Team Hannover gewinnt Bundesvierkampf 2016 in Langenfeld

Westfalen verteidigt Titel im Bundesnachwuchsvierkampf

Langenfeld (fn-press). Das Team des Pferdesportverbandes Hannover ist Sieger der Bundesvierkampfes 2016 in Langenfeld. Mit einem Endstand von 16.858 Punkten verwiesen Louisa Wehrmann, Jula Sophie Stöckmann, Fraia-Sophie Flachsbart und Lara-Mayleen Hornschuh ihre Konkurrenten aus Baden-Württemberg (16.816 Punkte) und dem Rheinland (16.506) auf die Plätze. Im Bundesnachwuchsvierkampf konnten sich die Titelverteidiger aus Westfalen (Vivien Borgmann, Viktoria Weyers, Alina Sparwel, Shona Benner) mit 17.272 Punkten gegen Team I des Gastgebers (16.868) sowie die Nachwuchsvierkämpfer aus Schleswig-Holstein (16.198) durchsetzen.

Schwimmen, Laufen, Dressur und Springen – diese Teilprüfungen gilt es im Vierkampf zu bewältigen. Dabei bringt traditionell das Reiten besonders spannende Momente mit sich, da je zwei Reiter pro Team auf fremden Pferden starten müssen. „Entsprechend kritisch wurde das Vorstellen der Pferde beäugt und mit Bedacht ausgewählt, wer welches Pferd reiten soll“, sagte Judith Ebbert vom Vorstand des Pferdesportverbandes Rheinland, der mit der Austragung dieser Bundesveranstaltung im Pferdesportzentrum Rheinland in Langenfeld eine Premiere feierte.

Das kann dann aber auch einmal anders ausgehen als erwartet. So sah es nach den ersten drei Teilprüfungen – Schwimmen, Dressur, Laufen – noch ganz nach einem erneuten Doppelerfolg der Westfalen aus. Unter der Führung von Christa Middendorf und Clemens Nachtigall lagen die westfälischen Teams sowohl im Bundesvierkampf als auch im Bundesnachwuchsvierkampf in Führung. Im Parcours erzielte Tobias Kuhlage mit einer 7,6 zwar ein sehr gutes Ergebnis, doch seine Kollegen Nadine Fox, Pauline Weitkamp und vor allem Jandrik Markus Tech blieben unter den Erwartungen. Die Mannschaft wurde auf Platz sechs durchgereicht. „Das war echt Pech. Ausgerechnet unser stärkster Reiter hatte mit dem Fremdpferd zwei Steher und einen Abwurf. Das war schade, denn vorher fühlte sich das noch gut an. Er war ganz begeistert von dem Pferd“, sagte Christa Middendorf, lobte jedoch das allgemeine Niveau der Pferde und Reiter. „Wir waren uns einig, dass das so gut wie noch nie war“, sagte sie. Auch die Zahl der Mannschaften war in diesem Jahr mit 15 im Bundesvierkampf und elf im Nachwuchsvierkampf rekordverdächtig.

Die Westfalen waren auch nicht die einzigen, denen das Springen einen Strich durch die Medaillenrechnung machte. Ähnlich erging es den Teams aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Lachende „Vierte“ waren die von Britta Grollimund gecoachten Hannoveraner, die dank gleichmäßig guter Noten im Parcours ganz vorne auf dem Treppchen landeten. Den Vogel schossen die Reiter aus dem Ländle (Luca-Maria Barbian, Nina Schneider, Julia Holzmann und Tanja Kappeler) ab. Mit der 7,8 als „schlechteste“ Wertnote machten sie den größten Satz nach vorne und verbesserten sich vom achten auf den Silberrang. Auch die Gastgeber (Cedric Wenzel, Maxi Tix, Paul Papenroth und Clara Sophie Abeck) trumpften in der letzten Teilprüfung noch einmal auf und sorgten dafür, dass die Bronzemedaille im Rheinland blie.

Wie in jedem Jahr wurden beim Vierkampf Sonderpreise für die besten Ergebnisse in den einzelnen Teilprüfungen vergeben. In der Dressur ging dieser an Emely Meyer-Piening vom Pferdesportverband Bremen (8,6), im Springen erzielte Carolin Buchelt aus Berlin-Brandenburg mit der 9,0 das beste Ergebnis. Schnellster Schwimmer war Cedric Wenzel aus dem Rheinland, schnellste Schwimmerin Jana Wenninger aus Bayern. Beim 3.000-Meter-Geländelauf kamen Madita Hendricks aus Hessen und Jandrik Markus Tech in der kürzesten Zeit ins Ziel. Die höchste Gesamtpunktzahl sammelte Jonathan Gack aus Bayern.

Für das Pech bei den "Großen" wurden die Westfalen durch den Sieg im Bundesnachwuchsvierkampf entschädigt. Hier erwiesen sie sich nicht nur als Mannschaft unschlagbar. Sie stellten mit Shona Benner, einer Schülerin von Helen Langehanenberg, auch die Beste im Viereck (8,8) und in der Gesamtwertung sowie mit Viktoria Weyers die Beste im Springen (8,8). Die stärkere Teamleistung im Parcours ging allerdings auf das Konto der rheinischen Nachwuchsreiter, Das Team Rheinland I (Maike Heitzer, Aimee Esser, Myna Schaepers und Jule Mertins) rangierte nach Schwimmen, Dressur und Laufen noch auf Platz drei, konnte jedoch im Parcours einen Platz gutmachen und mit Schleswig-Holstein die Plätze tauschen. Für Berenike Lucius, Mia Joela Detlefsen, Madita Bruhn und Lisa Pohlmann hieß das Bronze. Der schnellste Schwimmer und auch der beste Läufer kam dagegen aus Berlin-Brandenburg: Leo Weiffenbach. Von den Mädchen lieferte Emelie Ellinger aus Bayern die kürzeste Zeit über 50-Meter-Freistil ab.