Trabrennbahn Berlin - Mariendorf: Heinz Wewering und der Jubiläums-Schocker

Foto von Marius Schwarz: Heinz Wewering bei seinem Überraschungssieg mit der Riesenaußenseiterin Grande Dame

Wahnsinns-Quote beim 16.800. Karrieresieg: Der 29-malige Deutsche Meister trumpft mit der 461:10-Riesenaußenseiterin Grande Dame auf. Der erstmalig von Katharina Kramer präsentierte Indio Corner erzielt die 13,1-Tagesbestzeit.     

Berlin, 10. April 2016

Das ganze Rennen über war von ihm und seinem Pferd kaum etwas zu sehen – doch als sich die Ziellinie näherte, war er urplötzlich vorne: Beim 16.800. Sieg seiner jahrzehntelangen und unglaublich erfolgreichen Karriere sorgte Heinz  Wewering für einen sensationellen Paukenschlag. Denn der 29-malige Deutsche Meister trumpfte beim Frühjahrs-Pokal des VDT mit einem Pferd auf, dem nur wenige Zuschauer eine ernsthafte Chance zugebilligt hatten: der 461:10-Außenseiterin Grande Dame. Der Stute, die über weite Strecken im hinteren Teil des Feldes an der Innenkante festsaß und erst Ende der Gegenseite freikam, wuchsen im Einlauf Flügel und sie zog in 15,6/1.900m noch sehr sicher mit einer Länge Vorsprung an dem Piloten Ozon (Daniel Wagner) vorbei.

Heinz Wewering: „Ich habe sie heute ohne Scheck gefahren. Also so, wie sie es vom Training her kennt. Denn wir wollten nach drei Disqualifikationen hintereinander in erster Linie glatt über den Kurs kommen. Aber die Stute hat nun endlich mal wieder ihr wahres Gesicht gezeigt, denn Grande Dame besitzt viel Schnelligkeit und hat oftmals einfach Pech gehabt.“ Zuvor hatte Heinz Wewering bereits mit Lewis Hamilton zugeschlagen. Der Wallach siegte bei seinem ersten Start nach dreimonatiger Pause von der Spitze aus überlegen mit sechs Längen Vorsprung.    

Die enorm beeindruckende Tagesbestzeit von 13,1/1.900m blieb aber einem anderen Traber vorbehalten. Nämlich Indio Corner, der erstmalig von Katharina Kramer gesteuert wurde. Die Amazone verhalf dem siebenjährigen Wallach zu einem geradezu idealen Rennverlauf. Indio Corner war bis in den Schlussbogen hinein an vierter Stelle außen postiert und drehte den Turbo auf den letzten dreihundert Metern dann so richtig auf. Katharina Kramer: „Er hat alles ganz von alleine gemacht und es macht einen Riesenspaß, solch ein tolles Pferd  fahren zu dürfen!“      

So langsam folgt er den Hufspuren seiner großen Schwester, der Stutenderby-Zweiten Emma di Quattro: Der von Thorsten Tietz vorgestellte Flash di Quattro feierte den zweiten Sieg hintereinander. Der vierjährige Hengst zog genau eine Runde vor dem Ziel energisch nach vorne und brachte das Rennen in 15,6/1.900m sicher nachhause. Sein zweiter Tagestreffer gelang dem Berliner Champion mit der bei 83:10 notierten Titania Frei. Die Stute pirschte sich im Schlussbogen aus der vierten Position außen immer dichter an die Spitze heran und steckte 100 Meter vor dem Ziel die Nüstern in Front. Mit dem knappen Treffer über Vigo Bes (Bernd Schrödl), Asper de Cassandra (Lukasz Kurys) und Kubi Kievitshof (Daniel Wagner) hatte das Publikum in der Viererwette nicht gerechnet – es entstand ein Jackpot in Höhe von 1.828 Euro.  

Er sorgte für klare Verhältnisse: Der von André Pögel präsentierte Pretty Lover stand bei seinem Saisondebüt meilenweit über dem Feld und trumpfte in 15,8/1.900m Start bis Ziel auf. Eine richtige Überraschung war eigentlich nur die Siegquote des Hengstes: Angesichts seiner elfmonatigen Pause hatten einige Wetter offenbar doch Zweifel und so zahlte Pretty Lover erstaunliche 36:10 an den Totokassen aus. 

Er war für einen Sieg längst überfällig: In der Hand von Andrea Lombardo nutzte Apollon eine verlockend ausgeschriebene Aufgabe. Der siebenjährige Aleo-Hengst musste zwar eine Zulage in Kauf nehmen, traf in dem Handicap aber nur auf wenige ernstzunehmende Gegner und stürmte Ende der Gegenseite auf und davon. Für den zweiten Treffer des Rennstalls Aleo sorgten Michael Hönemann und Hestia R.A., die sofort nach vorne stürmte und nach nunmehr drei Starts weiterhin ungeschlagen ist. Kein Wunder, dass sich „Pinky“ angesichts der Klasseleistung total begeistert zeigte: „Sie hat enorm angepackt und ist ohnehin ein richtiges Muskelpaket. Ich bin mir ganz sicher: Von diesem Pferd wird man noch viel hören. Hestia R.A. geht ihren Weg!“  

Den Abschluss unter die Veranstaltung setzte Bernd Schrödl mit seinem bereits sechsjährigen Wallach Tembo Bes, der erst den zweiten Start seiner Laufbahn bestritt. Im Rennen sah es lange gar nicht so aus, als würde der Dunkelbraune erfolgreich die Maidenschaft ablegen. Denn Tembo Bes hatte seine vierte Position kurzzeitig sogar verloren. Doch auf der Zielgeraden stiefelte der Wallach mächtig los und gewann am Ende sehr sicher.      

Gesamtumsatz: 92.913,78 Euro – Bahnumsatz: 32.560,20 Euro - Außenumsatz: 60.353,58 Euro.

Unser Terminhinweis: Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 17. April statt. Im Mittelpunkt steht der Derby-Jahrgang: Im ersten Trial des Adbell-Toddington-Rennens und dem dazugehörigen Stutenlauf geht es um insgesamt 16.000 Euro Preisgeld! Beginn ist um 13.30 Uhr.