Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012: Udit de l’Aulnay mit Herz und Temperament

Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012:

Udit de l’Aulnay mit Herz und Temperament

 

Wladimir Gening führt den Hengst zu einem feinen Erfolg

Nicht nur die körperliche Kraft ist entscheidend – ein wirklich guter Traber braucht ebenso den Rennkopf und den Willen zum Erfolg. Diese Qualitäten vereinte der von Wladimir Gening präsentierte Udit de l’Aulnay bei seinem eindrucksvollen Sieg am Montagabend in Mariendorf.

Dem Triumph lag allerdings ein hartes Stück Arbeit zugrunde, denn gegen den vom Fleck weg führenden 14:10-Favoriten Fabius (Andreas Gläser) musste sich der 102:10-Außenseiter das Rennen außen herum selber gestalten. Die Basis für den Sieg war trotzdem früh gelegt – denn entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten war Udit de l’Aulnay ein relativ guter Start gelungen. Bei seinen zurückliegenden Einsätzen hatte der Hengst auf den ersten Metern stets Probleme offenbart – diesmal jedoch war der Vierjährige schon nach einer halben Runde auf Tuchfühlung zur Spitze.

Fabius wehrte sich zwar energisch. Aber genau auf der Linie war Udit de l’Aulnay in 16,2/1.900m dann doch vorbei. Für den unterlegenen Andreas Gläser und Detlef Callsen, den Besitzer von Fabius, gab es allerdings ein dickes Trostpflaster. Denn ihr zweiter Starter Captain Picard fegte in der Gewinnsummenklasse bis 2.600 Euro wie ein stürmischer Nordwind um die Bahn. In der Anfangsphase waren seine Gegner noch „an Deck“. Doch nachdem der Traber des Rennstalls Hanseatic ausgangs des ersten Bogens die Kommandobrücke erklommen hatte, verwandelten sich seine Konkurrenten zu Leichtmatrosen. Der 18:10-Favorit war in 16,8/1.900m drückend überlegen.

Die Mariendorfer Tagesbestzeit von 1:15,3 min. wurde in einem exquisit besetzten Meilenrennen erzielt. Der erstmalig Heinz Wewering anvertraute El Rappido (17:10) blieb gegenüber dem stets in seinem Windschatten lauernden Next on Line Sib (Dennis Spangenberg) mit einer halben Länge Vorsprung im Vorteil. Genau in umgekehrter Reihenfolge ging es zwischen dem Silberhelm und seinem Berufskollegen in der Handicapklasse zu, denn hier konnte sich Dennis Spangenberg mit der Stute Dido (39:10) gegen den von Wewering gefahrenen Billy Turf durchsetzen.

Auch mit El Rappidos ein Jahr jüngerer Schwester Miss Copiad hatte Wewering das Nachsehen – und das sogar auf dramatische Art und Weise. Denn das Gespann hatte den Zielpfosten zwar zunächst als Sieger passiert, wurde aber wegen der Behinderung eines Konkurrenten nachträglich disqualifiziert. Der Erfolg ging stattdessen an die 138:10-Außenseiterin Sandra Venus (Rolf Hafvenström). Für Wewering ein doppelt bitterer Nachgeschmack – für das Foul wurde der Berliner Champion nämlich mit einem siebentägigen Fahrverbot bestraft.

Crazy for you (40:10) lief in der Hand von André Pögel in der neuen persönlichen Bestzeit von 15,9/1.900m zu einem souveränen Zwei-Längen-Erfolg. Die Stute schlug keine Geringere als It’s my birthday (Sarah Kube), die als 24:10-Favoritin angetreten war und sich bis in die Endgerade um die Tempoarbeit verdient gemacht hatte. Während diese Amateurprüfung also eine klare Angelegenheit war, ging es beim zweiten Aufeinandertreffen der Hobbyfahrer mächtig spannend zu. Donna Key (35:10), die eine Runde vor dem Ziel die Spitze übernommen hatte, konnte sich mit Marcus Gramüller im Sulky in 17,5/2.000m nur hauchdünn gegen Pisepampel (Michael Hamann) durchsetzen. Bei den Profis war es unmittelbar im Anschluss ebenfalls eng: Der aus fünfmonatiger Ruhepause zurückgekehrte All in Times (15:10) konnte sich mit Thorsten Tietz in 17,1/1.900m von der Spitze ganz knapp gegen den 252:10-Außenseiter G.R.Artistic (Matthieu Hegewald) behaupten.

Einen geradezu sensationellen Ausgang nahm die dritte Tagesprüfung, die Auszubildenden und Berufsfahrern mit weniger als vierzig Siegen vorbehalten war. Denn noch zweihundert Meter vor dem Ziel schien der Sieg nur zwischen Tom for you (Klaus Daust) und Achilles (Nicole Stempel) zu liegen. Doch beide Kontrahenten sprangen innerhalb von Sekundenbruchteilen unvermittelt an, sodass der speedige Michigan Venus (51:10) mit Robert Pletschacher überraschend punkten konnte.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 78.499,34 Euro – Bahnumsatz: 19.487,00 Euro – Außenumsatz: 59.012,34 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 1. April statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht dann der mit 7.000 Euro dotierte Bild-Pokal (Trial I). Der Beginn ist um 13.30 Uhr!