Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2015: Buddenbrock-Festival mit Jackpot-Feuerwerk

Berlins große Derby-Generalprobe wird von Auszahlungsgarantien und Gewinnspielen in Höhe von über 44.000 Euro begleitet. 

Mariendorf, 5. Juli 2015

Traber-Deutschland freut sich auf ein absolutes sportliches Highlight: das Buddenbrock-Rennen 2015! Im Hauptlauf, dem Stutenlauf und der Entlastung geht es für die 32 Teilnehmer um insgesamt 44.500 Euro Preisgeld. Fast auf den Cent genau die identische Summe lobt der Mariendorfer Rennverein an Auszahlungsgarantien, Prämien und Gewinnspielen aus, wobei alleine der Anteil der darin enthaltenen Jackpots über 13.000 Euro ausmacht. Es ist also gar keine Frage: Der erstmalig 1901 ausgetragene Klassiker findet in einem überaus würdigen Rahmen statt. Der Stellenwert des Ereignisses wird zudem durch die vielen prominenten Fahrer unterstrichen, die mit ihren Pferden auf der Derby-Bahn an den Start gehen. Die komplette Top-Seven der aktuellen bundesdeutschen Rangliste trifft auf Spitzenprofis wie die in Schweden beheimateten Conrad Lugauer und Jörgen Sjunnesson sowie die aus André Bakker, Rob de Vlieger, Robbin Bot, Reinier Feelders und Dion Tesselaar bestehende Oranje-Streitmacht – wobei einige der genannten ausländischen Sportler und der in Regensburg geborene und dann nach Skandinavien ausgewanderte Lugauer für deutsche Besitzerinteressen antreten.

Ein Amateurfahren, bei dem aufgrund der zuletzt gezeigten Leistungen kaum ein Weg an Sarently As (Werner Schnieder) vorbeiführt, bildet den Auftakt der Veranstaltung. Danach geht es Schlag auf Schlag weiter, denn die mit 7.000 Euro dotierte Buddenbrock-Entlastung wird bereits als 2. Rennen ausgetragen. Sie ist exquisit besetzt – die meisten der acht Teilnehmer hätten sicherlich auch im Hauptlauf eine reelle Chance gehabt. Ulrich Mommerts Crack Raffelo Diamant wird von seiner Grundschnelligkeit her sogar zum erweiterten Derby-Favoritenkreis gezählt. Der wie stets von Michael Nimczyk präsentierte Hengst kann einen gehörigen Strich gehen und wirkte vor allem bei seinem letzten Erfolg in Gelsenkirchen enorm gefestigt. Der Dreijährige lag nach einem blendenden Start sofort an dritter Stelle und verabschiedete sich auf der Schlusshalben mit acht Längen Vorsprung von der Konkurrenz. Nicht minder beeindruckend verkaufte sich allerdings auch Colbert (Maik Esper), der im Gegensatz zu seinem Widersacher leider über keine Derby-Nennung verfügt. Der erstmalig Roland Hülskath anvertraute Rebound ist ein Bruder des bestens bekannten Jag Junior (236.721 Euro Gewinnsumme). Forrest Beemd (Dion Tesselaar) kann mit dem im Derby 2012 zweitplatzierten Casanova ebenfalls auf einen prominenten Verwandten verweisen und ist daher genauso wie Boss Hoss (Heinz Wewering) zu beachten.

Das 3. Rennen ist der Startschuss für die mit 12.500 Euro (inklusive 6.133 Euro Jackpot) ausgestattete V5-Wette. Also lautet das Motto hier eindeutig: Ran an die Buletten! Hauptfavorit ist erneut ein von Michael Nimczyk gesteuerter Mommert-Traber, nämlich Dream Boy As, der Anfang Juni den mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten Beginner-Lauf des NRZ-Pokals gewann. Falls er glatt über den Kurs kommt, werden die frischen Sieger Adrian Cliv BR (Heinz Wewering) und Sarina (Jörgen Sjunnesson) sowie die zuverlässige Merana (Josef Franzl) wohl kaum eine Chance haben – zumal Dream Boy As die lange 2.500-Meter-Strecke besonders liegen wird. Eigentlich kann ihn nur ein Fehler vom Erfolgskurs abbringen. Diese Konstellation ist im 4. Rennen ähnlich, wobei es allerdings nicht einen, sondern zwei Topfavoriten gibt. Say Goodbye (Josef Franzl), dessen Mutter Indira Comtesse (68.496 Euro Gewinnsumme) ebenfalls schon für die Farben des bayerischen Unternehmers Rolf Dürr lief,  und Neuland (Maik Esper) genießen in ihrem Umfeld höchste Wertschätzung. Beide Pferde sind zwar noch nicht ausgereift, daher können ihnen Fehler unterlaufen. Aber einer von beiden wird es wohl machen.

