Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport vergibt Trainings-Stipendien

Nachwuchsreiter sollen von Spitzentrainern oder -reitern lernen

Warendorf (fn-press). Die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport hat in diesem Jahr erstmals Stipendien an Nachwuchsreiter in den drei olympischen Pferdesportdisziplinen vergeben. Diese beinhalten Trainingsaufenthalte und Trainingseinheiten bei Spitzentrainern oder -reitern.

„Hauptintention dieser Stipendien ist, dass die Nachwuchssportler von den Erfahrenen, von den Besten lernen sollen und zwar in puncto Training, Stallmanagement und allem, was dazu gehört“, betont Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR). „Die Förderung von Deutschlands Nachwuchs-Pferdesportlern ist ein zentrales Thema für die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Mit diesen Stipendien setzt die Stiftung genau am richtigen Punkt an und nutzt die wunderbaren Synergieeffekte von Nachwuchs- und Spitzensport.“ Es gehe hierbei nicht ‚nur’ um kurzzeitige Erfolge im Training, sondern um nachhaltiges Lernen und Kennenlernen, ergänzt Peiler. „Optimal wäre natürlich, wenn sich über die Stipendien hinaus, Kooperationen oder Patenschaften bilden würden.“

Insgesamt wurden pro Disziplin drei Stipendiaten von den jeweiligen Bundestrainern ausgewählt. Im Springen sind die Auserwählten Angelina Herröder (Büttelborn/HES), Maximilian Lill (Antdorf/BAY) und Niklas Krieg (Villingen-Schwenningen/BAW). Alle drei gehören dem C-Kader der Jungen Reiter an und haben schon international überzeugende Erfolge vorzuweisen. „Das ist eine sehr gute Sache“, lobt der Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter, Markus Merschformann. „Wenn unsere jungen Leute mit den internationalen Reitern, die im globalen Raum unterwegs sind, zusammenkommen, können sie eine Menge lernen.“ Für Maximilian Lill wurde der ‚Stipendienvater’ schon gefunden. Er wird sein Stipendiat bei dem in Deutschland ansässigen irischen Springprofi Cameron Hanley einlösen. Geplant sind einzelne Wochenaufenthalte bei Hanley, bei denen Lill einige Pferde mitbringen darf und vor Ort auch den Alltag im Profistall erleben kann. „Das Schwierigste ist die Terminfindung“, erklärt Merschformann. „Die internationalen Reiter sind an 40 bis 45 Wochenenden im Jahr unterwegs und die Nachwuchsreiter nicht viel weniger. Da ist es schwer, auf einen Nenner zu kommen. Aber alle Reiter, die wir bisher angesprochen haben, haben sofort gesagt, dass sie die Stipendien unterstützen. Das zeigt, dass wir es mit echten Pferdeleuten zu tun haben, die dem Nachwuchs auf dem Weg in den großen Sport helfen wollen.“

„Absolute Spitze!“, nennt der Bundestrainer der Vielseitigkeitsreiter, Hans Melzer, das Stipendien-Projekt der Stiftung. „Wir schicken alle unsere Nachwuchsreiter für einige Zeit nach England, in das Mutterland der Vielseitigkeit. Und das machen wir jetzt auch mit den Stipendiaten.“ Niklas Bschorer (Dinkelsbühl/BAY), Claas-Hermann Romeike (Nübbel/SHO) und Christoph Wahler (Bad Bevensen/HAN) wurden in der Disziplin Vielseitigkeit ausgewählt, alle haben schon gute Erfolge auf Drei-Sterne-Niveau erritten und sind auf dem Weg in den Vier-Sterne-Bereich. Und alle werden zum zweiten Teil des Bundestrainer-Duos, zu Chris Bartle, ins Yorkshire Riding Centre gehen und dort vier bis sechs Wochen bleiben. Niklas Bschorer ist bereits auf der ‚Insel’ im Stall von Mark Todd, er fährt nun regelmäßig zu Bartle zum Training. Christoph Wahler hat sein Stipendiat beim Bundestrainer bereits angetreten und ist begeistert. „Die Tipps von Chris im Training und bei den Turnieren, das ist das eine“, erklärt Melzer. „Das andere ist, dass in England Topreiter aus aller Welt stationiert sind. Auf die treffen unsere Nachwuchsreiter dann auf den Turnieren in verschiedenen Prüfungen – und hängen sie vielleicht auch mal ab. Das bringt Erfahrung und das stärkt enorm das Selbstvertrauen!“

In der Dressur hat Bundestrainerin Monica Theodorescu alle drei Stipendiaten selbst unter ihre Fittiche genommen. Die Zwillinge Ellen und Leonie Richter (Bad Essen/WES) und Bianca Nowag (Ostbevern/WEF) reiten allesamt schon erfolgreich auf S-Niveau und fahren nun regelmäßig zum Training zu Theodorescu nach Sassenberg. „Mir macht das Training mit den Dreien unheimlich viel Spaß – die Zwillinge kann ich allerdings nur auf dem Pferd unterscheiden“, lacht sie. „Ich finde es einfach richtig, dass die Jüngeren von den erfahrenen Reitern und Trainern so viel wie möglich lernen.“ Und auch auf den Turnieren, auf denen die Cheftrainerin den drei Nachwuchs-Reiterinnen begegnet, hält sie „ein Auge mit drauf“.

„Bei diesen Stipendien geht es um die Bildung rund ums Pferd und um den Sport – gerade mit dieser Kombination passt das Projekt ideal zur Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport“, freut sich Peiler und auch er beobachtet gespannt die Entwicklung der ‚Youngster’ im Premierenjahr dieses Stiftungs-Projekts.