Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012: Knapper Punktsieg für Tietz

Im Fernduell mit Roland Hülskath erkämpft sich der 34-Jährige einen minimalen Vorsprung und landet ebenso wie Maik Esper einen Doppelerfolg.

109 zu 108 für Thorsten Tietz: Das ist der aktuelle Stand im Berufsfahrer-Championat. Am Montagabend entwickelte sich der Kampf um den Goldhelm zu einem Fernduell, denn der Berliner Profi konnte zweimal in Mariendorf punkten, während sein Kontrahent Roland Hülskath in Dinslaken nur einmal auf die Ehrenrunde ging.

Dennoch dürfte Thorsten Tietz mit der Ausbeute nicht hundertprozentig zufrieden gewesen sein, denn bei insgesamt acht Startern gab es für ihn neben seinen beiden Volltreffern doch auch einige Enttäuschungen. Der Auftakt des Abends lief für den Ranglistenersten aber ganz nach Plan. Sein 10:10-Topfavorit Spicy A. blieb auch beim zweiten Lebensstart unbezwungen und war von der Manier her einfach großartig. Der Hengst der Berliner Besitzerfamilie Hahn stürmte noch vor dem ersten Bogen an die Spitze und gewann in 17,8/1.900m völlig unangefasst.

Noch deutlich schneller war Thorsten Tietz dann wenig später mit Willemijn A (33:10) unterwegs, die das Feld auf der Zielgeraden von hinten in exzellenten 15,6/1.900m aufrollte. Das war es dann aber auch schon und vor allem mit dem zuvor ungeschlagenen Hengst Kalido hatte Tietz wenig Glück – der bei 14:10 notierte Dreijährige geriet beim Bänderstart sofort von den Beinen. Der Sieg ging trotzdem an die Trainieranstalt Matzky, denn Marischallo (109:10) und Dennis Spangenberg, für den es zugleich der 300. Erfolg seiner Fahrerlaufbahn war, sprangen in 18,7/2.520m für den disqualifizierten Favoriten in die Bresche.

Zwei Siege waren also das Endergebnis für Tietz und auch Maik Esper konnte mit diesem Ergebnis glänzen. Zunächst trumpfte der ehemalige Wahl-Italiener mit Herana (42:10) in 1:15,8/1.900m auf. Esper hatte die Stute erst im Schlussbogen eingesetzt und Herana nahm die Aufforderung sofort an. Die Sechsjährige trommelte ein langgezogenes Finish auf die Piste, bei dem die zweit- und drittplazierten Yoboko Toscana (Benjamin Hagen) und Artos W (Roman Matzky) nicht entscheidend mithalten konnten. Seinen zweiten Tagessieg machte Maik Esper dann eine Stunde später mit Bogey Boko (28:10) perfekt, der er aus der sechsten Position heraus ebenfalls in der letzten Kurve auf Touren kam und sich in den Farben des Rennstalls Living Dream von seiner besten Seite präsentierte.

Die stolze Marke von 1:15,6 min., die Willemijn A als Tagesbestzeit vorgelegt hatte, wurde im einzigen Amateurfahren des Abends von Mister PK (12:10) egalisiert. Die Berliner Championesse Sarah Kube hatte Peter Krohms Stallcrack sofort an die Spitze geführt. Auf den letzten der 1.900 Meter wurde der von Frank Ostermann trainierte Hengst zwar deutlich kürzer, aber es reichte anderthalb Längen vor Hamiro Sebarg (Steffen Schulz) für einen nie gefährdeten Sieg. Ebenso klar war Franz Klampfers Stute Britany gegen ihre Konkurrenten voraus. Die Stute beendete eine längere Durststrecke zur sensationellen Quote von 283:10. Daniel Dähn ließ die Diamond-Way-Tochter ganz ruhig an achter Position mitlaufen und setzte alles auf ihren Speed, den Britany dann auf der Zielgeraden überlegen ausspielte.

Heinz Wewering fuhr natürlich ebenso wenig wie Michael Nimczyk ohne den obligatorischen Sieg von der Bahn. Der 29-malige Deutsche Meister punktete mit Merry Legs (17:10), die sich bis in die Gegenseite hinein ganz am Ende des Feldes aufhielt und dann aus dem Schlussbogen heraus mit viel Schwung noch zweieinhalb Längen Vorsprung auf die Gegner erkämpfte. Nimczyk dagegen kam mit dem dreijährigen Bavaria Blue (63:10) für den Stall Mommert zu einem Erfolg. Der Wallach schälte sich erst kurz vor dem Ziel aus einer breit gefächerten Phalanx heraus.

Einen wahren Traber-Krimi gab es zum Abschluss des Abends, denn bis unmittelbar vor dem Pfosten sah die sofort in Front geschossene 1267:10-Außenseiterin Gri Linea (Herbert Tuscher) tatsächlich wie die Siegerin aus. Doch mit dem allerletzten Schritt wurde die Stute doch noch erwischt. Die bei 134:10 äußerst lukrativ notierte Amazing Passion wurde von Jörg Thrun auf den Punkt genau flottgemacht. Eigentlich kein überraschendes Ergebnis, denn die Fünfjährige läuft für die Farben ihrer Besitzerin Anja Reichardt schon seit Wochen in der Form ihres Lebens und verwandelte in dieser Saison bisher fast die Hälfte ihrer Starts in einen Sieg.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 91.818,37 Euro – Bahnumsatz: 24.413,00 Euro – Außenumsatz: 67.405,37 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung – der Renntag der Gastronomie – findet am Sonntag, dem 30. September ab 13.30 Uhr statt. Im Mittelpunkt stehen dann die Trials des Bayern-Pokals und des Preises des Winterfavoriten.