Trabrennen in Berlin-Mariendorf 203: Die Ergebnisse vom Renntag am 08. März 2013

 

Michael Schmid mit einem Doppelsieg - Der Topfahrer gewinnt mit Carola van Unia und Zidane Boshoeve

Mariendorf, 8. März 2013. Obwohl nur sieben Rennen ausgetragen wurden, bot die Mariendorfer PMU-Veranstaltung die gesamte Bandbreite von Siegen heißer Favoriten bis hin zu überraschenden Außenseitererfolgen. Michael Schmid gelang als einzigem Fahrer ein Doppeltreffer.

„Ihr Trainer Marcel Hauber hatte mir schon vor dem Start gesagt: Unterschätze dieses Pferd nicht – die Stute kann eine ganze Menge!“, schilderte Michael Schmid die Ausgangslage vor seinem ersten Tagessieg, der ihm mit der bei 50:10 notierten Carola van Unia gelang. Eine zutreffende Einschätzung, die der Spitzenprofi dann im Rennen vollauf bestätigt sah. Schmid setzte viel Vertrauen in sein Pferd und überraschte die Gegner auf der Tribünengeraden mit einer Blitzattacke in dritter Spur. Nach der Eroberung der Führung konnte das Gespann das Tempo ruhig halten – erst ausgangs des Schlussbogens setzte sich Carola van Unia mit einem Ruck ab und gewann sehr leicht mit anderthalb Längen Vorsprung.

Der zweite Treffer gelang Michael Schmid wenig später mit Zidane Boshoeve (16:10) und fast identischer Taktik, denn auch bei diesem Erfolg leitete der Profi den Vorstoß seines Pferdes Mitte der Tribünengeraden ein. Zidane Boshoeve stürmte an dem Mitfavoriten Gaius R.A. vorbei mit Macht nach vorne und hielt den Gegner fortan in seinem Rücken. Als Gaius R.A. auf der Zielgeraden freikam und umgehend einen Speedwirbel entfachte, legte auch Zidane Boshoeve mühelos zu. Ohne großartig gefordert zu sein, machte sich der Hengst in der Tagesbestzeit von 15,9/1.900m mit zwei Längen Vorsprung frei. Hinter dem tapferen Gaius R.A. erkämpfte sich Lotis Photo (Heinz Wewering) Rang drei.

Der heißeste Favorit der Mariendorfer Veranstaltung war My Winner, der zur Quote von 14:10 angetreten war. Der bei 594.620 Euro Gewinnsumme stehende Wallach löste die Versprechung ein. Beim 28. Sieg seiner Rennkarriere saß zum zweiten Mal Daniel Wagner in seinem Sulky, der zuvor im Oktober 2011 den VDT-Pokal mit dem Dunkelbraunen gewonnen hatte. Eine Glanzvorstellung war der Erfolg von My Winner aber nicht. Denn obwohl der Traber in dem durch Galoppaden dezimierten Feld trotz 40-Meter-Zulage rasch an die dritte Position fand und einen idealen Rennverlauf antraf, wirkte er unterwegs kaum zwingend und erst im Einlauf setzte sich dann doch sein Rennkopf durch. „Ich hatte sogar lange das Gefühl, dass wir verlieren“, räumte Daniel Wagner bei der anschließenden Ehrung ein.  

„Ich habe ein schlechtes Rennen gefahren und dennoch gewonnen“, gab sich der 21-malige österreichische Champion Gerhard Mayr nach seinem Sieg mit Paramount (56:10) selbstkritisch. „Eigentlich wollte ich den Hengst aus dem Feld heraus angreifen lassen, stattdessen musste er den gesamten Weg in zweiter Spur ohne Führpferd bestreiten.“ Aber obwohl die ursprüngliche Taktik nicht aufging – die Art, wie Gerhard Mayr das Beste aus der schwierigen Situation machte, war eines Meisters würdig. Denn der Österreicher wusste schon zu Beginn der Zielgeraden, was die Stunde geschlagen hat, und rührte sich mächtig im Sulky, um Paramount vor dem in der Endphase höllisch schnellen Really (Manfred Zwiener) als Sieger nachhause zu bringen. Überraschenderweise wurde die Viererwette mit Veneziano (Gerd Biendl) und Like a Porsche (Dennis Spangenberg) auf den weiteren Rängen nicht getroffen und es ergab sich ein Jackpot in Höhe von 10.235 Euro!

Henneburry und Gerd Biendl gingen noch auf der Startgeraden nach vorne. Vor den Tribünen bekam das Gespann Druck durch den außen aufmarschierten Syrus Du Poncelet (Edelbert Ohmer), der sich eine Runde vor dem Ziel aber an die Innenkante einordnete und am Ende nur Fünfter wurde. Ganz anders Henneburry, die mit jedem Schritt souveräner wurde und bereits vor dem Einbiegen auf die Zielgerade wie die klare Siegerin aussah. Erstaunlich war die Quote der sieben Jahre alten Stute: Trotz ihrer großen Zuverlässigkeit wurde Henneburry bei 94:10 gehandelt.

„Ich habe eine ruhige Phase des Rennens ausgenutzt um loszufahren – und die Rechnung ging auf“, strahlte Thorsten Tietz nach seinem überlegenen Sieg mit Faveau (166:10), zu dem ihm der RBB-Sportreporter Jörg Klawitter herzlich im Winnercircle gratulierte. In der Tat: Der Vorstoß in dritter Spur, den das Gespann Mitte der Gegenseite eingeläutet hatte, war so gewaltig, dass nicht ein einziger der Konkurrenten auch nur annähernd folgen konnte. Faveau stiefelte auf und davon und gewann mit vier Längen Vorsprung vor der 623:10-Außenseiterin Florissa (Guido Bonatz), die erneut ihre gute Form bewies.

Heinz Wewering und Grand Ass setzten den Schlusspunkt unter die Veranstaltung. Der Wallach arbeitete sich unterwegs kontinuierlich an die Spitze heran. Wewering wartete mit der Schlussoffensive aber bis zum Einlauf. Grand Ass ging noch sehr sicher an Vivo per Lei (Christian Zimmermann) vorbei und bereitete seinem Besitzer Fritz Pögel und dessen Sohn André, der an diesem Tag vierzig Jahre alt wurde, viel Freude. Dass der bildhübsche Fuchs nicht nur das Aussehen, sondern auch das ungestüme Temperament seines Vaters Dyanero geerbt hat, bewies Grand Ass unmittelbar nach dem Rennen, als er kaum zu regulieren war und Heinz Wewering die direkte Rückfahrt in den Stall der Siegerehrung vorzog.            

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 86.827,82 Euro – Bahnumsatz: 25.882,00 Euro – Außenumsatz: 60.945,82 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, dem 17. März statt. Beginn ist um 13.30 Uhr!