Trabrennbahn Mariendorf am 22. August 2011: Crown Store in der Tagesbestzeit

 


Trabrennbahn Mariendorf am 22. August 2011:

Crown Store in der Tagesbestzeit

 

Der Wallach profitiert mit Thorsten Tietz vom Ausfall des Topfavoriten King of Swing – Meringo Star siegt mit unbändigem Willen – Sarah Kube glänzt mit einem Doppelerfolg

Den Favoritenwettern blieb vor Schreck die Spucke weg: Beim Mariendorfer Daily-Double-Auftakt hob der bei 11:10 notierte und für unschlagbar gehaltene King of Swing (Heinz Wewering) schon nach wenigen Metern ab. Ganz anders präsentierte sich Crown Store, der erstmalig von Thorsten Tietz gesteuert wurde. Nach dem Ausfall seines einzigen ernsthaften Gegenspielers hatte der Wallach aus dem Rennstall Marion Jauß mit der restlichen Konkurrenz keinerlei Probleme.

Tietz ließ den zunächst an die Spitze gezogenen, aber schon weit vor dem Ziel restlos geschlagenen Tragedien (Heiner Christiansen) nur bis zur ersten Geraden gewähren. Vor den Tribünen ergriff Crown Store (27:10) dann mit einem trockenen Zwischenspurt die Initiative – und das sollte es auch schon gewesen sein. Lediglich Varus (Julia Ertl) kämpfte sich bei zügiger Fahrt noch in gutem Stil heran. Doch als Crown Store aus dem letzten Bogen heraus ein kleines Fass aufmachte, musste der Angreifer sofort klein beigeben. Mit 16,3/1.900m sprang zugleich die Tagesbestzeit für den seit sechs Wochen auf der Schöneicher Ranch von Roman Matzky beheimateten Wallach heraus.

Beim zweiten Teil des Daily Double lag das Publikum allerdings mit der favorisierten Alessandra (18:10) und ihrem Trainer Daniel Wagner goldrichtig. Der zweimalige Berliner Champion hatte der Fünfjährigen einen Traumverlauf an vierter Position außen serviert. Im Einlauf marschierte Alessandra mit acht Längen Vorsprung auf und davon, wobei der sehr mäßige Kilometerschnitt von 19,5/1.900m beim zweiten Volltreffer ihrer noch jungen Rennkarriere eine völlig untergeordnete Rolle spielte. Interessant war das Daily-Double-Ergebnis von 89:10. Dank des 1.000-Euro-Jackpots lag das Resultat im Vergleich deutlich über den beiden miteinander multiplizierten Einzelquoten. Die Freunde dieser neuen Wettart werden also zufrieden gewesen sein.

Die Besitzer von Alessandra hatten schon kurz darauf erneut allen Grund zum Strahlen. Denn das Ehepaar Ruth und Eberhard Thees, das in der im Hamburger Speckgürtel gelegenen Gemeinde Seevetal lebt, durfte sich über den ebenfalls in ihren Farben angetretenen Yoboko Toscana (21:10) freuen. Der Hengst setzte sich mit Oliver Müller trotz eines Rennens in der Außenspur in 16,6/1.609m leicht gegen Koh I Noor (Klaus Daust) durch. Der Berufsfahrer scheint für den niederländischen Traber der ideale Partner zu sein, denn beim zweiten gemeinsamen Einsatz sprang der zweite Sieg heraus.

Beide Amateurfahren der Veranstaltung gingen an Sarah Kube, die sich weiterhin mit deutlichem Vorsprung an der Spitze der bundesdeutschen Wertung behauptet. Das Rennen mit Scenario begann die Amazone mit so viel Schwung, dass schon eine halbe Runde vor dem Pfosten alle Würfel zugunsten des Sulkygespanns gefallen waren. Denn zu diesem Zeitpunkt führte Scenario das Feld mit fast einhundert Metern Vorsprung an. Lediglich auf dem letzten Teilstück wurden die Schritte des 17,0/2.100m erzielenden Wallachs etwas kürzer, dessen Erfolg zugleich den hundertsten Saisontreffer für Trainer Roman Matzky darstellte. Zähler Nummer 101 war wenig später mit Anastacia fällig, mit der sich Sarah Kube für eine defensivere Taktik entschied. Erst im letzten Bogen erfolgte der finale Angriff, bei dem sich Anastacia sofort um Längen von Kantana (Ferdinand Veit) absetzte und in 17.7/1.900m dicht an ihre Rekordmarke heranlief.

Eine bärenstarke Leistung lieferte Romantika (14:10) ab, die sich mit ihrem Trainer Rolf Hafvenström gegen sehr ernstzunehmende Konkurrenz beweisen musste. Waren doch im Feld Klasse-Gegner wie Alana Boy (Heinz Wewering) und Valderrama (Thomas Buley) vertreten, die in der genannten Reihenfolge am Ende die Plätze zwei und drei belegten. Beide Pferde fühlten Romantika kräftig auf den Zahn und waren schließlich nur um eine Kopf- bzw. Halslänge geschlagen. Doch so sehr sie sich auch mühten – sie kamen einfach an Romantika, die auf der ersten Geraden die Führung übernommen und 16,8/1.900m vorgelegt hatte, nicht vorbei.

Bärenstark – dieses Attribut traf einmal mehr auch auf Meringo Star und seinen Trainer Daniel Goehrke zu, deren Erfolgsserie einfach kein Ende nehmen will. Obwohl das 21:10-Favoritengespann diesmal über den langen Weg beinahe auf die Verliererstraße zu geraten schien. Denn Hamiro Sebarg (Daniel Wagner) hatte sich Mitte der Zielgeraden schon einen deutlichen Vorteil erkämpft. Doch die Rechnung war ohne den Wirt gemacht – denn Meringo Star, der lange am Feldende gelegen und seine Position erst auf der letzten Gegenseite verbessert hatte, riss noch einmal sein ganzes Kämpferherz zusammen und spurtete in 18,0/2.500m tatsächlich zum nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg.

Erst einmal Trab fahren – so lautete Fred Königs Devise bei seinem Erfolg mit dem 83:10-Außenseiter Navarro SAS. Über eine Runde lang war von dem glänzend gezogenen, aber äußerst schwierigen Hengst überhaupt nichts zu sehen. Doch die Galoppaden leisteten sich diesmal seine Gegenspieler. Fünf der insgesamt neun Teilnehmer der gewinnarmen Klasse waren durch Fehler ausgefallen und als Fred König seinen Schützling auf den letzten 250 Metern schnell machte, bekam das Gespann die schon deutlich führende Lay on me Diamand (Kay Werner) noch sehr sicher mit einer halben Länge Vorsprung in den Griff.

Seinen aktuell achten Platz in der bundesdeutschen Top Ten der Berufsfahrer festigte Benjamin Hagen mit einem feinen Erfolg im Sulky von Waikato. Bis zur letzten Ecke hatte die 17:10-Favoritin Mademoiselle Mo (Heinz Wewering) das Feld angeführt – doch die Stute wirkte schon in dieser Phase nicht mehr wirklich zwingend und musste Waikato (55:10) widerstandslos passieren lassen. Auch Swedish Titan (Manfred Zwiener) schob sich für das zweite Geld noch knapp an Mademoiselle Mo vorbei, für deren Trainer Heinz Wewering der Abend alles andere als rund verlief.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

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Gesamtumsatz: 85.207,72 Euro – Bahnumsatz: 21.443,53 Euro – Außenumsatz: 63.764,19 Euro