Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012: So langsam geht es um die Wurst

Beim Kampf um die Deutsche Meisterschaft

zählt für Thorsten Tietz jeder Sieg

Berlin-Mariendorf, 12. November (Beginn 18.30 Uhr / Start des 1. Rennens um 18.41 Uhr).

Der Blick auf den Kalender sagt einiges: Nur noch rund sieben Wochen verbleiben dem Titelverteidiger Roland Hülskath und seinem Herausforderer Thorsten Tietz, um den eigenen Punktestand zu verbessern und das Duell um die Deutsche Meisterschaft der Berufsfahrer zu eigenen Gunsten zu entscheiden.

Obwohl Roland Hülskath am Montag nicht in Mariendorf vor Ort ist, begleitet das Thema daher natürlich die Mariendorfer Abendveranstaltung und die Frage lautet: Wie oft wird Thorsten Tietz in den Winnercircle fahren? Der 35-Jährige steigt viermal in den Sulky und an den letzten Berliner Renntagen lag seine Trefferausbeute bei sensationellen fünfzig Prozent. Doch diesmal wartet eine anspruchsvolle Aufgabe auf ihn. Denn Tietz gilt nur in dem mit 1.000 Euro Siegjackpot aufgestockten  3. Rennen als glasklarer Favorit. Dort darf er auf Harald Krogmanns Seriensieger Kalido vertrauen.

Der Dreijährige gewann vier seiner fünf Starts und ist auch, was seine Abstammung anbelangt, ein echter „Vollbomber“. Er scheint den Erfolgswillen seiner Mutter Katjes geerbt zu haben, die nach sechzehn ihrer insgesamt zweiundzwanzig Einsätze auf die Siegerparade ging und sich in der Zucht als Mutter der Stuten-Derbysiegerin Kataja ausgezeichnet hat. Das Pedigree ist also vom Feinsten. Doch Kalido wirkt im Rennen immer noch recht grün. Rein von der Klasse her steht der Braune zwar über dem Feld – doch Unsicherheiten darf er sich gegen Konkurrenten wie Bagheera Boko (Benjamin Hagen), Bruno (Andreas Gläser) und Ain’tshes Diamond (Michal Kalcik) trotzdem nicht erlauben.

Gleich im Anschluss schlägt für Tietz in der vierten Tagesprüfung mit Lucky Moor die Stunde der Wahrheit. Nach zwei verkorksten Auftritten hintereinander muss der Hengst, der eigentlich stets beständig war, nun endlich Farbe bekennen. Er geht genauso wie Zuccero (Daniel Wagner) und Jenny Mc Murtie (Michal Kalcik) zwanzig Meter hinter den verlockend aufgestellten Hamiro Sebarg (Josephine Schiller) und  Jazzman (Ferdinand Hirsch) ins Rennen. Die größten Geldverdiener müssen sogar noch eine weitere Zulage in Kauf nehmen: Eckstein (Heiner Christiansen), Parisienne Blue (Heinz Wewering) und der zuvor in Dänemark gestartete US-Hengst Kabir (Manfred Zwiener) drehen an der 2.540-Meter-Marke ein.

Im 6. Rennen geht es für Tietz mit einer echten Wackelkandidatin weiter: Glattgehend kann Dirk Grusdas’ Stute Etinara durchaus einiges bewegen. In Karlshorst hatte die Fünfjährige am 2. November bereits den Sieg vor Augen, als sie nach ständiger Führung Mitte des Einlaufs ansprang. Die Schwester des in Berlin bestens bekannten Eddy Titan besitzt den schnellsten Rekord der acht Teilnehmer und dass sich Tietz für sie und damit gegen die Stallgefährten Ribery (Dennis Spangenberg) und  Open Straight (Josephine Schiller) entschieden hat, spricht natürlich für die Dunkelbraune. Diejenigen, die Etinara auf dem Wettschein ganz oben ankreuzen, müssen trotzdem Mut mitbringen. Denn vier ihrer letzten fünf Auftritte mündeten in Galoppaden und von der Papierform her stehen Bavaria Blue (Michael Nimczyk), Peanut Bes (Bernd Schrödl) und Firno Bo (Heinz Wewering) erheblich besser da.

Noch wagemutiger ist ein Wetteinsatz auf Peer G, den Tietz im 7. Rennen steuern wird. Ein Sieg des Wallachs käme einer Sensation gleich. Denn diese für die Bahnbesucher mit dem Zweierwetten-Gewinnspiel verknüpfte Prüfung ist ein absolutes Highlight der Abendveranstaltung und wenn nichts Außergewöhnliches geschieht, wird Peer G nur um ein Platzgeld kämpfen. Dass der Achtjährige erstklassige Gegner wie Udit de l’Aulnay (Heiner Christiansen), Pershing Shadow (Manfred Zwiener), San Siro BR (Michael Nimczyk) und Goetmals Best (Roman Matzky) blass ausschauen lässt, ist beim besten Willen nicht zu erwarten – obwohl Tietz bei bisher nur zwei Fahrten mit Peer G einmal Erster und einmal Zweiter war.

Tipps des Veranstalters:

1. Giggi – Lili Marleen – Killarney

2. Allison Light – Pirate de Jour – Grand Ass

3. Kalido – Bagheera Boko – Bruno

4. Parisienne Blue – Zuccero – Eckstein

5. Junior – Azarie Ass – Vic Timberlake – Babilo Bes

6. Bavaria Blue – Ribery – Peanut Bes

7. Udit de l’Aulnay – Pershing Shadow – San Siro BR

8. Schenkenberg – Ocean Abano – Kingston Town

9. Karate Kid Diamant – Russel Sambuca – Monet Lavec