Trabrennen in Berlin - Mariendorf 2015: Ein absoluter Leckerbissen

Die mit 30.000 Euro Preisgeld dotierte Serie 1 des NRZ-Pokals ist hochkarätig besetzt. Das gesamte Rahmenprogramm der Mariendorfer Veranstaltung ist ebenfalls erstklassig: Insgesamt treten nicht weniger 21 frische Sieger an! Garniert wird das Ganze mit Jackpots und Garantien in Höhe von 26.000 Euro.       

Berlin-Mariendorf, 3. Mai 2015 (Start des 1. Rennens um 14.00 Uhr).

Ein Starter-Aufgebot zum Zunge schnalzen: Der Mariendorfer Mai-Auftakt, dessen sportlicher Mittelpunkt von der Serie 1 des NRZ-Pokals gebildet wird, ist weit mehr als nur ein Vorgeschmack auf die beginnende Hochsaison. Er besitzt bereits das Flair eines großen Zuchtrenntages. Alle zwölf Prüfungen sind mit prominenten Teilnehmern bestückt – auf der Derby-Bahn treten am Sonntagnachmittag nicht weniger als 21 frische Sieger an! Angesichts der vielen Jackpots und Garantieauszahlungen sollten die Zuschauer vom Fleck weg keinesfalls etwas vom Geschehen verpassen. Denn bereits unmittelbar nach dem 1. Rennen, in dem das Hauptaugenmerk vor allem auf den dreijährigen Debütanten Big Thunder (Thorsten Tietz), Chopin (Maik Esper) und Kokette (Kornelius Kluth) ruht, findet das erste Highlight statt: der mit 7.500 Euro Preisgeld dotierte Stutenlauf der NRZ-Serie. Dass dort ein Pferd wie die von Michael Nimczyk vorgestellte Wariana – ihres Zeichens keine Geringere als die Siegerin im B-Finale des Deutschen Stuten-Derbys 2014 – als größte Außenseiterin im siebenköpfigen Feld gilt, sagt eigentlich alles. Die Qualität des Stutenlaufs ist herausragend!   

Das wettende Publikum steht gleichwohl vor der Qual der Wahl – denn auf eine glasklare Favoritin wird man sich kaum einigen können. Selbst die erstmalig von Heinz Wewering gesteuerte Imi Para Mi kann diese Rolle nicht vollends übernehmen, denn die Tochter bzw. Schwester der Stutenderby-Siegerinnen INXS of Fire und Ini Lou kommt genauso wie Alicante (Maik Esper) aus der Winterruhe und wird konditionell sicherlich noch nicht bei Hundert sein. Die meisten der Gegnerinnen stehen dagegen bereits voll im Saft. Höwings Shiva Z (Constantin Vergos) gewann in Karlshorst vier Rennen hintereinander – zumeist in drückend überlegener Manier. Florana G (Thorsten Tietz) und Honeybee (Victor Gentz) besitzen eine ungeheure Grundschnelligkeit und sind vom Können her noch nicht erfasst. Und Star Potential (Dennis Spangenberg), die ihren Besitzer Frank Zickmantel mehrfach in ein Wechselbad der Gefühle stürzte und zunächst großartigen Leistungen im Anschluss Mittelmäßiges folgen ließ, scheint sich für die kommenden Monate ebenfalls einiges vorgenommen zu haben. Der Schlussakkord, den die Mustang’s-Sally-Schwester bei ihrem Saisondebüt in 13,7/1.900m auf die Piste trommelte, war sensationell. Sie stürmte im Einlauf von ganz hinten auf den Ehrenplatz und ist im Speed gebracht offenbar viel stärker als von der Spitze aus.

In der dritten Tagesprüfung treffen die frischen Siegerinnen Flower Dragon (Maik Esper) und Julietta (Kornelius Kluth) auf Boss Hoss (Heinz Wewering) und Jilliane (Daniel Wagner). Das 4. Rennen – zugleich Auftakt der V5-Wette – ist ebenfalls gespickt mit aktuellen Erfolgspferden. Es wird aber nicht reichen, die zuletzt siegreichen Ontheway Diamant (Michael Nimczyk) und Latino Glass (Maik Esper) in der obersten Zeile anzukreuzen, denn Oh Happy Day (Daniel Wagner), Merana (Josef Franzl) und Julius Southwind (Jorma Oikarinen) gehören ebenso auf den Schein. Im darauf folgenden 5. Rennen sollte man sich ähnlich breit aufstellen, denn neben Sex and the City (Maik Esper), Ronas Liguori (Daniel Wagner) und Justus Southwind (Jorma Oikarinen), die alle drei ihren letzten Start gewannen, sollte man auch Ibiri (Kornelius Kluth), den Sohn der sechzehnmaligen Siegerin Sabaki, sowie den glattgehend brandgefährlichen Dream Boy As (Michael Nimczyk) in alle Überlegungen einbeziehen. Der Letztgenannte ist der einzige Nachkomme der leider viel zu früh eingegangenen Doreen As, die bei nur 17 Starts fast 72.000 Euro Preisgeld verdiente.

