Trabrennbahn Berlin – Mariendorf: Andersson Mo stürmt zum Saisonrekord

Michael Nimczyk und der Hengst Andersson Mo mit neuer Berliner Saisonbestzeit (Foto von BTV)

Der Deutsche Meister Michael Nimczyk steuert den Mommert-Hengst in sensationellen 1:12,4/1.900m über den Kurs. Andreas Gläser und Fittipaldi rasen wie der legendäre Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi um die Bahn. 

Berlin, 2. April 2016

Sonne pur und Bombenstimmung: Nach unzähligen verregneten oder winterlich frostigen Veranstaltungen hatte der Wettergott mit dem Berliner Trabersport endlich ein Einsehen und ließ die Derby-Bahn im frühlingshaften Zauberglanz erstrahlen. Und das blieb nicht ohne Wirkung: Obwohl der Termin am frühen Samstagmittag lediglich vier mit jeweils 4.500 Euro Preisgeld dotierte PMU-Rennen umfasste, fand eine Vielzahl neuer Besucher den Weg zu Berlins ältester historischer Sportstätte. An den im Champions Teehaus und im Stall-Casino besetzten Wettkassen war der Andrang so groß, dass sich zeitweilig lange Schlangen vor ihnen bildeten. Die Besucher brauchten ihre Mariendorfer Stippvisite nicht zu bereuen, denn sie bekamen durchweg hochexzellente Leistungen der Pferde und Fahrer zu sehen. die so richtig Geschmack auf mehr machten.

Dass es am Ende wohl fast jeder dieser vielen Besucher schade fand, dass der Renntag so schnell vorüberging, lag vor allem an Michael Nimczyk und Andersson Mo. Denn was die beiden an diesem Tag ablieferten, war nicht nur ein großartiger Sieg – es war ein Triumphzug! Der bildhübsche Fuchshengst aus dem Stall von Ulrich Mommert schoss sofort in Front und übernahm nach einer kurzen Rochade mit Indio Corner (Benjamin Hagen) auf der Tribünengeraden erneut die Führung. Im Anschluss rannte der Siebenjährige seine Gegner in der neuen Mariendorfer Saisonrekordzeit von 12,4/1.900m in Grund und Boden. Vulkan (Daniel Wagner) ergatterte vor Indio Corner das zweite Geld – doch mit dem Sieger, dessen Vorsprung stolze fünf Längen betrug, hatten sie diesmal ausnahmsweise nichts zu tun. Michael Nimczyk: „Andersson Mo ist ein beeindruckendes Pferd und ich war schon im Vorfeld sehr optimistisch – zumal er diesmal barfuß antrat.“

Sogar noch deutlicher war der Vorsprung des von seinem Trainer Andreas Gläser präsentierten Hengstes Fittipaldi, der seinem Namen alle Ehre machte und ganz im Stil des legendären brasilianischen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi um die Bahn raste. Der Dunkelbraune legte in 14,0/1.900m glatte neun Längen zwischen sich und seine Verfolger, von denen sich die 358:10-Riesenaußenseiterin Just Like You (Thomas Panschow) erstaunlicherweise am besten hielt. Gegen den überragenden Sieger hatte die Stute aber keine Chance: Fittipaldi nahm das Heft mit einem pfeilschnellen Antritt sofort in die Hand und duldete während des gesamten Rennens keinen einzigen seiner Gegner neben sich.

Das sah bei dem Treffer von Thorsten Tietz und Aggetto ganz anders aus und war natürlich einer völlig anderen Grundkonstellation geschuldet, denn der Stallcrack des bayerischen Besitzers Hans Hutter musste aus der zweiten Reihe antreten. Trotz der ungünstigen Startposition brachte das Publikum dem Sulkygespann nahezu uneingeschränktes Vertrauen entgegen. Am Wettmarkt rangierte Aggetto bei 13:10. Als es zum ersten Mal vor die Tribünen ging, lag der Wallach zwar noch an letzter Stelle. Doch im trotto.de-Bogen gab der Berliner Champion richtig Gas – allerdings nicht ganz freiwillig. Thorsten Tietz: „Der Wallach war heute innerlich sehr angespannt und eine Galoppade lag in der Luft. Ich musste ihm daher den Kopf freigeben.“ Ende der Gegenseite hatte Aggetto bereits das gesamte Feld überholt und siegte schließlich in 14,5/1.900m mit fünf Längen Vorsprung drückend überlegen.      

Colbert und Maik Esper hatten mit ihren Gegnern ebenfalls keinerlei Mühe. Der Wallach übernahm eine gute Runde vor dem Ziel mit einem furiosen Zwischenspurt die Führung und sein Fahrer musste ihn noch nicht einmal besonders bei Laune halten, um in 15,4/1.900m zu gewinnen. Danach strahlte Maik Esper: „Alte Liebe rostet nicht“ und meinte damit natürlich die Zusammenarbeit zwischen ihm und Colberts Besitzer und Trainer Walter Föllmer, die in der Vergangenheit schon so manche schöne Erfolge erbracht hatte. Die weitere Entwicklung des vierjährigen Wallachs, der über ein gehöriges Laufvermögen verfügt, sollte man jedenfalls intensiv beobachten. Falls das im vergangenen Jahr noch äußerst instabile Nervenkostüm des Braunen in der Winterpause tatsächlich dickhäutiger geworden ist, steht er vor einer tollen Saison 2016.

Gesamtumsatz: 37.977,16 Euro (davon 35.469,66 Euro Außenumsatz)..

Unser Terminhinweis: Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 10. April statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt steht der Frühjahrs-Pokal des VDT.