Trabrennbahn Berlin - Mariendorf: Kay Werner und Panasonic Diamant siegen in der Tagesbestzeit

Kay Werner und Panasonic Diamant

Anna Simoni (Manfred Zwiener) und Intelligente (Ferdinand Hirsch) traben ebenfalls einen 13er Kilometerschnitt.

Berlin, 11. September 2016

Hochsommerliches Wetter und rasante Rennen: Bei der Mariendorfer Sonntagveranstaltung erzielten einige Pferde absolute Spitzenzeiten. Der schnellste Traber war an diesem Nachmittag Panasonic Diamant, für den die Uhr bei stolzen 13,7/1.900m stehenblieb. Der Fünfjährige aus dem Stall von Georg Radde stellte seine Rekordmarke damit auf die Zehntelsekunde genau ein. Sein Trainer und Fahrer Kay Werner kam allerdings ein wenig ins Schwitzen, denn der unterwegs an vierter Stelle innen platzierte Wallach schien im Finish zunächst keine Passage zu finden. Doch kurz vor dem Ziel öffnete sich doch noch die entscheidende Lücke und Panasonic Diamant setzte seine grandiose Schnelligkeit sofort ein.

Ein mächtiges Fass machte auch die von Manfred Zwiener präsentierte Anna Simoni auf, denn die als einzige mit Zulage bedachte und bei einer Quote von 130:10 krass unterschätzte Stute trabte von der 2.020-Meter-Marke aus bärenstarke 1:13,8 min. – sie siegte in völlig souveränem Stil. Nach einem Blitzstart war Anna Simoni schon bald an dritter Position auszumachen. Doch Manfred Zwiener ließ sich mit der Vierjährigen trotzdem alle Zeit der Welt und brachte sie erst im Einlauf auf Touren. Der Profi war im Anschluss begeistert: „Wir haben eine Menge an der Anspannung verändert und sie ging diesmal komplett barfuß – das war das richtige Konzept!“

Ferdinand Hirsch und seine enorm gesteigerte Stute Intelligente waren die Dritten im Bunde, die in den 13er-Kilomterzeitenbereich vorstießen. Und das gegen wahrlich starke Gegner – ein Treffer, der gar nicht hoch genug einzustufen ist! Intelligente war schon auf den ersten Metern im Vorderfeld auszumachen, verlor dann aber im weiteren Verlauf ein wenig die gute Ausgangsposition und musste ab der Gegenseite noch einmal um das halbe Feld herum. In 13,8/1.900m spielte die Stute ihren langgezogenen Speed im Anschluss gekonnt aus.              

Die Letzten werden die Ersten sein. An diesen Bibelspruch fühlte man sich beim Sieg von Twelve in a Row erinnert, denn der von Jörg Schefe trainierte und von Hans-Jürgen von Holdt gesteuerte Wallach lag im Rennen scheinbar aussichtslos hinter seinen Gegnern zurück. Doch als zu Beginn des Einlaufs urplötzlich die Pilotin Mon Etoile (André Pögel) von den Beinen kam und dann auch den um den vermeintlichen Sieg kämpfenden Levana RA (Michael Schreiber) und Invention (Jennifer Schmidt) die Beine müde wurden, war der Sechsjährige auf den Punkt genau zur Stelle.           

Einen wirklich tollen Eindruck hinterließ die erst zweijährige Holly Star, die ihr Karrieredebüt in der Hand von Dennis Spangenberg Start bis Ziel gewann. Die Tochter des eisenharten Classic Grand Cru wies in 16,6/1.900m auch den  gefährlichen Schlussangriff von Janika Bo (Heinz Wewering) erfolgreich ab und es steht außer Frage: Ihr Besitzer und Züchter Heinrich Nagel darf auf die weitere Entwicklung von Holly Star sehr gespannt sein.

„Ich fühle mich hier in Berlin sehr wohl – und meine Stute ebenso!“, freute sich der niederländische Amateurfahrer Jan Maurix nach seinem Sieg mit Esly Hall. „In ihrer Gewinnsummenklasse trifft sie es momentan in Mariendorf etwas leichter an als in Wolvega – das ist der Grund, warum wir Esly Hall in den vergangenen Wochen verstärkt für die Rennen auf der Derby-Bahn genannt haben.“ Die Dunkelbraune zog nach einer dreiviertel Runde an die Spitze und gewann drückend überlegen.

Für eine faustdicke Überraschung sorgte André Schiller mit dem 226:10-Außenseiter Look Santana Eck. Der vierjährige Wallach fand hinter der Pilotin Jasmin Bo (Heinz Wewering) einen idealen Rennverlauf vor und machte im Einlauf die entscheidenden Reserven frei. André Schiller: „Eigentlich hatte ich sogar vor, selber die Führung zu übernehmen. Aber angesichts der starken Gegenwehr von Heinz Wewering und seinem Pferd habe ich Look Santana Eck dann lieber doch an die Innenkante zurückgenommen.“

Rayman ist zwar für sein diffiziles Nervenkostüm bekannt. Doch der Wallach reißt sich in dieser Saison mächtig zusammen und entwickelt sich für das wettende Publikum immer mehr zu einer festen Bank. Fünf Siege und elf Platzierungen lautet seine beeindruckende Jahresbilanz. Seine Fahrerin Katharina Kramer spielte Raymans Antrittsschnelligkeit optimal aus und nachdem er noch auf der Startgeraden das Kommando übernommen hatte, war Dirk Grusdas‘ Traber in 14,2/1.900m nicht mehr zu stoppen.

Gesamtumsatz: 79.435,50 Euro – Bahnumsatz: 31.941,90 Euro - Außenumsatz: 47.493,60 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 14. September statt. Der erste Start erfolgt um 11.45 Uhr. Es handelt sich dabei um eine Matinée-Veranstaltung mit vier PMU-Rennen. Das Champions-Teehaus und das Stall-Casino sind für Sie geöffnet.

Der von Kay Werner trainierte und gesteuerte Wallach Panasonic Diamant (Foto: Marius Schwarz)