Trabrennen in Berlin – Mariendorf 2012: Fünf Siege der Superlative

Trabrennen in Berlin – Mariendorf 2012:

Fünf Siege der Superlative

Die Topfavoriten Zappadeo, Like a Porsche, Carlotta BE, Blue Phoenix und San Siro BR lassen nichts anbrennen

Am Sonntag traten in Mariendorf gleich mehrere glasklare Favoriten an – und alle siegten derartig überzeugend, dass eine Rangordnung bezüglich der gezeigten Leistungen nur schwer zu treffen ist. Von der erzielten Kilometerzeit her kommt man natürlich nicht an Zappadeo vorbei. Sein Auftritt beim Bild-Pokal-Trial war bereits gewaltig – doch Dieter Hoffmanns Stallcrack packte am Wochenende noch eine Schippe drauf. Der wie immer von Thorsten Tietz gesteuerte Wallach traf in der Meilenprüfung auf ernsthafte Gegner. Vor allem San Sicario (Rolf Hafvenström) leistete gegen den außen herangespurteten 14:10-Favoriten lange erbitterten Widerstand. Doch hundert Meter vor der Linie musste der Herausforderer erkennen, dass gegen Zappadeo kein Kraut gewachsen war. Für den Seriensieger blieb die Uhr bei phantastischen 1:14,4 min. stehen!

Gute zwanzig Minuten später begnügte sich Tietz mit dem 10:10-Ultrafavoriten Like a Porsche mit einem Kilometerschnitt von 16,6/1.900m. Das Sulkygespann setzte das in die Tat um, was sich schon im Vorfeld des Rennens angekündigt hatte. Wie zwei Elfmeter hintereinander: Like a Porsche stand derartig turmhoch über dem Feld, dass ihm ein lockerer Aufgalopp in Form einer besseren Trainingseinheit reichte, um seine Konkurrenten zu deklassieren. Eine glasklare Angelegenheit – dramatische Spannung kam zu keinem Zeitpunkt auf. Like a Porsche zog eine Runde vor dem Ziel an die Spitze und zog im Einlauf völlig unangefasst mit acht Längen Vorsprung auf und davon.

Mindestens genauso beeindruckend gingen Daniel Wagner und Carlotta BE im Viererwetten-Rennen zu Werke. Auf der ersten Runde ließ sich das Gespann, das in zweiter Reihe gestartet war, noch Zeit. Doch auf der Gegenseite ging dann die Post ab. Carlotta BE spurtete in geradezu arroganter Art und Weise an den überforderten Konkurrenten vorbei, ohne sie auch nur eines einzigen Blickes zu würdigen. Und ähnlich wie bei dem Sieg von Like a Porsche reichte der 11:10-Favoritin schon die Hälfte ihrer Leistungskapazität, um in 17,0/1.900m mit fünf Längen Vorsprung davonzueilen.

Beim Kampf um den Frühjahrs-Pokal des VDT musste die erstmalig Sarah Kube anvertraute Stute Blue Phoenix (15:10) dagegen schon ein wenig mehr tun, um sich in 16,1/1.900m durchzusetzen. Das Sulkygespann führte die Erfolgsserie der Mariendorfer Topfavoriten dennoch fort. Die Amateur-Championesse warf die Sechsjährige, die während des gesamten Rennens temperamentvoll ihren Kopf hin und her schüttelte, erst auf der Schlusshalben in die Schlacht und Blue Phoenix triumphierte mit zwei Längen Vorsprung. Heinz Wewering wartete im Sulky von San Siro BR (19:10) sogar noch länger ab. Aus gutem Grund – denn der Wallach, der beim Fritz-Brandt-Vorlauf an einer schweren Behinderung gescheitert war, bekam diesmal ein Idealrennen an vierter Position außen serviert. Im Einlauf reichte dem Mommert-Traber ein kurzes Zeichen seines Fahrers und er zündete in 15,5/1.900m ein brillantes Feuerwerk ab.

Doch neben den Siegen der Topfavoriten gab es am Wettmarkt auch einen dicken Paukenschlag. Für den sorgte Manfred Zwiener mit dem 305:10-Außenseiter Rufus Simoni, den er sofort geschickt an zweiter Stelle innen eingeparkt hatte. Der dänische Hengst bedankte sich mit einer tollen Speedleistung und fing die stets führende Okey Dokey (Daniel Wagner) in 17,9/1.900m mit dem allerletzten Schritt ab. Rufus Simoni steigerte seinen Rekord bei der Rückkehr aus der Winterpause um volle vier Sekunden! Mit Miss Copiad (Heinz Wewering / 13:10) auf dem dritten Rang zahlte die Dreierwette sensationelle 47.269:10 aus. Für Manfred Zwiener war das zugleich der Auftakt eines gelungenen Nachmittags, denn der mehrmalige Berliner Champion machte später seinen zweiten Tagessieg – ebenfalls für die Besitzerfarben von Peter Simoni – mit Pontiac Simoni (71:10) perfekt, der nach einem Rennverlauf an sechster Stelle Mitte des Einlaufs auftrumpfte.

Und hier die weiteren Sieger der Mariendorfer Veranstaltung: Die von André Pögel gesteuerte Chelsea Norton (30:10) nahm die Erfolgsspur nach ihrer dreimonatigen Ruhepause sofort wieder auf. Die Stute flog auf der Gegenseite im Rush am gesamten Feld vorbei und war in 17,1/1.900m drückend überlegen. Bruno (17:10) und Andreas Gläser gaben ebenfalls auf der Überseite Gas und spielten in 17,8/1.900m mit einer Länge Vorsprung auf. Mit dem am Toto krass unterschätzten Monet Lavec (103:10) setzte Heiner Christiansen dagegen auf die frühe Offensive. Jörg Schefe tat es ihm mit Etienne Corner (51:10) gleich. Der Wallach stürmte in 16,8/1.900 zu einem Start-Ziel-Sieg.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 112.480,55 Euro – Bahnumsatz: 40.040,50 Euro – Außenumsatz: 72.440,05 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Montag, dem 23. April statt. Der Beginn ist um 18.30 Uhr!