Trabrennen in Berlin – Mariendorf 2013: Geldschränke versus Newcomer

 

In dem mit 25.000 Euro Preisgeld dotierten „trotto.de 100 Jahre Mariendorf Geburtstagsrennen“ treffen Traber-Legenden wie Unforgettable auf Siegertypen wie Abano Boy. Die zwei- und dreijährigen Pferde sind in den Trials zum Preis des Winterfavoriten und zum St. Leger gefordert.

Berlin-Mariendorf, 29. September 2013 (Beginn 13.30 Uhr).

Starke Pferde, starke Fahrer: Das sind die Kennzeichen der dritten großen Jubiläumsveranstaltung anlässlich des einhundertjährigen Bestehens der Mariendorfer Rennbahn. Ein sportliches Fest mit vielen prominenten Teilnehmern, denn bis auf den am gleichen Nachmittag in Gelsenkirchen weilenden Robbin Bot ist die gesamte deutsche Top Ten in Berlin am Start. Doch dass Michael Nimczyk, Thorsten Tietz, Roland Hülskath & Co. den Preisgeldkuchen alleine unter sich aufteilen, ist nicht zu erwarten – denn Oranje-Stars wie Peter Strooper, Rob de Vlieger, Arnold Mollema und Thomas Kooyman könnten die schmackhaftesten Sahnestücke wegschnappen.

Immer wenn die gesamte Sulky-Elite auf einer einzigen Bahn versammelt ist, werden die Rennen besonders spannend und zugleich unberechenbar – denn Profis dieser Güte fahren nur äußerst ungern als Verlierer vom Platz. Wenn also selbst hinter dem größten Außenseiter im Feld noch ein Driver der Extraklasse sitzt, sind sensationelle Quoten jederzeit im Bereich des Möglichen. Das wettende Publikum wird am Sonntag also viel Fingerspitzengefühl entwickeln müssen, um genau die Richtigen aus dem breiten Angebot herauszufischen. Das beste Beispiel dafür ist das Hauptereignis, das mit 25.000 Euro dotierte „trotto.de 100 Jahre Mariendorf Geburtstagsrennen“, das als zehnte Tagesprüfung ausgetragen wird – denn man kann guten Gewissens kaum einen einzigen der zwölf Teilnehmer in den Tipps ignorieren.

Wer lässt schon gerne Pferde wie Bigboy Limburgia (Thomas Kooyman), Bullseye (Roland Hülskath), Andriy Fortuna (Peter Strooper), Going As (Josef Franzl), Dschingis Khan (Gerd Biendl), Ygold van Ranum (Michel Rothengatter) oder Shali’s Alesi (Roman Spengler) und Eckstein (Maik Esper) vom Schein? Zumal sie ebenso wie Abano Boy (Heinz Wewering) auf der 2.000-Meter-Strecke von der Grundmarke aus ins Rennen gehen. Dennoch sind die genannten Traber ausnahmsweise nicht in der Favoritenrolle. Denn sie werden von Gegnern aus dem zweiten Band gejagt, die trotz ihrer neun und elf Jahre noch längst keine älteren Herren sind, sondern nach wie vor zur nationalen Spitze gehören: von Odessa Santana (Michael Schmid) und Unforgettable (Arnold Mollema). Lediglich für den ebenfalls mit zwanzig Metern Zulage bedachten Finnen Nice Brozo (Benjamin Hagen) scheint die Aufgabe unlösbar zu sein. Das Ganze ist also eine völlig offene Geschichte – ein interessanter Hinweis ist jedoch, dass Abano Boy, der beim Master-Rennen in Hamburg in Führung liegend zuviel Druck bekam und klar geschlagen war, zu Beginn der Woche für den stolzen Preis von 2.500 Euro für das Mariendorfer Highlight nachgenannt wurde. Sein Besitzer Branislav Jurisic scheint sich trotz der erlittenen Schlappe einiges auszurechnen.

Um den nötigen Etat für das Hauptrennen in der Tasche zu haben, sollten die Wetter schon im 3. Rennen kräftig zur Sache gehen. Denn diese Prüfung, der Stutenlauf des St.-Leger-Trials, ist mit einem Siegjackpot in Höhe von 2.000 Euro ausgestattet. Die Entscheidung könnte zwischen Raquel Welsh (Michael Nimczyk) – einer Tochter der ausgezeichneten Donna Vera (65.279 Euro Gewinnsumme) – und Halliwell (Michael Schmid) liegen, deren Mutter Heidi Torg in ihrer Rennkarriere auf stolze 48 Siege kam. Speedy Rapide (Roland Hülskath) ist eine Schwester zu Salut (52.413 Euro) und Seda Rapide (55.795 Euro) und beim Blick auf die Abstammung wird man außerdem auf die Debütantin Dorothy’s Leony (Heinz Wewering) aufmerksam, deren legendäre Mutter Lindos Dorothy nicht weniger als siebzig (!) Rennen und 125.906 Euro Prämie gewann. Aber auch Medusa (Daniel Wagner) und Roesie (Dominik Holtermann) sind gefährlich.

Auch im Hauptlauf des St.-Leger-Trials, dem 8. Rennen, sind zwei Stuten dabei: Altesse Royal (Steve Krüger) und La Joliette (Heinz Wewering). Sie messen sich mit acht Hengsten und Wallachen, von denen vor allem Love is in the air (Rob de Vlieger) ins Auge sticht. Der Dreijährige ist durch seinen älteren Bruder Let the music play (51.721 Euro) empfohlen. Aufgrund der Fahrership von Peter Strooper ist natürlich der frische Doppelsieger Dex Buitenzorg hochinteressant. Aber das Feld ist nicht einfach auszurechnen – glattgehend hat bereits jeder der zehn Starter bewiesen, dass er vorne mitmischen kann. Ganz anders schaut es im Vorfeld des Winterfavoriten-Trials (6. Rennen / 1.000 Euro Siegjackpot) aus. Denn hier konzentriert sich die gesamte Aufmerksamkeit auf ein einziges Pferd: auf die von Roland Hüskath gesteuerte Jauß-Stute Aint she sweet. Und dies nicht nur, weil die Zweijährige mit einem 17,0-Erfolg in Bahrenfeld einen tollen Einstand in ihre Rennlaufbahn gab, sondern weil ihr Pedigree einfach weltmeisterlich ist. Die kleine Schwester des Amérique-Siegers Abano As und des Derby-Triumphators Ambassador As gilt als große Zukunftshoffnung.        

Unsere Tipps:

1.Major Eck – Chelsea Norton – Charom

2.Kalido – Venture Boszorg – Ready To Win  

3.Raquel Welsh – Halliwell – Medusa

4.Playboy Diamant – Disney As – Abaton

5.Harry’s Bar – Chatain – San Siro BR – Bronco Boko

6.Aint she sweet – SJs Sunday – Tamia As  

7.Donna Kievitshof – Grand Ass – Companiero

8.Love is in the air – Altesse Royale – Dex Buitenzorg  

9.Lady Florence – German Gina – Trine Simoni

10.Odessa Santana – Abano Boy – Unforgettable

11.Man in Black – Let’s Win – Peer G

12.Regale by Pass – Capitalist – Calypso H