Trabrennen Berlin - Mariendorf 2015: Die V5 startet mit einem Topfavoriten

Der Wallach Rossini Diamant mit Besitzer Andreas Schwarz (links), Trainer und Fahrer Josef Franzl

An Rossini Diamant gibt es kein Vorbeikommen. Der Schweden-Rückkehrer Enrico di Quattro fordert Wild Viking, Dimitri W Eden und Andrew Dragon heraus. 

Berlin-Mariendorf, 4. Dezember 2015 (Start des ersten Rennens um 17.55 Uhr / Qualifikationen und Vorab-Interviews bereits ab 17.00 Uhr).

Acht mit jeweils 7.000 Euro Preisgeld dotierte PMU-Rennen: Für die Teilnehmer der Mariendorfer Freitagveranstaltung steht einiges auf dem Spiel und es verwundert kaum, dass der Termin großen Zuspruch durch auswärtige Gäste erfährt. Rudolf Haller, Josef Franzl, Josef Sparber, Marisa Bock, Robert Pletschacher und Hans Hellmeier treten von Bayern aus die Reise in die Hauptstadt an. Aus Österreich stößt Michael Hönemann dazu, aus den Niederlanden Marco Menger und Ronald de Beer. Die „üblichen Verdächtigen“ wie die Gold- und Bronzehelmträger Michael Nimczyk und Thorsten Tietz sind ohnehin dabei. Das Publikum darf sich also auf einen prominent besetzten Abend freuen, der zudem durch Jackpots und Garantien in Höhe von 27.000 Euro angereichert ist.

Die ersten Anrechtsscheine für die Prämienausspielung um Wettgutscheine, Gänse und Tannen gilt es bereits in der Auftaktprüfung zu ergattern. Es wird allerdings kein Kinderspiel, die richtige Auswahl unter den dreizehn Pferden zu treffen. Die erstmals von Michael Nimczyk gesteuerte Venise des Lucas belegte in Wolvega nach ständiger Führung einen achtbaren zweiten Platz, ist aber ebenso wie die Ready-Cash-Tochter Byzance du Vivier (Thomas Panschow) ein Pulverfass. Im 2. Rennen kommt es zur Revanche zwischen Mister Rene (Thomas Heinzig) und Big Thunder (Thorsten Tietz), die zuletzt nur um Millimeter voneinander getrennt waren. Mit der Elf bzw. Sieben haben beide aber ungünstige Startnummern erwischt. Hochinteressant ist daher Panasonic Diamant (Kay Werner), der von der Position zwei aus gleich an die Innenkante schlüpfen könnte und viel Speed besitzt. Der Verlauf dürfte ihm entgegenkommen.

Im 3. Rennen beginnt die V5-Wette - und zwar mit einem absoluten Topfavoriten. Wer soll denn Rossini Diamant und seinen Trainer Josef Franzl überhaupt schlagen? Der Crack der Familie Schwarz ist trotz seiner Startnummer elf der Tipp des Tages und es gibt nichts, was gegen den Wallach spricht. Er scheint genauso wie sein älterer Bruder Ontheway Diamant seinen Weg zu gehen. Vier Siege en suite sprechen ein deutliches Wort und vor allem die Art und Weise, in der Rossini Diamant auftrumpfte, war atemberaubend. Sicherlich: Aus der zweiten Reihe muss er zunächst um das gesamte Feld herum – keine ganz einfache Aufgabe. Aber der Sohn der US-Stute Norway but my way (141.906 Euro Gewinnsumme) ist ein Pferd mit Zukunft. Und da alle Freunde einer gepflegten Wette gerade angesichts der übrigen prallvollen V5-Felder hier und da natürlich mit festen Bankpferden arbeiten müssen, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als Rossini Diamant eine feste „1“ auf dem Tippschein zu verpassen.

Im 4. Rennen besitzt der Bayern-Champ Franzl mit Succesful ebenfalls eine gute Chance, doch Tyrolean Dream (Rudolf Haller) und Anna Simoni (Benjamin Hagen) sind kaum niedriger einzustufen. Das mit der Vierergarantie ausgestattete 5. Rennen führt über 2.000 Meter und wird aus zwei Bändern gestartet – eine Partie mit Pfeffer! Die Ausgangslage für den an der Grundmarke aufgestellten Dimitri W Eden (Thorsten Tietz) ist verlockend. Doch zwanzig Meter hinter ihm sind Pferde postiert, die ebenso wie der Wallach Rang und Namen haben. Enrico di Quattro (Daniel Goehrke) schlug sich in Skandinavien prächtig und ging in Kalmar auf die Ehrenrunde. Bei der schwedischen Breeders Crown belegte der Fuchshengst im Vorlauf einen herausragenden zweiten Rang. Wild Viking (Rudolf Haller) gewann das Champions-Rennen 7 mit einem fulminanten Endspurt. Andrew Dragon war deutlich dahinter an diesem Tag zwar nur Fünfter, ist mit seinem Trainer Maik Esper aber eine Macht.

Während die genannten Pferde im Viererwetten-Rennen klar herausstechen, ist die sechste Prüfung völlig offen. Die meiste Aufmerksamkeit wird zwar Sultana Jet (Josef Franzl) und Bella Rubina (Rudolf Haller) gehören – doch nahezu alle anderen der zehn Teilnehmer können in die Dreierwette laufen. Im 7. Rennen heißt es für Thorsten Tietz und Floh G hopp oder top. Im Bahrenfeld-Cup wirkte der Wallach im letzten Bogen müde und kam fast folgerichtig von den Beinen. Hier trifft er es zwar wieder deutlich leichter an, muss aber Harry Bo (Josef Franzl), Acapulco Boshoeve (Maik Esper), Air France (Marco Menger), Phantom Eck (Alexander Kelm), Medusa (Thomas Panschow) und den in Berlin stets bärenstarken Racer (Robert Pletschacher) gut im Auge behalten. Den Auftakt der Daily Double sollte man also nicht zu geizig konzipieren, während für den zweiten Teil dieser Wette – nämlich das abschließende 8. Rennen – der Sieger nahezu festzustehen scheint: Eine Niederlage von Everpolly Boko  und Alexander Kelm erscheint kaum vorstellbar.           

Unsere Tipps:

1. Venise des Lucas – Bimbo de Folie – Agets de Bouere

2. Big Thunder – Mister Rene – Panasonic Diamant

3. Rossini Diamant – Femke Schermer – Forever As

4. Successful – Tyrolean Dream – Anna Simoni

5. Dimitri W Eden – Wild Viking – Andrew Dragon – Enrico di Quattro

6. Sultana Jet – Bella Rubina – Freule Idzarda

7. Floh G – Harry Bo – Air France

8. Everpolly Boko – Twiga Bi – Hera

Foto von Marius SchwarzDer Wallach Rossini Diamant mit seinem Besitzer Andreas Schwarz (links) und dem Trainer und Fahrer Josef Franzl