Trabrennen Berlin_mariendorf: Venture Boszorg nicht zu knacken

Michael Schmid gewinnt mit dem Seriensieger den NRZ-Pokal-Trial

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung: Der Kaiser’s Familienrenntag ging bei wahrhaft traumhaften äußeren Bedingungen über die Bühne. Bei sommerlichen Temperaturen genossen die Besucherscharen nicht nur die zahlreichen kulinarischen Angebote, sondern vor allem großartigen Sport. Das Publikum bewunderte einen herausragenden Sieger: Der Hengst Venture Boszorg stürmte in der Tagesbestzeit von 14,0/1.900m zum Triumph in dem mit 7.000 Euro dotierten NRZ-Pokal-Trial.

Im Sulky des Vierjährigen saß zum erstenmal Michael Schmid, der die Fahrleine für Venture Boszorgs für eine Woche gesperrten Trainer Tom Kooyman übernommen hatte. Aber natürlich war der Niederländer ebenfalls vor Ort. „Vor dem Rennen habe ich Michael gesagt, dass die ersten fünfhundert Meter ein bisschen problematisch werden können. Aber nachdem Venture Boszorg schon früh seinen Rhythmus gefunden hatte, war ich mir sicher, dass der Hengst nichts mehr anbrennen lässt“, strahlte Kooyman bei der Siegerehrung. Und Michael Schmid ergänzte: „Venture Boszorg hat seine Gegner heute regelrecht aufgefressen!“

Schmid brachte den Rennverlauf mit dieser Aussage genau auf den Punkt. Denn während die am Ende dritt- bzw. fünftplazierten Magic Life Diamant (Heinz Wewering) und Franzl Crown (Benjamin Hagen) schon auf der ersten dreiviertel Runde ein gewaltiges Fässchen aufmachten und bei ihrem kräftezehrenden Duell um die Spitze mächtig Körner ließen, konnte sich der Bronzehelm das Geschehen in aller Seelenruhe anschauen. Schmid dirigierte den an sechster Stelle außen postierten 25:10-Favoriten erst kurz vor dem Schlussbogen zum Angriff.

Der Hengst  sah bereits in dieser Phase wie der Sieger aus. Gefährlich schien ihm nur noch Jaycee (Daniel Wagner) zu werden. Der Konkurrent marschierte ebenfalls mit viel Schwung auf, verlor jedoch Mitte der Zielgeraden die Aktion und wurde disqualifiziert. Das zweite Geld ging daher an Franck Ribery (Roland Hülskath), der ebenso wie Venture Boszorg erst auf der letzten Halben eingesetzt wurde. Hinter dem bis zur Linie tapfer durchziehenden Magic Life Diamant holte sich Master As (Robin Bakker) unter erheblicher Rekordverbesserung Rang vier.

Aus dem Rahmenprogramm stach vor allem das über 2.500 Meter führende internationale Bänderstartrennen heraus, bei dem der Derby-Zweite Impact As (Michael Schmid) und die Arthur-Knauer-Siegerin What a Feeling (Roland Hülskath) ihr mit Spannung erwartetes Saisondebüt gaben. Beide Pferde scheiterten jedoch an ihrer Zulage von vierzig Metern – wobei sich Impact As als Zweiter in bärenstarken 14,8/2.540m dennoch hervorragend aus der Affäre zog. Der Sieg ging allerdings an einen Riesenaußenseiter: Der von Wladimir Gening gesteuerte Belgino (416:10) wurde zwar eine Runde vor dem Ziel an der Spitze abgelöst, kehrte dann aber auf den letzten dreihundert Metern mit aller Macht zurück.

Mit dieser Sensationsquote war das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, denn mit dem ersten vollen Erfolg ihrer jungen Fahrerkarriere präsentierte sich  Josephine Schiller als Toto-Schocker. Die 22-jährige Berlinerin hatte der am Wettmarkt völlig ignorierten Hey Eck (858:10) ein Traumrennen an der Innenkante verschafft und die Stute war mit dem allerletzten Schritt zur Stelle. „Ich kann es gar nicht glauben, dass es tatsächlich geklappt hat“, schmunzelte die Amazone im Anschluss. Wobei dieser Treffer längst überfällig war, denn Josephine Schiller hatte bereits in den vergangenen Monaten eine gute Fahrt nach der anderen abgeliefert.

Und hier die weiteren Sieger: Günther Lühring vertraute ganz auf die Finishkünste von Speedy Filou (28:10), der sich hauchdünn für den elften Erfolg seiner Vierbeinerlaufbahn durchsetzte. Mit Not to Bi (21:10) zwang Thorsten Tietz seinen Gegner das Tempo von der Spitze aus auf. Beim Trabreiten hatte Sweet Fly (52:10) im Schlussbogen mächtig mit der Gangart zu kämpfen, doch die erfahrene Marisa Bock brachte den Wackelkandidaten mit viel Umsicht ins Ziel. Beim dritten gemeinsamen Start mit Heinz Wewering legte Josi Jane (119:10) die Maidenschaft ab.

Michael Nimczyk steuerte Crown Store (77:10) trotz der ungünstigen Startposition zwölf Ende der Tribünengeraden energisch an die Spitze und der Wallach trommelte gigantische 14,7/ 1.900m auf das Geläuf. Sogar noch schneller war Sugar (20:10) mit ihrem Trainer Daniel Wagner unterwegs, die ihren Rekord auf der Meilendistanz in 1:14,2 min. um volle anderthalb Sekunden verbesserte. Bei seinem zweiten Lebensstart steigerte sich der erst dreijährige Vantastic (25:10) mit Victor Gentz im Sulky bereits auf vorzügliche 15,6/1.900m und steht angesichts dieser Leistung ohne Frage vor einer erfolgreichen Zukunft. Für den Vize-Europameister der Lehrlinge hatte das Rennen allerdings ein böses Nachspiel, denn Victor Gentz bekam aufgrund zu häufigen Peitschengebrauchs sieben Tage Fahrverbot aufgebrummt.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 143.013,94 Euro – Bahnumsatz: 55.840,50 Euro – Außenumsatz: 87.173,44 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 3. Juni statt. Der Beginn ist um 13.30 Uhr!