Das 5. Rennen – der mit 12.500 Euro Preisgeld dotierte Buddenbrock-Stutenlauf – ist in Hinblick auf die richtige V5-Strategie und die in dieser Prüfung parallel offerierte 5.000-Euro-Viererwettengarantie etwas für ganz Mutige. Denn wer richtig Mumm in den Knochen hat, verpasst Global Fun und Heinz Wewering eine feste Eins. Bei ihrem jüngsten Start-Ziel-Volltreffer glänzte die Tochter der 24-maligen Siegerin Global Winner hell wie ein Stern – viele Experten würden ihrer Besitzerin Marion Jauß daher sogar den Weg ins Hauptderby als Zielsetzung empfehlen. Warum muss man also besonders risikofreudig sein, um dieses tolle Pferd als feste Bank auf dem Tippschein zu notieren? Das ist schnell erklärt: Die Ausgangslage für Global Fun und Wewering ist diesmal alles andere als optimal – sie haben die Startnummer elf erwischt. Thorsten Tietz und Ivy Corner sind mit der Nummer zwölf in dem ein Dutzend Teilnehmer umfassenden Feld nicht besser dran, während Georgeous Love (Rob de Vlieger), Flirty or Dirty (André Bakker), April Love (Jorma Oikarinen) und Indira Bo (Roland Hülskath) in der ersten Startreihe allesamt über gute Ausgangspositionen verfügen. Das „dunkle Pferd“ im Buddenbrock-Stutenlauf ist Femke F Boko. Bei ihren beiden Siegen verriet die von Josef Franzl trainierte und gefahrene Vierbeiner-Lady in mäßigen Kilometerzeiten noch nicht viel – doch dass sich die Gebote für die vergangene Woche bei der Catch-Glory-Auktion in den Ring geführte Stute in schwindelerregende Höhen steigerten, ist ein deutlicher Hinweis. Josef Franzl: „Femke F Boko ist ein vorzügliches Pferd. Sie muss aber nun das erste Mal beweisen, dass sie es mit wirklich hochkarätigen Gegnern aufnehmen kann.“

Im 6. Rennen sind die frischen Siegerinnen My Little Letty (André Pögel) und Peaches Diamant (Jörgen Sjunnesson) erste Wahl. Die Formspitzen einiger Gegner lassen aber vermuten, dass sich die Prüfung nicht zu einem reinen Duell der beiden Favoriten entwickeln wird. Auch das 7. Rennen, das den Abschluss der V5-Wette und gleichzeitig den Auftakt der Daily Double bildet, lässt einige Spekulationen zu. Easy Lover (Michael Nimczyk) vollbrachte in dieser Saison zwar einige herausragende Leistungen. Bei dem mit 20.000 Euro dotierten Großen Preis der NRZ war der Jauß-Traber aber von der Rolle und daher besitzen Vulkan (Daniel Wagner), Let’s win (Maik Esper), Theodor Fontane (Heinz Wewering) und Captain Rob (André Bakker) ebenfalls Aussichten. Im 8. Rennen stehen vor allem der von einer kleinen Infektion wiedergenesene Cachamour (Josef Franzl) und Montecore Mos jüngerer Bruder Montgomery Mo (Michael Nimczyk) im Mittelpunkt. Mächtig hoch her geht es im 9. Rennen – einer Meilenprüfung. Denn dort gibt es eine 7.500-Euro-Dreierwetten-Garantie inklusive eines Jackpots in Höhe von 2.086 Euro. Die Aussichten, die Totokassen richtig leerzufegen, sind für die Traber-Fans optimal. Da es nämlich Nazaz (Ferdinand Veit), Loca Corredora (Michael Hamann) und Noiseinbigdance (Dennis Spangenberg) überaus schwer vorfinden, braucht man sich eigentlich nur auf die weiteren fünf Teilnehmer zu konzentrieren. William Scott (Michael Nimczyk), Sultana Jet (Roland Hülskath), Aggetto (Josef Franzl), Elena Kievitshof (Maik Esper) und Arando (Daniel Wagner) – das sind eindeutig die Gemeinten.

In der zehnten Tagesprüfung ist es soweit: Das Buddenbrock-Rennen 2015 steht auf dem Programm. Elf Hengste und ein Wallach kämpfen um das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro und den zweiten Zacken der legendären Dreifachen Krone. Nur einem einzigen von ihnen, nämlich dem von Thorsten Tietz präsentierten Cash Hanover (Foto), kann der aus Siegen im Adbell-Toddington- und Buddenbrock-Rennen sowie dem Derby bestehende Dreierschlag noch gelingen. Die erste Hürde nahm der für die Farben von Frank Zickmantel laufende Traber mit Bravour, denn im Adbell stürmte Cash Hanover noch im ersten Bogen an die Spitze und geriet im Anschluss zu keinem Zeitpunkt mehr in Gefahr. Von der Position drei aus wird der Berliner Champion mit seinem Schützling sofort ins Geschehen eingreifen – zumal die Pferde, die sich direkt neben Cash Hanover am Flügel des Startautos versammeln, nur zum Teil gute Beginner sind. Floyd Fortuna (Nummer 2) kann zwar höllisch schnell eintreten. Doch da der Hengst des Ehepaars Bosner seinem Trainer Conrad Lugauer bei der Generalprobe in Vaggeryd schon nach wenigen Metern aus der Hand sprang, wird der Wahl-Schwede Floyd Fortuna nicht mit aller Gewalt an die Spitze beordern. Fox Dragon (Nummer 4) war zuletzt zwar deutlich flinker auf den Beinen als bei seinen ersten Karrieresiegen – aber Maik Esper wird mit dem auf der Startgeraden stets etwas übereifrigen Hengst ebenfalls nicht alles riskieren. Denn er weiß, dass sein von der Schnelligkeit her überragender Traber auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgreich angreifen kann.

