Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2013: Letzter Renntag des ersten Jahrhunderts

 

Heinz Wewering kann in die Fußstapfen von Charlie Mills treten

Berlin-Mariendorf, 7. April 2013 (Beginn 13.30 Uhr). Am 9. April 1913 wurde die Trabrennbahn Mariendorf eröffnet. Mit der Berliner Rennveranstaltung am Sonntag schließt also das Kapitel des ersten Mariendorfer Jahrhunderts. Welche Pferde und welche Fahrer werden an dem elf Prüfungen umfassenden Nachmittag wohl die entscheidenden Akzente setzen, bevor dann schon wenige Tage später mit dem Renntag am 15. April die nächste Epoche des Berliner Trabersports beginnt?

Fangen wir unseren Ausblick auf die durchweg spannend besetzte Veranstaltung also ausnahmsweise einmal nicht mit dem ersten, sondern mit dem 11. Rennen an. Wer weiß – vielleicht setzt ausgerechnet der Mann den Schlusspunkt unter die ersten hundert Jahre Mariendorf, der weltweit soviel Sulkyerfolge gefeiert hat wie kein anderer: nämlich Heinz Wewering. Der 29-malige Deutsche Meister steuert einen Seriensieger. Der von Katharina Merz trainierte und für die Farben des Österreichers Franz Klampfer laufende Klasido punktete dreimal en suite. Besonders sein letzter Treffer war beeindruckend, als der Braune trotz Rennverlaufs in der „Todesspur“ überlegen an allen Gegnern vorbeizog. Von der Klasse her sticht Klasido also klar heraus – doch vor Vivo per Lei (Christian Zimmermann), Ridgehead Enya (Manfred Zwiener) und einer fehlerfreien Makes me wonder (Thomas Buley) muss der Favorit trotzdem auf der Hut sein.

Stichwort Klasse – dieses Prädikat trifft momentan wohl auf kein Pferd besser zu als auf Gaius R.A., der unmittelbar davor im 10. Rennen antritt. Seine Leistung am Fritz-Brandt-Tag, als er trotz widrigster äußerer Bedingungen in 1:14,6 min. um das Oval raste, war einfach sensationell. Der von Daniel Wagner trainierte und gesteuerte Crack des Stalls Aleo gilt als glasklarer Tipp des Tages. Der Hengst nimmt die lange 2.500-Meter-Strecke zwar aus dem zweiten Band heraus auf – aber die einzigen Herausforderer, die ihm von der Papierform her gefährlich werden können, müssen sogar vierzig Meter Zulage verkraften. Unter diesen Bedingungen ist es kaum vorstellbar, dass Parisienne Blue (Heinz Wewering) und Meringo Star (Daniel Goehrke) dem Supertraber ein Bein stellen.

Gegen das Aleo-Team steht Heinz Wewering also vor einer schweren Aufgabe – zumal Parisienne Blue weiterhin Rätsel aufgibt und von ihrer Glanzform weit entfernt ist. Ansonsten hat der Spitzenprofi aber an dem Renntag, der von einer Deckhengstvorstellung des Gestüts Simoni umrahmt wird, überaus starke Trümpfe in der Hand. Es geht schon im 1. Rennen mit dem Wallach Lennart chancenreich für ihn los, denn der Debütant ist prominent gezogen und stammt aus der 28-maligen Siegerin Lavaletta (42.645 Euro Gewinnsumme). Auch Wewerings weitere Starter Mi Corazon (4. R.), Red Bull (5. R.), Imperia (6. R.) und Blackstone (8. R.) sind allesamt erste Wahl – nur der aus viermonatiger Pause zurückkehrende Waikato (9. R.) muss erst einmal einen brauchbaren Formansatz zeigen. Eines ist jedenfalls klar: Fast genau einhundert Jahre nach seinem berühmten Vorgänger Charlie Mills, der den Mariendorfer Eröffnungstag mit drei Siegen beherrscht hatte, wird Heinz Wewering ebenfalls glänzen wollen.

Tipps:

1.          Lennart – Envie de Paris – Ultrason du Chef

2.          Giggi – Florian Klee – Achilles  

3.          Okey Dokey – Forrest Gump – Radiosa Gual  

4.          Neo Star – Lady Firecracker – Mi Corazon

5.          Red Bull – Artos W – Really – Michigan Venus

6.          Let’s win – Imperia – Lovely Siwa

7.          Arran Stardust – Nalinas Flashlight – Galante

8.          Blackstone – Vic Timberlake – Afreiha

9.          Florus G – Ari Alki – Uxan de Crescy