Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2015: Mommert lässt das Raubtier aus dem Käfig

Der „Tiger“ Montecore Mo macht Jagd auf den alles überragenden Publikumsliebling Harry‘s Bar: Mariendorf freut sich auf ein Duell der Superlative!   

Berlin-Mariendorf, 28. Juni 2015 (Start des 1. Rennens um 14.00 Uhr).

Sein Namensgeber war ein wildes Raubtier: Der Seriensieger Montecore Mo (Foto) – einer der absoluten Cracks im Rennstall von Ulrich Mommert und seiner Gattin Karin – wurde nach dem weißen Tiger Montecore benannt. Eine Wildkatze, die aus einem eher traurigen Anlass weltbekannt wurde: Im Jahr 2003 verletzte der Tiger seinen berühmten Dompteur Roy Horn lebensgefährlich. Und zwar ausgerechnet während einer Showvorstellung anlässlich des 59. Geburtstages des legendären Magiers. Das Tier war damals auf den Dompteur zugestürzt und hatte ihn am Hals gepackt. Doch obwohl Roy Horn fast verblutet wäre und in Folge lange Zeit halbseitig gelähmt blieb, nahm der Künstler die Raubkatze in der Öffentlichkeit später stets in Schutz. Seine Begründung: Der Tiger hätte ihn, als er während der Show urplötzlich einen Schwächeanfall erlitten hatte, eigentlich nur instinktiv in Sicherheit bringen wollen. Als Montecore im März 2014 in die ewigen Jagdgründe verschwand, bezeichnete ihn Roy Horn in einem Nachruf sogar liebevoll als seinen „Lebensretter“.

Nun gut – auf den ersten Blick hat der vom Ehepaar Mommert selber gezüchtete Wallach Montecore Mo zwar nichts mit einem weißen Tiger gemeinsam, denn sein Fell ist dunkelbraun. Sein Zuhause ist außerdem kein Käfig, sondern ein tierfreundliches und artgerechtes Pferdegestüt. Aber in Bezug auf seine athletische Kraft und seine wundervolle ästhetische Eleganz gleicht Montecore Mo doch seinem Namensgeber. Und wenn der sechsjährige Traber seine Hufe auf eine Rennpiste setzt, dann wird er tatsächlich zu einem wilden Raubtier – zumindest aus Sicht der Gegner. Denn denen ließ Montecore Mo bisher kaum einmal etwas von der Beute übrig: 16 Siege bei 22 Lebensstarts, so lautet seine Bilanz. Seine wenigen Niederlagen beruhten auf Galoppaden. Glattgehend hat der Sohn des 65-fachen Siegers Joker Mauritz (229.525 Euro Gewinnsumme) kaum ein Rennen verloren. In der vergangenen Saison gewann Christoph Pellander mit ihm die Deutsche Amateur-Meisterschaft.

Doch diesmal trifft der von Michael Nimczyk präsentierte Montecore Mo auf einen Gegner, der genau die gleiche wilde Jagd-Gier in sich trägt: auf den herausragenden Harry’s Bar. Ein Pferd, von dem dessen ständiger Wegbegleiter Thorsten Tietz vor kurzem in einer ARD-Reportage bewundernd schwärmte: „Selbst wenn mir im Rennen ein taktischer Fehler unterläuft, dann reißt Harry mit seinem phantastischen Leistungswillen das Eisen noch aus dem Feuer. Er ist einfach unglaublich gut und einer, zu dem man aufschaut – eine richtige Persönlichkeit!“ Man kann dem Berliner Champion nur zustimmen. Der auf einem Augen blinde Wallach, der bei jedem seiner Siege über sich hinauswächst und das Mariendorfer Publikum fasziniert wie kaum ein anderer, gehört zu jenen Wesen, die Emotionen wecken. Die jedes Mal aufs Neue beweisen, welche großartige Ausstrahlungskraft der Trabrennsport besitzt.

Wenn beide Pferde am Sonntag kurz nach 16 Uhr im 6. Rennen gegeneinander antreten, dann ist alleine dieses Duell schon das Eintrittsgeld wert. Obwohl sich die weiteren Teilnehmer wie der gemeinsam mit Montecore Mo und Harry’s Bar aus dem zweiten Band startende Andrew Dragon (Maik Esper) sowie die an der 2.500-Meter-Grundmarke aufgestellten Salut (Heinz Wewering), Like that Diamant (Benjamin Hagen), Pelicano Quick (Peter Heitmann), Pikus G (Dennis Spangenberg) und VanHalen (Thomas Heinzig) natürlich alles geben werden, damit sich das Rennen nicht zu einem reinem Showdown zweier herausragender Traber entwickelt. Doch auch wenn der Wille da ist – Montecore Mo und und Harry’s Bar werden mit ihrem angeborenen Killerinstinkt keinen der Genannten in ihr Revier lassen.

Das Aufeinandertreffen dieser beiden vierbeinigen Spitzenathleten krönt eine Veranstaltung, die etliche erstklassige Pferde am Ablauf sieht. Insbesondere die im 3. Rennen antretenden Donna Kievitshof (Werner Schnieder) und Star Potential (Sarah Kube), die im 4. Rennen startenden Ginger Heldia (Michael Nimczyk) und Dukenightstar VS (Dennis Spangenberg) sowie die Dreijährigen-Hoffnungen Cachamour (Josef Franzl), Rainbow Diamant (Heinz Wewering), Little Big Man (Maik Esper), Molto Bene H (Heiner Christiansen) und Flash of Genius (Manfred Zwiener), die im 5. Rennen ihre Visitenkarte abgeben, seien hier genannt.

Die Liste ist aber noch viel länger, denn das 7. Rennen ist mit Teilnehmern wie Nileo (Josef Franzl), Wee Can As (Thorsten Tietz), Love You Corner (Michael Nimczyk) und Oh Happy Day (Daniel Wagner) sogar ein absoluter Oberkracher Im letzten Veranstaltungsdrittel sind der von Michael Nimczyk gelenkte Robin Hood Diamant (8. Rennen.) und der in Karlshorst als Sieger wegen einer Behinderung nachträglich  disqualifizierte Mighty Hanover hervorzuheben, der mit Sarah Kube als Topfavorit der neunten Tagesprüfung gilt. Die Zuschauer können für ihre Tipps also aus einem dem Vollen schöpfen. Garniert wird das Ganze mit Jackpots, Garantieauszahlungen und Gewinnspielen in Höhe von 27.500 Euro.                       

Unsere Tipps:

1. Velten New York – Pandora Diamant – Princess MaJa

2. Vargas F – Agostini – Danimarca Hornline

3. Donna Kievitshof – Star Potential – Imi Para Mi

4. Ginger Heldia – Dukenightsstar VS – Regale by Pass

5. Cachamour – Rainbow Diamant – Little Big Man – Molto Bene H   

6. Harry’s Bar – Montecore Mo – Andrew Dragon

7. Nileo – Wee Can As – Love You Corner

8. Robin Hood Diamant – Lulu’s Girl – I am Perfect

9. Mighty Hanover – Phantom Eck – I Walk The Line

10. Cardea – Sivori Effe – Cees Butcher

Foto von Marius Schwarz