Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2013: Daniel Wagner in PMU-Form

Bericht vom Renntag am 03. Januar 2013

Der Berliner triumphiert mit Gaius R.A. und Bolero R.A. für den Rennstall Aleo. Klaus Daust lässt den Toto mit Carola Reckzehs Stute Karisma Diamant platzen. Die Neueinführung der PLACE-Wette wird zu einem großen Erfolg.

Ein sportlich hochklassiger Rennabend und ein durch die Neueinführung der PLACE-Wette gegenüber der alten Platzwette erheblich gesteigerter Umsatz mit tollen Quoten: Die Mariendorfer Saison 2013 begann mit einem dicken Ausrufezeichen und zufriedenen Gesichtern im Publikum und beim Veranstalter. Ein kräftiges Zeichen setzte natürlich auch einer der vierbeinigen Hauptprotagonisten, nämlich Gaius R.A.: Der von Daniel Wagner präsentierte Hengst trommelte nicht nur die Tagesbestzeit von 16,1/1.900m auf die Piste, sondern er steckte auch einen schwierigen Rennverlauf weg. Denn nachdem Halifax (Michael Nimczyk) eine Runde vor dem Ziel das Kommando übernommen hatte, musste Gaius R.A. bereits auf der Gegenseite die Karten aufdecken, um den bekanntlich überaus zähen und tapferen Gegenspieler zu zermürben. Daniel Wagner übte auf der Schlusshalben enormen Druck auf den Kontrahenten aus und hundert Meter vor dem Ziel ging die Rechnung endgültig auf: Gaius R.A. zog an Halifax vorbei.

Gleich im Anschluss folgte Wagners zweiter Treffer – und zwar erneut für die Farben der Stall-Aleo-Besitzerin Angelika Jost-Schick. Mit Bolero R.A. trat der Trainer ebenso selbstbewusst wie mit Gaius R.A. auf. Der Wallach, der der hohen Einschätzung seines Umfelds immer mehr gerecht und von Tag zu Tag besser wird, übernahm vor den Tribünen die Führung – und das sollte es dann auch schon gewesen sein. Denn Bolero R.A. hielt das Tempo konstant hoch und gab dem brav folgenden und bei seinem Erstauftritt nach halbjähriger Pause sehr überzeugenden Like a Porsche (Thorsten Tietz) keinerlei Chance zum Angriff.

Wagners Doppelschlag machte also den Kernanteil der V5-Wette aus, deren Quote sich auf 6.147:10 belief – wer auf den Berliner Trainer gesetzt hatte, lag mit seiner Entscheidung goldrichtig. Wobei die Siegquote von Gaius R.A. mit 67:10 innerhalb des V5-Quintetts bereits die höchste war, denn in allen anderen Rennen setzten sich die Topfavoriten durch. Gerd Biendl, der schon in der Saison 2012 an den Mariendorfer PMU-Renntagen eine überaus prominente Rolle gespielt hatte, eröffnete den V5-Reigen mit Cokaselo. Eine halbe Runde vor dem Ziel stand der Sieg des offensiv eingesetzten Wallachs kurz auf der Kippe, denn Michael Nimczyk hatte mit Eddy Titan in der Außenspur eine gefährliche Attacke unternommen. Doch Cokaselo zog innen immer wieder an und konterte den Angreifer aus.

Auch das absolute V5-Bankpferd Zidane Flevo gab sich keine Blöße und stürmte mit seinem Besitzer André Pögel im Sulky sofort an die Spitze. Der Wallach stiefelte sein Tempo in überlegenem Stil herunter und gewann mit acht Längen Vorsprung. Spannend wurde es lediglich beim Kampf um Platz zwei, den sich Robino Bes (Bernd Schrödl) knapp gegen Hotliner (Hans-Jürgen von Holdt) sicherte. Heinz Wewering und Kongo machten es genau im gleichen Stil. Die 18:10-Favoriten stürmten sofort an die Latten und hatten ihre Gegner zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle. Die V5 war diesmal also leicht zu treffen und sorgte dennoch für eine lukrative Rendite. Beim Blick auf die Quoten waren aber vor allem einige Resultate der neu eingeführten PLACE-Wette absolut beeindruckend. Das beste Beispiel: Ein topzuverlässiger Traber wie Halifax zahlte auf PLACE unglaubliche 52:10, Gaius R.A. lag mit unfassbaren 66:10 in der PLACE sogar nur ein einziges Pünktchen unter der Siegquote und Außenseiter warfen gar dreistellige „Totobomben“ ab – der höchste PLACE-Quote des Abends lag bei immensen 316:10.

Schluss also mit den alten 10:10-Platzquoten – das neue Motto heißt PLACE. Auch für den Topfavoriten des internationalen Rennens, nämlich den vom österreichischen Dauer-Champion Gerhard Mayr gesteuerten Istogramma SAS, galt diese Regel. Nach dem alten Platzsystem ein reiner Geldwechsler ohne Gewinnzuwachs, auf PLACE ergaben sich aber nun 12:10 und damit stolze 20 Prozent Rendite für eine fast risikolose Wette. Istogramma SAS profitierte von einem Idealverlauf als viertes Pferd außen und war in der entscheidenden Phase im Scheitel des letzten Bogens sofort einsatzbereit. Der Fuchs erkämpfte sich im Einlauf schnell einen Vorteil und hielt auch den fein nachsetzenden Zuccero (Daniel Wagner) in Schach. Tom for you und Maik Esper agierten gleich im Anschluss genauso souverän. Nach einer Doppelrochade übernahm der Wallach eine knappe Runde vor Schluss endgültig die Führung und stiefelte sein Pensum treu und brav herunter. Diesem guten Beispiel folgte zwanzig Minuten später Chou Chou Boshoeve, die mit Thorsten Tietz ebenfalls sofort an die Spitze ging und sich diesmal keine Blöße gab.

Alles mehr oder minder erwartete Siege – doch ein kräftiger Quotenhammer schlug bereits zu Beginn des Renntages ein. Eine faustdicke Überraschung, mit der kaum jemand gerechnet hatte. Klaus Daust und Karisma Diamant siegten für die Farben von Carola Reckzeh zur Quote von 716:10! Noch zweihundert Meter vor dem Ziel hatte alles nach einem Erfolg von Doktor Schulze (Thorsten Tietz) ausgeschaut, denn der Wallach hatte sich gerade erfolgreich an der Pilotin Diving (Christian Zimmermann) vorbeigekämpft. Doch als Klaus Daust der Reckzeh-Stute nach einem Traumverlauf als drittes Pferd innen den Kopf freigab, war es schnell um den Mitfavoriten geschehen. Auch Peanut Bes (Bernd Schrödl) kämpfte sich noch knapp an Doktor Schulze vorbei, womit sich die Dreierwette auf sensationelle 70.851 summierte.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 134.875,80 Euro – Bahnumsatz: 31.720,90 Euro – Außenumsatz: 103.154,90 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung – der große  PMU-Renntag – findet am Donnerstag, dem 17. Januar statt. Beginn ist bereits um 16.30 Uhr!