Springreiter-Amazonenkönigin Helga Köhler verstorben

(Hagen a.T.W.) Die erfolgreichste deutsche Springreiterin von Ende der 1940er bis zu Beginn der 1960er Jahren Helga Köhler lebt nicht mehr.  Die Frau des Hippologen Hans Joachim Köhler ist am 14. August im Alter von 89 Jahren in Verden verstorben.

Helga Köhler ist am 21. Februar 1925 als Kind eines reitbegeisterten Verdener Arztes in Hamburg zur Welt gekommen. Als eine der bedeutendsten Reiterinnen der Nachkriegszeit sammelte die Amazone sowohl im Spring- als auch im Dressursattel Erfolge bis zur schweren Klasse. Ihre erste Derbyteilnahme mit der Stute Armalva beendete sie im Jahr 1949 direkt mit dem 5. Platz und wurde im selben Jahr mit dem Stilpreis beim Deutschen Derby ausgezeichnet. Insgesamt fünf Mal erhielt die stilistisch beste Reiterin ihrer Zeit diesen Titel und war fortan in der Presse als "Amazonenkönigin" bekannt. In ununterbrochener Folge war Köhler von 1949 bis 1954 die Siegerin im Championat der Springreiterinnen. 1959 wurde dieses Championat erstmalig durch die Deutsche Meisterschaft abgelöst, die Helga Köhler gleich zwei Mal in Folge gewann.

Im Jahr 1950 heiratete Helga ihren Mann Hans Joachim Köhler, den Initiator der Verdener Eliteauktionen und späteren Leiter des Deutschen Pferdemuseums in Verden. Zwei Jahre später bezog sie mit ihrem Ehemann und Tochter Jutta Köhler ein altes Bauernhaus in Borstel bei Verden. Auf dem "Köhlerhof" bauten sie sich einen eigenen Zuchtbetrieb auf.

Helga Köhler war Trägerin des Deutschen Reitabzeichens in Gold, erhielt im Jahr 1954 gemeinsam mit Hans Günter Winkler und Theodor Heuß das Silberne Lorbeerblatt und wurde für ihre Verdienste um den Sport in Niedersachsen in die Ehrengalerie des Niedersächsischen Sports des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte aufgenommen.