Trabrennen in Berlin-Mariendorf 2012: Die Serie geht weiter

Heinz Wewering bleibt mit Victory Love auf der Siegerstraße.

Manfred Zwiener und Rainbow Lucky lassen den Toto platzen

Der Mariendorfer Abendrenntag begann mit einem Paukenschlag: Die von Manfred Zwiener gesteuerte 405:10-Außenseiterin Rainbow Lucky überraschte das Publikum nach einem Idealverlauf an der Innenkante. Bei ihrem fünfzigsten Lebensstart putzte die in den Farben von Katja Stoldt und Wolfgang Prange laufende Stute tatsächlich den Gegner Flammende Herzen (Daniel Wagner) weg, der das Feld noch in den Einlauf geführt hatte – wobei dem siegreichen Gespann natürlich der Ausfall der 10:10-Topfavoritin Fee Ventury (Thorsten Tietz) entgegenkam. Mit dieser sensationell hohen Quote konnte im weiteren Verlauf der Veranstaltung nur noch Charlyn Bes mithalten, die an den Wettkassen 356:10 auszahlte und mit ihrem Besitzertrainer Bernd Schrödl Start bis Ziel auftrumpfte.

Das herausragend besetzte Rennen der Gewinnsummenklasse bis 24.000 Euro verlief dagegen völlig formgemäß und wurde eine Beute des Seriensiegers Victory Love (31:10), der damit zum fünften Mal hintereinander ungeschlagen blieb. Heinz Wewering ließ mit Peter Krohms Vierbeiner-Crack vom Fleck weg nichts anbrennen und verpasste Victory Loves Trainer Frank Ostermann bei der Siegerehrung ein dickes Kompliment: „Der Wallach ist immer perfekt vorbereitet und kommt auch mit unterschiedlichen Fahrern problemlos zurecht – ein klares Zeichen dafür, dass er sich in seiner Stallumgebung wohlfühlt.“ Das zweite Geld ging zwei Längen dahinter an den erstaunlich starken Elton, der Victory Love stets wie ein Schatten gefolgt war.

Thorsten Tietz musste im gleichen Rennen mit der hocheingeschätzten Blue Phoenix passen, denn die Stute verfiel nach einer halben Runde in Galopp. Doch der Ranglistenerste konnte dafür mit zwei anderen Pferden punkten. Jean Pierre Corner (15:10) präsentierte sich wie erwartet souverän. Der Wallach stürmte im ersten Bogen in Front und gab dem außen herum tapferen Udit de l’Aulnay (Wladimir Gening) nie eine ernsthafte Chance. In der Tagesbestzeit von 15,6/1.900m trennten den überlegenen Jean Pierre Corner am Ende anderthalb Längen von dem Rivalen. Tietz ging außerdem mit Donna Key (24:10) auf die Parade, die das Geschehen in schnellen 15,7/1.900m ebenfalls von der Spitze aus kontrollierte. Für den einzigen ernsthaften Gegner Zuccero (Daniel Wagner) öffnete sich nie eine Passage, sodass dem Verfolger nur das zweite Geld blieb.

Viel Aufregung gab es beim Amateurfahren in der Gewinnsummenklasse bis 6.500 Euro. Der Fuchswallach Tom for you und sein Pilot Werner Schnieder waren eigentlich schon längst zuhause, als das Rennen wegen einer Kollision von Akasha Mo (Karin Walter-Mommert) und Zaffier Heikant (Sarah Kube) aus Sicherheitsgründen abgeläutet wurde. Da die Prüfung auch nicht wiederholt wurde, schien Werner Schnieder zunächst der Pechvogel des Tages zu sein. Doch der Routinier hielt sich wenig später mit dem schwedischen Neuzugang Himountain (22:10) schadlos, der bei seinem Deutschlanddebüt trotz starker Konkurrenz mit einem tollen Endspurt glänzte.

Der überlegendste Sieger des Tages war Jaycee (10:10), der mit seinem Trainer Daniel Wagner trotz einer Zulage von zwanzig Metern schnell die zweite Stelle eroberte und auf der Zielgeraden mit acht Längen Vorsprung auf und davon zog. „Dieses Pferd wird seinen Weg machen“, strahlte Daniel Wagner gemeinsam mit dem Besitzer Jürgen Dieck bei der Siegerehrung und erläuterte die kommenden Pläne: „Als nächstes haben wir den Trial II des NRZ-Pokals am 20. Mai für Jaycee vorgesehen.“ Ein zweiter „heißer Brenner“, nämlich der von Hans Joachim Tipke gesteuerte und bei 11:10-gehandelte Oxford Sas, enttäuschte seinen Anhang ebenfalls nicht. Unterwegs überließ der sofort in Front geschossene Vierjährige zwar Platino (Heinz Wewering) die Führung. Aber aus dem Schlussbogen heraus eroberte sich der jüngere Bruder des Klasse-Trabers Mephisto SAS das Kommando leicht und locker zurück.

„Er steht trotz seines Alters von sechs Jahren eigentlich erst am Anfang seiner Karriere und es ist noch viel Potential nach oben da“, freute sich Kay Werner nach dem tollen Triumph seines Schützlings Scorpio du Vivier (57:10). In der Startphase hatte der Berliner Profi mit dem Traber des Rennstalls Radde noch nicht alles riskiert und Scorpio du Vivier lag daher an drittletzter Stelle des Feldes. Auf der Gegenseite tankte sich der Wallach dichter an die Spitzengruppe heran und war sofort zur Stelle, als das Pulk im Einlauf breit auseinanderfächerte – eine überzeugende Leistung, die Geschmack auf mehr macht.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 86.326,39 Euro – Bahnumsatz: 18.505,00 Euro – Außenumsatz: 67.821,39 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 13. Mai statt. Im Mittelpunkt steht der Trial II des Diamond-Way-Rennens um 7.000 Euro Preisgeld. Der Beginn ist um 13.30 Uhr!