Springreiten: Vor dem großen Finale in Doha – Positives Echo über die GCL 2016

Luciana Diniz, Scott Brash, Rolf-Göran Bengttson (v.l.)

Die drei Führenden nach 14 absolvierten Etappen der Longines Global Champions Tour sprechen über den Showdown vor dem Finale am Samstag und den Reiz der neuen, 2016 startenden Global Champions League.

Der Weltranglisten-Erste Scott Brash (Großbritannien), die mehrfache Grand Prix –Gewinnerin Luciana Diniz (Portugal) und der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele und Europameister von 2012, Rolf-Göran Bengtsson (Schweden), haben alle drei die Chance, das mit 1,4 Millionen Euro dotierte Finale auf der modernen Reitanlage AL SHAQAB, in Doha, am Samstagabend zu gewinnen.

Die drei Top-Springreiter, die insgesamt sieben der bisher 14 ausgetragenen Großen Preise der weltweit höchstdotierten Serie gewinnen konnten, gaben ihre Eindrücke vor dem großen Finale preis. Und sie sprachen über den neuen Global Champions League-Mannschaftswettbewerb, der von 2016 starten wird.

Der zweifache Tour Champion Scott Brash bestätigte, dass er sein bestes Pferd, den Sieger der Mannschafts-Goldmedaille von 2012, Hello Sanctos reiten wird: „Ich glaube, es wird sehr eng. So wie immer in Doha! Wir werden sicher großartigen Sport am Samstag erleben und wir sind alle froh, hier sein zu dürfen. Ich bin glücklich darüber, dass Sanctos die Arena hier mag, es scheint hier ein guter Ort für uns zu sein. Es ist schön, als Führender der Wertung hierher zu kommen, aber Luciana und Rolf sind uns auf den Fersen. Wir geben unser bestes und versuchen, eine weitere großartige Vorstellung hier abzuliefern.“

Seine engste Verfolgerin, Luciana Diniz, spricht über den harten Kampf um die Meisterschaft und sagt augenzwinkernd: „Ich bin sehr froh, hier sein zu dürfen. Im vergangenen Jahr habe ich Scott insofern geholfen, dass ich zweite wurde. Vielleicht hilft er mir im Gegenzug in diesem Jahr, die Meisterschaft zu gewinnen – das würde das größte Geschenk sein, das er mir machen könnte! Wir alle reiten, um zu siegen, aber es kommt immer darauf an, wie die jeweilige Vorstellung am Tag des Wettbewerbs läuft, wie sich die Pferde anfühlen, wie wir uns fühlen und wer das größte Glück hat. Auf jeden Fall werden wir alle unser Bestes geben!“

Rolf-Göran Bengtsson, der im vergangenen Jahr den Titelgewinn knapp verpasst hat, sagt: „Wir hatten im vergangenen Jahr einen echten Kampf, es war sehr, sehr eng – es konnte eigentlich nicht enger sein! Casall ASK war auch in dieser Saison wieder in unglaublicher Form, in der zweiten Runde ist er eigentlich immer sehr gut. Seine Beständigkeit zeigt die hohe Qualität. Ich habe Punkte gesammelt, aber hatte nicht genug Siege vorzuweisen, um die Nase vorn zu haben. Heute, hier in dieser Position zu stehen, ist klasse – ich bin sehr glücklich über mein Pferd, und hier sein zu dürfen.“

Die Reiter sprechen auch über die Global Champions League, die Mannschafts-Wertung, die eine neue Ära im Springreiten einläuten wird. Das Format wird neue taktische Kämpfe und Strategien nach sich ziehen und dem Sport einen Pusch geben, indem neue Rivalitäten und Allianzen auf dem Reitplatz entstehen werden.

Scott Brash sagt über die neue Mannschafts-Wertung: „Dies ist sehr sehr gut und sehr interessant. Ich meine, das bedeutet den nächsten Schritt für unseren Sport – wenn wir damit dem System von Fußball und Formel Eins folgen können, wird das unserem Sport sehr gut tun. Ich bin sehr froh, dass ich zurzeit in diese Entwicklung involviert sein darf.“ In einem anderen Interview über die GCL fügte er hinzu: „Im kommenden Jahr wird es sehr, sehr spannend werden. Ich glaube, es wird noch populärer für die Fans werden. Wünschenswert ist, dass unser Sport eines Tages so beliebt sein wird wie Tennis und Formel Eins.“

Rolf-Göran Bengtsson kommentiert: “Ich meine, es ist gut für unseren Sport, wenn noch mehr Leute involviert sind. Ich freue mich darauf, das kann ein großer Wurf werden.“ In einem anderen sagte er: “Wenn wir populäre Reiter in guten Teams haben, dann ist das auch gut für die Fans. Ich glaube, dass diese League hilft, Fans um die Teams herum zu begeistern. Es wird interessant sein, dies zu beobachten, ebenfalls Teams mit zwei Topreitern zu besetzen und neue Reiter, vielleicht junge Leute, mit ins Team zu nehmen.“

Luciana Diniz spricht auch über den positiven Effekt für den Sport: „Ich bin Einzelreiter, hatte niemals ein Team. Wenn ich dann ein Team um mich herum habe, ist das ein sehr gutes Gefühl – und eine gute Sache für den Sport.“

Teams werden aus einer Mannschaft von fünf Reitern bestehen – zwei Reiter davon dürfen aus den besten 30 der Weltrangliste kommen und ein Reiter, der unter 25 Jahre ist. Zwei der fünf Reiter werden ausgewählt, um jeweils in den Wettbewerben zu starten.

Das Ranking der Global Champions League Ranking setzt sich zusammen aus den gesammelten Punkten bei jedem Team-Event innerhalb der Saison 2016. Der Wettbewerb wird jeweils am Freitag bei den anstehenden 15 Etappen der LGCT im kommenden Jahr ausgetragen.

Auch andere Reiter wie Lauren Hough (USA), Ben Maher (GBR), Harrie Smolders (NED), bewerten das neue Format sehr positiv und freuen sich, in neuen Teams zu starten.

Bild: Luciana Diniz, Scott Brash, Rolf-Göran Bengttson (v.l.)   Fotograf: Stefano Grasso