Trabrennen in Berlin - Mariendorf: 3. Tag der Derbywoche – Die Amateure haben das Wort!

 

(Text: Dr. Manfred Wegener). Gemäß dem Credo des Berliner Trabrennvereins, ein Derby-Meeting, ein Derby-Fest für alle zelebrieren zu wollen, haben am Donnerstagabend die Amateure das Wort. Jene Männer und Frauen, die mit ihrem Engagement eine der wesentlichen Stützen des Rennsports darstellen.

Ihren großen Auftritt haben sie, wenn alles im Zeitrahmen bleibt, um 20.32 Uhr (10. Rennen). Dann ruft der Hauptstarter seine zwölf Schäfchen, die in diesem Fall Gespanne aus Zwei- und Vierbeinern sind, zum Bänderstart auf der Gegenseite.

Bis es soweit ist, hat der Veranstalter drei Vorläufe ausgeschrieben, die nach Gewinnklassen gestaffelt sind und von denen sich das jeweils beste Quartett fürs Finale dieser Internationalen Derby-Meisterschaft der Amateure qualifiziert.

Die „Großen“, die mit dem dicksten Bankkonto, die im Finale bis zu 40 Meter mehr zu traben haben, machen im 2. Rennen den Anfang, und hier sollte kaum etwas über RC Gallent Image gehen. Der US-Amerikaner aus Bayern bildet mit seinem Besitzer Peter Platzer ein prächtig harmonierendes Team, dessen Bilanz vor Siegen nur so strotzt. Einziges Manko: In Berlin geht der Dunkelbraune meist nicht ganz so stark wie in seiner bayerischen Heimat, so dass New Generation, auch er mit seinem Besitzer ein brillant eingespieltes Gespann, durchaus Morgenluft für einen Favoritensturz wittern darf. Der Hengst ist nach seinem Abstecher südlich des Main-Äquators, bei dem es gar nicht lief, zurückgekehrt zu Heinz Wewering ins Brandenburger Land und kommt seither von altem Schrot und Korn daher.

Zahlenmäßig am stärksten besetzt ist Vorlauf 2 (3. Rennen), in dem ein Pferd besonders ins Auge sticht: Faust Hanover. Der ebenfalls in den USA zur Welt gekommene, für russische Interessen an den Start gehende Fünfjährige ist ein Siegertyp ohnegleichen. Sieben von neun Starts gewann er, zweimal belegte er den Ehrenplatz, bevor ihm jüngst eine Galoppade die rote Karte, sprich Disqualifikation bescherte. Damals musste er aus der zweiten Startreihe loslegen - ein Nachteil, der ihm auch heute widerfährt. Ein böses Omen? Der erstmals im Amateurfahren eingesetzte Hengst hat mit Thomas Royer einen überaus erfahrenen Mann im Sulky. Der Hotelbesitzer aus Österreich genießt dank übersichtlicher und glanzvoller Fahrten auch hierzulande einen erstklassigen Ruf. Mit Abano H, Man in Black, Alaska Joe, Damalia sind die Gegner allerdings nicht von Pappe - schwer genug wird’s allemal für die „Faust Russlands“.

Die „Kleinen“, sprich jene, die in ihrer Karriere die wenigsten Geldpreise eingetrabt haben, werden im 4. Rennen in die Pflicht genommen. Poison Spin, Rio Chico, Barnaby und Dinos Flevo sind die heißesten Final-Anwärter - wie weit sie dann dort kommen gegen die „Bomber“, wird man abwarten müssen. Schließlich nehmen sie 20 bzw. 40 Meter Vorgabe auf die zwei Kilometer weite Reise.

Der Knüller für die Profis ist zweifellos die Gold-Trophy um 10.000 Euro, bei der die Sprinter gefragt sind. Lediglich über 1609 Meter, die klassische englische Meile, haben sie im 8. Rennen zu arbeiten. Bei der Klasse der Teilnehmer könnte gar der Mariendorfer Bahnrekord ins Wackeln geraten - entsprechend günstiges Wetter vorausgesetzt. Den hält seit dem 5. August 2007 Gustav Diamant, der seinerzeit mit Gerhard Biendl in 1:11,9 um die Piste gefegt ist. Der „eiserne Gustav“ genießt zwar längst schon das Rentnerdasein, sein Chauffeur macht aber weiterhin Betrieb - und fährt Dschingis Khan, der in toller Form ist. Geradezu berufen für die Meile sind jedoch zwei andere, die in Österreich zwei Bahnrekorde halten und sich gerade erst auf dieser Distanz ein tolles Duell geliefert haben. In Baden bei Wien gab am 13. Juli Sahir mit Österreichs Champion Gerhard Mayr auf der zweiten Hälfte das rasende Tempo vor - und wurde von Parkin in neuer Bestzeit für Wiens Sommerbahn locker abgefertigt. Damals wie heute ging’s für den Schweden aus Startreihe zwei los, der mit solch einem Handicap folglich sehr gut leben kann. Zu sicher sollte sich dieses Duo aber nicht sein, das Match unter sich auszufahren, denn neben Dschingis Khan werden auch Indra Comtesse, Lincolns Crown, Odessa Santana ein Wörtchen mitreden wollen. Und wenn alle Stricke reißen, ist da ja noch What a Feeling. Die Siegerin des Stuten-Derbys 2011 läuft in Mariendorf ihre besten Rennen, fand jedoch an der Sprintstrecke bislang eher weniger Gefallen.

Das 1. Rennen wird am Donnerstag um 17.20 Uhr gestartet.

Unsere Tipps:

  1. Julius Southwind – Silver Surfer – Wolvega Mo

  2. RC Gallent Image – New Generation – Shali’s Alesi

  3. Faust Hanover – Abano H – Damalia – Iron Steel

  4. Poison Spin – Rio Chico – Dinos Flevo

  5. Oh Happy Day – Alicante – Born to win

  6. Pascal SAS – Pipilo Jet – Lord of Magic

  7. Speedy Rapide – Inari – Honoree

  8. Parkin – Dschingis Khan – Sahir

  9. Erol Bo – Boy Jaden H – Andersson Mo

10. Internationale Derbymeisterschaft der Amateure; Finale A

11. Lady Maren – Bonaparte Venus – Copacabana

12. Anabaa Blue – Pretty Lover – Rock of Gibraltar

13. Internationale Derbymeisterschaft der Amateure; Finale B