Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012: Vier Fahrer, neun Siege

Heinz Wewering glänzt mit einer Triplette.

 

 

Maik Esper, Werner Schnieder und

 

 

Michael Nimczyk punkten doppelt

An dem weihnachtlichen Winterabend schielte das Mariendorfer Publikum natürlich mit einem Auge auf das Geschehen in Dinslaken und sah den Vorsprung des Berliner Lokalmatadoren Thorsten Tietz beim Kampf um das Berufsfahrer-Championat dahinschmelzen. Denn während Tietz auf der Derby-Piste nur mit der von der Spitze aus imposanten Willemijn A punkten konnte, führte sein Kontrahent Roland Hülskath auf der Partnerbahn drei Pferde zum Erfolg, sodass der aktuelle Stand beim Duell um den Goldhelm nur noch 148:147 für den Berliner beträgt.

Die Hauptakzente der Mariendorfer Veranstaltung gehörten also nicht Tietz, sondern vier anderen Fahrern, die neun der zehn Rennen unter sich aufteilten. Den größten Anteil am Kuchen schnitt sich Heinz Wewering ab, der dreimal zur Siegerehrung eindrehte und vor allem mit Parisienne Blue ein dickes Ausrufezeichen setzte. Die Stute des bayrischen Besitzers Johann Holzapfel hat sich in ihrem neuen Trainingsquartier in Horstfelde bestens eingelebt. Wewering präsentierte die Sechsjährige mit riesigem Selbstbewusstsein und beorderte Parisienne Blue trotz ihrer zwanzig Meter Zulage schon nach einer dreiviertel Runde an die Spitze. Aus dieser Lage heraus beherrschte die 14:10-Favoritin das Geschehen nach Belieben. Dem konsequent innen gehaltenen Hamiro Sebarg (Daniel Wagner) und dem auf den letzten fünfhundert Metern gebrachten Halifax (Michael Nimczyk) blieben trotz starker Leistungen nur die Ränge zwei und drei.

Auch der zweite Tageserfolg von Heinz Wewering war beeindruckend: Der in Dänemark von Gitte Madsen trainierte Blackstone erlaubte sich unterwegs zwar eine Galoppade  – doch als es auf die letzte halbe Runde ging, war der fünfjährige Wallach wie aus dem Nichts wieder da. Auf der Zielgeraden wurde Blackstone mit jedem Schritt stärker und fing seine Gegner tatsächlich noch ab. Ebenfalls im Speed schlug dann wenig später Wewerings dritte Siegerin zu: Die für die Farben von Mike Dwornicki angetretene Höwings Pothos Z flog im Einlauf am gesamten Feld vorbei und war in dem passend ausgeschriebenen Handicap eine ganze Klasse besser als alle anderen.

Nicht nur an Wewering, auch an Maik Esper kam am Montag kaum jemand vorbei. Der ehemalige Wahl-Italiener führte zwei Pferde zum Erfolg. Als erster war Allison Light an der Reihe, der bei seinem dritten Lebensstart erneut große Autorität ausstrahlte und für seine Gegner eine Nummer zu groß war. Esper dirigierte den Hengst, der für die Farben seiner Lebensgefährtin Joana Klein läuft, rasch an die Spitze und lediglich Desiree As (Michael Nimczyk) konnte dem Piloten einigermaßen folgen. Als die Stute dann ausgangs des Schlussbogens von den Beinen kam, waren die Würfel sofort zugunsten Allison Lights gefallen. Mit Zidane Flevo schlug Esper genau die gleiche Taktik ein. Der Wallach übernahm sofort die Führung und stand das Pensum bei seinem vierten Volltreffer en suite souverän durch.

Für die Trainieranstalt Klein war mit diesem Doppelerfolg aber längst nicht Schluss, denn die seit Wochen anhaltende Galaform wurde nahtlos von Werner Schnieder fortgeführt, der sich beide Amateurfahren unter den Nagel riss. Den ersten Treffer setzte der Routinier mit Amy Nasad, die eine zuverlässige Bank für das wettende Publikum geworden ist und mit einem starken Schlussspurt gewann. Als Schnieder der Vierjährigen ausgangs des letzten Bogens das entscheidende Zeichen gegeben hatte, packte die Stute entscheidend an und lief auf den letzten dreihundert Metern noch zweieinhalb Längen Vorsprung auf ihre Konkurrenten heraus. Hauteng ging es dagegen bei Schnieders zweitem Erfolg zu. Im spannendsten Finish des Abends rang Tom for you den Gegenspieler Not to Bi (Sarah Kube) in der Tagesbestzeit von 17,1/1.900m mit einer Halslänge nieder.

Wewering mit drei, Esper und Schnieder mit je zwei Siegen – da ließ sich auch Michael Nimczyk nicht lumpen und fuhr einen Doppelerfolg heraus. Seinen ersten Treffer erzielte der designierte Bronzehelm mit Fantastic BR, der seinem Namen mit einem phänomenalen Zwischenspurt vor den Tribünen alle Ehre machte. Der Mommert-Traber ging im Rush an den Gegnern vorbei und geriet auf der Schlussrunde zu keinem Zeitpunkt mehr in Gefahr. Bei Nimczyks zweitem Tageserfolg gestaltete sich der Rennverlauf dann völlig ganz anders: King of the World bestritt die gesamte 1.900-Meter-Strecke in der Außenspur und blieb dennoch souverän.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 86.742,73 Euro – Bahnumsatz: 23.914,50 Euro – Außenumsatz: 62.828,23 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 23. Dezember ab 13.30 Uhr statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht der mit voraussichtlich 13.000 Euro dotierte Advents-Preis der Amateure.