Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012: Sieg für Othello Jaycee und von Holdt

Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012:

Sieg für Othello Jaycee und von Holdt

 

Das Gespann gewinnt das Fritz Brandt-Rennen 2012

In William Shakespeares berühmten Theaterstück „Othello, der Mohr von Venedig“ ist der Hauptprotagonist eine tragische Figur. Sein vierbeiniger Namensvetter Othello Jaycee spielte bei der großen Mariendorfer Karfreitagsveranstaltung und dem Fritz Brandt-Rennen 2012 eine völlig andere und weitaus positivere Rolle. Der von Hans-Jürgen von Holdt präsentierte Wallach war in dem Berliner Traber-Klassiker eine Macht.

Das Fritz Brandt-Rennen wird schon seit 1933 ausgetragen und auch in diesem Jahr ging es um viel Geld. Die vier Vorläufe und das Finale A sowie das Finale B waren mit insgesamt 24.000 Euro Prämie dotiert. Der dickste Happen, nämlich 10.000 Euro, entfiel natürlich auf das A-Finale, in dem elf Teilnehmer aus zwei Bändern gegeneinander antraten. Die entscheidende Szene ergab sich genau eine Runde vor dem Ziel: Scoop und Frank Eickmann hatten zunächst die Führung übernommen, doch vor den Tribünen preschte Othello Jaycee mit mächtigen Schritten heran und ging an die Spitze. Das war es auch schon: Denn bei eher gemäßigten Durchgangszeiten im siebzehner und achtzehner Bereich brauchte Hans-Jürgen von Holdt seinem Schützling fortan nicht allzu viel abverlangen.

Spannung kam erst auf, als Scoop in der Zielgeraden freikam und Frank Eickmann den Fünfjährigen postwendend zum Angriff dirigierte. Doch die Attacke prallte ab: Der Pari-Favorit Othello Jaycee behielt das Heft in 17,2/2.000 m felsenfest in der Hand und verwies den Verfolger mit einem Vorteil von einer Länge auf Rang zwei. Einen überaus feinen Schlussakkord setzte Pershing Shadow in der Hand von Michael Hamann. Für den Traber der Berliner Besitzerfamilie Kort wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen – denn der Wallach fand an der Innenkante erst spät eine Passage. Sein dritter Platz mit nur anderthalb Längen Rückstand auf den Sieger war jedenfalls ein Achtungserfolg.

Im Vorlauf hatte Pershing Shadow dem aus der zweiten Startreihe erst spät auf Touren gekommenen Othello Jaycee sogar die Eisen gezeigt. Die vier Qualifikationen für das Finale wurden hauptsächlich von denjenigen Pferden geprägt, die wenig später auch im Endlauf ihre Nüstern vorne hatten. Neben dem schon erwähnten Scoop, der mit Frank Eickmann in der Tagesbestzeit von 15,8/1.900m dem Kontrahenten Fabius (Christian Schulz) das Nachsehen gab, konnte sich insbesondere der im Finale letztlich viertplatzierte Gaius R.A. mit Michael Schreiber Start bis Ziel in Szene setzen. Eher glücklich fiel der Vorlaufserfolg für Sahir und den sechsmaligen Amateur-Europameister Christian Mayr aus. Das Gespann profitierte von der Disqualifikation des Gegenspielers Letsgoagain (Dieter Steghofer), der zwar als Erster über die Ziellinie gestürmt war, eine Runde zuvor aber San Siro BR (Christoph Pellander) schwer von den Beinen gebracht hatte.

Der Sieg im B-Finale des Fritz Brandt-Rennens ging verdientermaßen an Zambi Boko und ihren erst 17-jährigen Fahrer Martin Ch. Geineder, die sich schon im von Scoop gewonnenen Vorlauf als Viertplatzierte äußerst wacker geschlagen hatten. Geineder setzte beim kleinen Finale ganz und gar auf die Finishkünste der niederländischen Stute und lag mit dieser Taktik goldrichtig. Denn Zambi Boko wurde im Einlauf mit jedem Schritt stärker und fing die tapfere Annette Steding (Hans-Jürgen von Holdt) nach Kampf mit einer Länge Vorsprung ab.

Und hier die weiteren Sieger des Nachmittags: Daniel Wagner kam als einziger Fahrer zu einem Doppelerfolg. Mit Carlotta BE deklassierte der zweimalige Berliner Champion seine Konkurrenten auf der Meilenstrecke mit Weile-Vorsprung. Nicht minder beeindruckend war sein Sieg mit Jaycee, der aus dem Schlussbogen heraus mit gewaltigen Schritten nachhause stiefelte. Detlef Fleischer profitierte mit Push the Button vom Startvorteil des ersten Bandes. Das Gespann hatte jederzeit alles unter Kontrolle, Byron (Marisa Bock) holte sich mit feinem Speed das zweite Geld. Fee Ventury (Dennis Spangenberg) debütierte auf Anhieb siegreich und fing ihre Gegenspielerin Landesfürstin (Heinz Wewering) nach einem Rennen an vierter Stelle außen mit dem letzten Schritt ab. Der über viel Laufvermögen verfügende Scorpio du Vivier blieb endlich einmal fehlerlos und zog mit seinem Trainer Kay Werner im langgezogenen Endspurt an den Kontrahenten vorbei. Butch und Christian Zimmermann ließen sich auch von einem Rennverlauf außen herum nicht stoppen.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 136.179,25 Euro – Bahnumsatz: 47.053,50 Euro – Außenumsatz: 89.125,75 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 15. April statt. Der Beginn ist um 13.30 Uhr!