Vieles spricht also dafür, dass ein glattgehender Cash Hanover gegen Kontrahenten, die nicht mit aller Macht nach vorne drängen, spätestens im ersten Bogen die Spitze bekommt. Denn der von Start zu Start enorm verbesserte und als beinharter Kämpfer bekannte Nikkei (Nummer 1) ist alles andere als ein schneller Beginner und es würde an ein Wunder grenzen, falls Heinz Wewering mit ihm die Führung bekommt  Der von André Bakker gelenkte Sambuco (Nummer 5) ist noch nicht weit genug, um ein Rennen Start bis Ziel nachhause zu bringen. Hochinteressant ist aber der von Victor Gentz vorgestellte Lordano Ass (Nummer 6), der im Gelsenkirchener Buddenbrock-Trial auf den ersten Metern wie ein Pfeil von der Sehne schnellte und auch zum Schluss noch genügend Reserven besaß, um in toller Manier das zweite Geld zu holen. Er wird vermutlich ebenso wie der von Thomas Panschow gefahrene Halva von Haithabu (Nummer 7) schon auf den ersten Metern in die Schlacht geworfen, während Michael Nimczyk mit dem in dieser Saison noch nicht überzeugenden Rene M Newport (Nummer 8) eher zu einer defensiven Taktik neigen wird.

Die übrigen vier Hauptlauf-Teilnehmer gehen von der zweiten Reihe aus ins Rennen. Insofern erübrigen sich alle Prognosen zur fahrerischen Taktik, denn Prince of Persia (Daniel Goehrke), Gri Power Jet (Jörgen Sjunnesson), RitchiRich Diamant (Dion Tesselaar) und Bohemian Rhapsody (Robbin Bot) sind auf eine gehörige Portion Glück angewiesen. Falls es aber gut läuft und er im Windschatten eines seiner Gegner nach vorne gezogen wird, darf man vor allem auf Prince of Persia gespannt sein. Der Fuchs, der nach Meinung seines Fahrers erst vierjährig das volle Können entfalten wird, scheint vor einer großen Zukunft zu stehen – auch wenn er leider keine Derby-Nennung besitzt. Man sollte ihn daher unbedingt mit auf den Wettschein nehmen. Genauso wie die Traber, die im 11. und 12. Rennen im Brennpunkt des Interesses stehen: Zunächst misst sich Jag Heuvelland (Josef Franzl) mit Klassepferden wie Andrew Dragon (Maik Esper), Ocean Dream (Thomas Panschow) und Emma di Quattro (Thorsten Tietz). Den Abschluss des Mariendorfer Renntages bildet dann das Aufeinandertreffen von Phantom Eck (André Schiller), Dynamite Goal Ass (Christian Pögel), I Walk The Line (Werner Schnieder) und Sivori Effe (Michael Hamann).

Unsere Tipps:

  1. Sarently As – Avelon – Patrizia Way

  2. Raffaelo Diamant  – Rebound – Colbert

  3. Dream Boy As – Adrian Cliv BR – Merana

   4. Say Goodbye – Neuland – Sugababe Diamant

  5. Global Fun – Georgeous Love – Flirty or Dirty – Indira Bo

  6. My Little Letty – Peaches Diamant – Onemanshow Diamant

  7. Easy Lover – Vulkan  – Theodor Fontane

  8. Cachamour – Montgomery Mo – Fonseca Boko

  9. William Scott – Sultana Jet – Aggetto

10. Cash Hanover – Floyd Fortuna – Fox Dragon – Lordano Ass

11. Jag Heuvelland – Andrew Dragon – Ocean Dream

12. Phantom Eck – Dynamite Goal Ass – I Walk The Line

Foto von Marius Schwarz

Achtung! Die Startzeiten der Mariendorfer Buddenbrock-Rennveranstaltung am Sonntag, dem 5. Juli wurden neu terminiert. Der Start des 1. Rennens erfolgt um 17.00 Uhr! Die beiden Qualifikationen werden nach dem letzten Rennen ausgetragen. Der von Christoph Pellander moderierte BTV-Expertentalk wird bereits ab 16.15 Uhr ausgestrahlt!