlanden gezüchteten Ari Alki widerstand Daniel Wagner der vehementen Attacke des ebenfalls „orange“ geborenen Adraline (Thorsten Tietz) und sorgte damit für den ersten Siegpunkt des Aleo-Trabers in Deutschland.

Der aktuelle Berliner Champion Thorsten Tietz hatte sich bereits zuvor schadlos gehalten: Nach der frühen Roten Karte für den Toto-Favoriten Apollon (Daniel Wagner) hielt der deutsche Silberhelm den Schweden-Import Monster Face zuerst verdeckt im hinteren Teil des Feldes, verbesserte sich gegenüber bis auf Position drei, verschnaufte im Schlussbogen noch einmal und attackierte dann im Einlauf punktgenau. Die im Rücken des Siegers geschont vorgetragene Makes me wonder (Thomas Buley) wurde Zweite, dem gewiss nicht enttäuschenden Bruno (Andreas Gläser) blieb nach aufwändigem Rennverlauf nur Platz drei.

Für den dritten Matzky’schen Trainerpunkt sorgte Sarah Kube, die mit Not to Bi keine Mühe hatte, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Den imaginären „Zuchtpunkt“ darf sich Italien gut schreiben. Und auch „Danish Dynamite“ war erfolgreich: Rufus Simoni (Manfred Zwiener) siegte Start-Ziel sicher gegen die nachsetzende Lay on me Diamant (Kay Werner).

Die deutschen (Züchter-)Farben hielten neben Ribery auch Peanut Bes (Bernd Schrödl) und Lady Maren (Benjamin Hagen) hoch. Während der Schrödl-Traber kämpfen musste, um die mit ihrem neuen Besitzer stark gegangene Ridgehead Enya (Franz Schmidts) und Indigo Guardian (Uwe Stamer) hinter sich zu lassen, konnte Lady Maren den Spieß gegen ihren kürzlichen Bezwinger Mister Rene (Andreas Gläser) locker umdrehen. Die Dianium-Stute trieb den Favoriten Vital (Heinz Wewering) im Einlauf zwar zu einem Fehler, hätte aber wohl auch ohne dessen Patzer gewonnen.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 66.499 Euro,

Bahnumsatz: 15.176 Euro, Außenumsatz: 51.323 Euro.

Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, dem 17. Februar statt.

Beginn ist um 13:30 Uhr!