Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2013: Das Faulenzen ist vorbei

 

Thorsten Tietz geht nach seinem Kurzurlaub wieder an die Arbeit. Josef Franzl tritt durchweg mit Außenseitern an.  

Berlin-Mariendorf, 17. November 2013 (Beginn 13.30 Uhr).

Die zwölf Rennen umfassende Mariendorfer Veranstaltung am Volkstrauertag ist dem Gedenken unvergessener Menschen gewidmet, die das Geschehen auf der Derby-Bahn mitgestaltet und mit leidenschaftlichem Herzen begleitet haben. Die Siegerehrungen werden von den Angehörigen der Verstorbenen vorgenommen. Die Frage, welche Pferde und Fahrer sich am Sonntag im Winnercircle einfinden werden, ist allerdings ziemlich offen – denn glasklare Favoriten stechen in den einzelnen Prüfungen kaum heraus.

Am ehesten ist wohl der Berliner Champion Thorsten Tietz auf der Siegerparade zu erwarten. Denn der 36-Jährige, der sich in der zurückliegenden Woche gemeinsam mit seiner Freundin Sarah Kube einen Kurzurlaub auf dem Traumschiff Aida gegönnt hat, verfügt über einige gute Chancen. Er könnte sich gleich zum Auftakt des Nachmittags mächtig in Szene setzen, denn sein Schützling Trible Laser soll nun endlich den Ruf des ewigen Zweiten ablegen. Der bisher einzige Volltreffer gelang dem in Dänemark gezüchteten Wallach im Juni in Karlshorst – danach landete Gerhard Kulliks Dunkelbrauner sage und schreibe fünfmal auf dem Ehrenplatz. Ein voller Erfolg ist also überfällig – obwohl sich natürlich auch Maik Esper mit dem Föllmer-Hengst Sixpack einiges ausrechnen wird.

Im 2. Rennen stehen ebenfalls zwei dreijährige Pferde im Blickpunkt, nämlich der aus einer Ruhepause zurückkehrende Roadtrip Diamant (Andreas Schwarz) und die überaus zuverlässige Trine Simoni (Michael Hamann). Die Letztgenannte war bei ihren siebzehn Starts nur ein einziges Mal nicht im Geld. Ihr Widersacher agiert ähnlich beeindruckend: Im Oktober 2012 von Hennie Grift qualifiziert, bestritt Roadtrip Diamant sein Debüt zunächst noch in der Hand von Roberto Andreghetti und wechselte danach in die Obhut von Heinz Wewering. Der 29-malige Deutsche Champion konnte vor allem in der Derby-Woche mit ihm glänzen – dem Hengst gelang ein phänomenaler Doppelschlag. Mit seinem Besitzer Andreas Schwarz war Roadtrip Diamant bisher noch nicht am Start.

Wesentlich eingespielter sind die Favoriten des 3. und 4. Rennens: Michael Nimczyk hat in der Vergangenheit schon oft die Fahrleine von Fantastic BR in seine Hände genommen und drei der insgesamt fünf Laufbahnsiege des Mommert-Trabers herausgefinisht. In diesem Jahr litt der Wallach bis auf einen Überraschungstreffer mit Christoph Pellander noch an Ladehemmung – aber nach einer fünfmonatigen Besinnungspause trifft es der Dunkelbraune nun verlockend an. Gleiches gilt gut zwanzig Minuten später für den von Marisa Bock unter dem Sattel präsentierten Wladimir. Bis in den Frühsommer hinein galt der Monté-Spezialist als nahezu unschlagbar. Danach steckte der Neunjährige zwar unerwartete Niederlagen ein. Aber der Ehrgeiz seiner unmittelbar vor dem 500. Karrieretreffer stehenden Reiterin wird ihm Flügel verleihen. Denn für Marisa Bock muss unbedingt ein voller Erfolg her, wenn sie im Championatskampf nicht den Anschluss an die derzeit mit drei Punkten Vorsprung führende Cathrin Nimczyk verlieren will.

Für Josef Franzl scheint die heiße Phase dagegen beendet zu sein. Der Titel des Bayrischen Champions ist ihm nicht mehr zu nehmen und auch der vierte Platz in der bundesweiten Fahrerwertung ist beinahe hundertprozentig in trockenen Tüchern. Der 42-jährige Profi wirft daher fast schon folgerichtig nicht die erste Garde seiner Schützlinge in die Schlacht, sondern eher Pferde, die bei ihrem Ausflug nach Berlin den Weg zu alter Form zurückfinden sollen. Bei seinen fünf Einsätzen nimmt Franzl, der in dieser Saison jeden dritten Start in einen Sieg verwandelt hat und mit dieser außergewöhnlichen Bilanz das direkte Pendant zu der ebenfalls traumhaften Statistik von Thorsten Tietz bildet, ausnahmsweise die Rolle des Außenseiters ein. Wobei man aber Red As im 7. Rennen nicht unterschätzen darf.

Alles andere als Außenseiter sind die Protagonisten der darauf folgenden Rennen: Die von Michael Nimczyk bzw. von Maik Esper und Manfred Zwiener vorgestellten Van Halen, Edina und Pershing Shadow (8. R.), der ebenfalls vom avisierten Goldhelm gesteuerte Pokerface Diamant (9. R.) und der von Benjamin Hagen gelenkte Franzl Crown (10. R.) sind allesamt erfahrene Vierbeiner-Haudegen. Sie gehören daher ganz oben auf den Tippschein – genauso wie Eckstein (Werner Schnieder), Outsider Diamant (Andreas Schwarz) und Othello Jaycee (Hans-Jürgen von Holdt), die im 11. Rennen den Sieg unter sich ausmachen wollen.                

Tipps:

1.Trible Laser – Sixpack – Hurtige

2.Roadtrip Diamant – Trine Simoni – Chrissi H

3.Fantastic BR – Florissa – Ari Alki

4.Wladimir – Oberon Eastwind – Torpedo As

5.Bavaria Blue – Smokie Juwel – Blueberry Santana – Apollon  

6.Simply The Best – Rhinestone – Klasido

7.Amur – Giant Eck – Red As

8.VanHalen – Edina – Pershing Shadow

9.Rock of Gibraltar – Pokerface Diamant – Husar

10.Franzl Crown – Nemo Diamant – Irrwisch

11.Eckstein – Outsider Diamant – Othello Jaycee

12.Lady Florence – Halliwell – Barak