Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2013: Alte Füchse, junge Hasen

 

Am großen Mariendorfer Stammbesucher-Renntag stehen die Nachwuchsfahrer im Mittelpunkt    

Berlin-Mariendorf, 27. Oktober (Beginn 13.30 Uhr / Start des 1. Rennens um 14 Uhr).

Sie halten der Derby-Bahn eisern die Treue – und dies zumeist schon seit Jahrzehnten: Die Stammbesucher sind Mariendorfs größtes Juwel. Am Sonntag sagt der Berliner Trabrenn-Verein Dankeschön und bietet den Traberfans eine Vielzahl von Aktivitäten an. Die Stammbesucher werden alle Siegerehrungen durchführen und der Rennleitung sowie den Mitarbeitern im Zielturm bei ihren Tätigkeiten über die Schulter schauen. Im „Anspannstall for all“ werfen alle Interessierten einen Blick hinter die Kulissen und lernen die Facetten des Sulkysports aus der Nähe kennen. Ganz Wagemutige können sogar in den Doppelsulky steigen und selber über die Bahn jagen. Oder man lehnt sich einfach bei einer Einladung zu Currywurst und Bier nebst kostenlosem Gewinnspiel und Wettgutschein entspannt zurück und genießt das Geschehen auf der Rennpiste. Sie sind noch kein Stammbesucher? Dann können Sie sich hier für alle zukünftigen Aktionen registrieren.

Die Sportliebhaber werden ihre Ferngläser vor allem beim 6. und beim 9. Rennen zücken. In diesen beiden Prüfungen werden nämlich die Nachwuchsfahrer genau unter die Lupe genommen. Alte Füchse gegen junge Hasen – so könnte man das Motto des Wettkampfes zusammenfassen. Denn einige der Teilnehmer verfügen bereits über viel Routine, während andere noch Newcomer sind. Aufgrund ihrer im dreistelligen Bereich liegenden Anzahl von Starts verfügen Frederik Freitag (bisher 14 Siege), Dennis von Holdt (10), Josephine Schiller (9), Ferdinand Hirsch (8), Daniel Kloß (5) und Pierre Bubbers (4) bereits über einen reichen Erfahrungsschatz. Zwar noch nicht ganz so häufig, aber dafür mit mächtigem Erfolgshunger ausgestattet, nahmen Amanda Behnke (4 Treffer), Liza Marlow (3) und Alexander Kelm (3), dem noch am Montag ein glänzender Schachzug in Dinslaken gelang, den Kampf um Sieg und Platz auf.

Das absolute Küken im Feld ist Sophia Raschat, denn die im bayrischen Taufkirchen lebende Auszubildende ist erst 16 Jahre alt. Mit Uranus de Valle und Florian Klee hat die Amazone keine Topfavoriten erwischt. Dennoch wäre es ein großer Fehler, die junge Fahrerin zu unterschätzen. Denn Sophia Raschat trumpfte innerhalb nur weniger Wochen mit drei Siegen auf – kein Wunder angesichts ihres familiären Hintergrunds. Denn die Sportlerin hat das Händchen zweifellos von ihrem Vater, dem erfolgsverwöhnten Trabertrainer Josef Sparber, geerbt. Aus dem Küken könnte eines Tages also vielleicht eine ganz Große werden. Der Vater wird ihre berufliche Entwicklung jedenfalls akribisch genau mit Lob und Kritik begleiten. Josef Sparber sagt: „Sophia hat ja erst siebzehn Fahrten bestritten und sie muss es noch lernen, ihre Schützlinge im Rennen mehr zu fordern und ihnen nicht nur den eigenen Willen zu lassen. Richtig begeistert bin ich aber von ihrem Einfühlungsvermögen. Sophia hat ein feines Gespür und die Pferde bringen ihr große Zuneigung entgegen, was ebenfalls ungeheuer wichtig ist.“ Die Amazone wird also jede noch so kleine sich bietende Chance nutzen – auch wenn der Konkurrent Daniel Kloß mit Becky Dragon und Zephyr Dragon Feuer speien will und in beiden Wertungsläufen glasklar in der Favoritenrolle ist.

Nicht nur die beiden Drachen des 27-jährigen Gelsenkircheners stechen heraus – auch in den anderen zehn Rennen der Mariendorfer Veranstaltung gibt es Pferde, auf die das wettende Publikum kräftig setzen wird. Michael Nimczyk und seine Schwester Cathrin können im 1. und 2. Rennen mit Rolex Columbus und Minou Columbus einen rasanten Auftakt hinlegen und Thorsten Tietz möchte die gute Ausgangslage für seine Silberhelm-Verteidigung mit Evalina Ray (1. R.) Barak (3. R.), Spicy A. (5. R.), Vicky Corner (7. R.), Not to Bi (8. R.), Butterfly Boshoeve (11. R.) und Calypso H (12. R.) ausbauen. Maik Esper wird ebenfalls selbstbewusst auftreten. Für Sixpack (3. R.) wird es zwar schwer, aber im Anschluss kann der in der bundesweiten Wertung an siebenter Stelle liegende Profi auf Rhinestone (5. R.), Abaton (7. R.), Eckstein (8. R.) und Conley (12. R.) vertrauen. Ein besonderer Leckerbissen des Nachmittags ist außerdem der Amateurvergleich Berlin-Wien, der als 10. Rennen ausgetragen wird. Hier muss sich der von Bernd Nebel präsentierte Pershing Shadow gegen neun Gegner behaupten. Das Gespann tritt mit Vorschusslorbeeren an, denn der bisher einzige gemeinsame Aufritt endete im Mai 2012 in Karlshorst mit einem überlegenen Sieg.

Unsere Tipps:

1. Rolex Columbus – Evalina Ray – Velten Top Secret

2. Minou Columbus – Evita – Oberon Eastwind

3. Barak – Sixpack – Pablo Kemp

4. Ventimiglia – German Gina – Romanelli

5. Spicy A. – Rhinestone – Franzl Crown – Pokerface Diamant

6. Becky Dragon – Buffett Newport – Companiero

7. Abaton – Vicky Corner – Trine Simoni

8. Eckstein – Not to Bi – Lord of Magic

9. Zephyr Dragon – Blumenmann – Helms Klamm

10. Pershing Shadow – Grummel – Geta

11. Indigo Guardian – Butterfly Boshoeve – Lay on me Diamant

12. Calypso H – Conley – Regale by Pass