Gleich danach heißt es: Und jetzt Anschnallen für das 6. Rennen, den Hauptlauf der NRZ-Serie 1! Das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro hat zwar nur ein siebenköpfiges, dafür aber absolut erlesenes Teilnehmerfeld akquiriert. Keine Frage: Diese Prüfung ist ein absoluter sportlicher Knaller! Vier Gespanne, nämlich SJs Junior (Stefan Schoonhoven), Barnaby (Victor Gentz), Let’s Win (Michael Schmid) und Louisdor (Thorsten Tietz) treten von der 2.000-Meter-Gundmarke aus an. Im zweiten Band folgen drei „Vollbomber“: Ganystar (Maik Esper), Faust Hanover (Josef Franzl) und Fridericus (Michael Nimczyk) haben im letzten Jahr zusammengerechnet mehr als 150.000 Euro Prämie für ihre Besitzer verdient. Während Fridericus und Faust Hanover in dieser Saison bisher nur Probeläufe absolvierten, hat Ganystar bereits ein Rennen im Bauch, das nach einem verhaltenen Start und weiten Wegen im letzten Bogen allerdings wenig zufriedenstellend verlief. Louisdor drang bei seinem letzten Auftritt ebenfalls nicht durch und blieb erstaunlich blass – der Vierjährige wirkte allerdings bereits beim Aufwärmen recht unkonzentriert und hatte offenbar einen schlechten Tag erwischt. Man sollte diesen Ausrutscher nicht überbewerten. Wer gehört auf dem Tippschein also nach vorne? Keine einfache Frage, wobei von seinem 11,1-Rekord her vieles für Fridericus spricht. Aber nicht nur die kühlen Überlegungen der Traber-Fans, sondern vor allem ihre Sympathien werden die Quotenentwicklung bestimmen. Denn hier treten wirkliche Vierbeinerhelden an und das Zuschauen wird zum Erlebnis.

Easy Lover (Michael Nimczyk) gegen Cotton Rich (Thorsten Tietz) – so lautet das Duell zweier Siegertypen im 7. Rennen. Gute zwanzig Minuten später wird sich die Aufmerksamkeit ebenfalls ganz auf zwei Protagonisten konzentrieren, denn an Enrico di Quattro (Manfred Zwiener) und Love You Corner (Michael Nimczyk) führt kein Weg vorbei. Als  9. Rennen folgt dann der dritte Lauf der NRZ-Serie, diesmal den „Beginners“ mit einer Gewinnsumme bis 7.500 Euro vorbehalten. Auf den Cent genau die gleiche Summe steht über diesem Vergleich – die acht Starter haben also die Möglichkeit, einen gewaltigen Sprung nach vorne zu machen. Drei Pferde stechen deutlich heraus: N Cor Star (Josef Franzl) gewann eine Breeders-Crown-Entlastung, hat aber die ungünstige Position acht erwischt. Mighty Hanover (Thorsten Tietz) ist noch ungeschlagen und deutete zuletzt an, dass er offenbar an seinen Beginnerqualitäten arbeitet und demnächst schneller ins Geschehen eingreifen könnte. Sein Potential ist noch gar nicht einschätzbar – die erzielten 15-er Zeiten waren für den Braunen lediglich eine Spielerei. Für Vincent Mo gilt Ähnliches – sein Speedvermögen ist fantastisch. Allzu lässig darf es sein Fahrer Michael Nimczyk diesmal allerdings nicht angehen lassen – denn falls der Mommert-Traber auf der ersten Halben zu weit aus dem Rennen liegt, wird er den Spieß gegen solch phänomenale Gegner nicht umbiegen können. Dass einer der fünf weiteren Teilnehmer dem genannten Trio den Sieg wegschnappen könnte, ist unvorstellbar. Im Gegensatz zu den weitaus offeneren verbleibenden drei Rennen, in denen u. a. frische Sieger wie Uldimeo (Michael Hamann), Avelon (Sarah Kube) und Fox Dragon (Maik Esper) antreten, sind die Machtverhältnisse hier also klar umrissen.  

Unsere Tipps:

  1. Big Thunder – Chopin – Kokette

  2. Imi Para Mi – Höwings Shiva Z – Star Potential

  3. Boss Hoss – Julietta – Flower Dragon

   4. Merana – Oh Happy Day – Ontheway Diamant

  5. Sex and the City – Ibiri – Ronas Liguori

  6. Faust Hanover (Foto) – Fridericus – Louisdor

  7. Easy Lover – Cotton Rich – Donna Kievitshof – Vulkan

  8. Enrico di Quattro – Love You Corner – Theodor Fontane

  9. Vincent Mo  –  N Cor Star – Mighty Hanover

10. Lord Timber – Sarently As – Vengeur de Max

11. Uldimeo – Avelon – Regale by Pass

12. Fox Dragon – Jeff – Peaches Diamant

Foto von Marius Schwarz