Trabrennen in Berlin 2016: Tag der Mariendorfer Champions

Foto von Marius Schwarz: Der Berliner Trabrennfahrer Kay Werner und sein Wallach Berlusconi

Die Ehrung der Lokalmatadoren wird von acht PMU-Prüfungen umrahmt.  Jos Verbeeck verleiht dem Geschehen eine internationale Note, trifft es aber sehr schwer an. Die V5 beginnt bereits im 2. Rennen und natürlich verdienen auch die Dreier- und Vierergarantien ganz besondere Aufmerksamkeit.  

Berlin-Mariendorf, 20. Januar 2016 (Start des 1. Rennens um 17.25 Uhr).

Ulrich Mommert (Besitzer), Dirk Grusdas (Züchter), Thorsten Tietz (Berufsfahrer), Sarah Kube (Amateure), Heinz Wilhalm (Trainer), Ronja Walter (Trabreiter) und Philipp Caternberg (Auszubildende): Das sind die Namen der Mariendorfer Champions, die bei der PMU-Veranstaltung auf der Derby-Bahn feierlich geehrt werden und denen natürlich ein Renntitel gewidmet ist. Und auch der vierbeinige Held der Saison 2015 gibt sich die Ehre: Der „Mariendorfer Traber des Jahres“ Mighty Hanover, der auf Berlins Pferde-Avus stolze elf Siegerschleifen ergatterte, wird von seiner Besitzerin Kristina Dormann-Mejri im Winner-Circle präsentiert.

Gleich im 1. Rennen ist auch internationales Flair dabei: der „Hexer“ Jos Verbeeck gibt sich erneut die Ehre. Aber es müsste schon wie verhext zugehen, damit er die die lukrative Siegbörse abräumen kann – der viermalige Amérique-Triumphator trifft es bei allen seiner sechs Fahrten verdammt schwer an. Mit dem eigenwilligen Gitano JL verlor der Belgier zuletzt schon in der Startphase sehr viel Boden und es ist nicht zu erwarten, dass sich der Wallach gegen die favorisierten Abano W (Michael Nimczyk) und Twiga B (Thorsten Tietz), die beide eine starke Schlusshalbe ableisteten und jeweils Ehrenplätze erzielten, durchsetzen wird. Von der Position elf aus wird sich Verbeeck also vermutlich genauso wie bei seinen weiteren Engagements auf ein Platzgeld konzentrieren.

Das 2. Rennen ist der Startschuss für die V5 und hier stehen die frischen Siegerinnen Fiobana (Thorsten Tietz) und Alannah Mo (Michael Nimczyk) im Mittelpunkt. Beides Pferde, die interessant gezogen sind – ihre Mütter Alena Lobell und Fiona Kö waren zwar keine Jahrgangs-Cracks, zeigten ihren Gegnern aber glatte dreißig Mal die Hufeisen. In der V5-Strategie sind beide Stuten eine feste Bank – es ist nicht vorstellbar, dass sie sich von einem Außenseiter überraschen lassen. Im 3. Rennen ist die Favoritenkonstellation ebenfalls glasklar. Für den Sieg kommen nur drei Teilnehmer in Frage. Charming Oreau (Alle Loman) imponierte von der Spitze aus in 13-er Zeit und ließ Cotton Rich (Thorsten Tietz), der nur am Verlauf scheiterte und keineswegs enttäuschte, nicht den Hauch einer Chance. Eine Formumkehr ist durchaus möglich. Dritter im Bunde ist der in der Form seines Lebens laufende SJs Sunday (Kornelius Kluth).

Im 4. Rennen, das mit einer 5.000 Euro Vierer-Garantie ausgestattet ist, gibt es kein Vorbeikommen an Floh G (Thorsten Tietz), der auf der Gegenseite eingesetzt wurde und seine Konkurrenten stehen ließ, als wären wie Schildkröten. Bleibt er auf den Beinen, werden selbst solch exzellente Traber wie Bianca Boshoeve (Maik Esper) und Janus R. A. (Thomas Panschow) kaum eine Chance haben – genauso wenig wie der für den Mariendorfer Rechtskurs regelrecht geborene Racer (Robert Pletschacher), der in der Saison 2015 drei seiner vier Berliner Gastauftritte gewann. Viel Raum für Spekulationen bietet aber das 5. Rennen: Hier muss Alpha Simoni (Benjamin Hagen) gegen Felouka Boko (Kay Werner) und Bellevue (Thorsten Tietz) erst einmal beweisen, was der Karlshorter Ehrenrang wert ist. Approach Mo (Michael Nimczyk) und Kaycee Mo (Jordan Haarig) – die beiden Debütanten aus dem Stall Mommert – sind ebenfalls interessant.

Im 6. Rennen – einerseits Abschluss der V5 und andererseits mit 5.000 Euro Dreier-Garantie verknüpft – treten drei frische Sieger an. Die Erfolge von Berlusconi (Kay Werner), Enrico Hanseatic (Tim Schwarma) und Thunder Jet (Jorma Oikarinen) sind natürlich tolle Referenzen. Aber es ist dennoch zu bezweifeln, dass eine Vollkombi dieser drei Pferde ausreicht, um automatisch einen Wettgewinn einzustreichen. Denn zumindest zwei der weiteren sieben Teilnehmer werden sich kräftig ins Geschehen einmischen. Nämlich die antrittsschnelle Jana (Heinz Wewering), die nur die ersten Meter überstehen muss, um ganz weit vorne zu landen, sowie Finnegan Bros (Kornelius Kluth), der durchweg nur gute Leistungen kennt. Das Ganze ist also eine ziemlich offene Geschichte. 

Genauso wie die siebente Tagesprüfung, die französischen Trottern vorbehalten ist. Astasia du Vivier (Michael Hönemann) ist schnell, geht aber nur selten glatt. Asper de Cassandra (Lukasz Kurys) wurde beim Ehrenrang zwar sehr aufwendig durch äußere Spuren vorgetragen, bewies aber großartigen Einsatzwillen. Sollten die beiden Genannten unter den Erwartungen bleiben, ist für nahezu alle ihrer Gegner einiges drin. Welcher Starter das Kreuz auf dem Tippschein am ehesten verdient, ist in erster Linie eine Geschmackssache. Im abschließenden 8. Rennen ist der Kreis der Sieganwärter deutlich enger. Hier spricht alles für Femke Schermer (Christoph Pellander), die zuletzt von vorne gewann, aber auch im Speed stark ist. Sie wird sich vor allem mit Sex and the City (Wolfgang May), Whinny Love (Sebastian Gläser) und dem immer konstanter werdenden Cees Butcher (Michael Hamann) auseinander setzen müssen.      

Unsere Tipps:

1. Abano W – Twiga Bi – Look Red Romulus

2. Fiobana – Alannah Mo – Sir Carlton

3. Cotton Rich – Charming Oreau – SJs Sunday

4. Floh G – Bianca Boshoeve – Janus R.A. – Racer

5. Alpha Simoni – Felouka Boko – Bellevue

6. Berlusconi – Finnegan Bros – Enrico Hanseatic

7. Asper de Cassandra – Astasia du Vivier – Vushida de Moem

8. Femke Schermer – Whinny Love – Sex and the City