Springreiten: Scott Brash gewinnt den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen 2015

Riesenstimmung, Riesensport und ein Riesentriumph: Der britische Springreiter Scott Brash, die Nummer 1 der Weltrangliste, siegte mit seinem Erfolgspferd „Hello Sanctos“ im Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen, beim Weltfest des Pferdesports Aachen 2015. Drei fehlerfreie Runden und mit 48,04 Sekunden die schnellste Zeit im Stechen – das waren die Zutaten für den phänomenalen Sieg in einem packenden Finale.

Für Brash war der Sieg in zweierlei Hinsicht Grund zur Freude: Denn mit seinem Sieg geht für ihn sein persönlicher Rolex Grand Slam der Springreiter weiter – denn wer die drei Major-Turniere in Aachen, im kanadischen Spruce Meadows und in Genf gewinnt, hat die Chance auf eine Million Euro zusätzlich zum Preisgeld. Im September steht in Calgary die letzte Herausforderung für den Springreiter aus Großbritannien anstehen. Wenn er dort startet, hat er eine halbe Million Euro Preisgeld bereits sicher für zwei Major-Erfolge hintereinander.

Vor knapp 40.000 Zuschauern hieß es am Sonntag im größten Springstadion der Welt bis zuletzt: Atem anhalten. Denn Brash startete als letzter Reiter im Stechen und machte erst in letzter Sekunde den Sieg im ersten Major-Turnier des Jahres perfekt. Er schien den Tipp von Parcoursdesigner Frank Rothenberger beherzigt zu haben. Dieser ließ vor dem Stechen verlauten: „Wer in diesem Stechen kein Gas gibt, der wäre besser zu Hause geblieben.“ Kein Problem für den 13-jährigen Wallach: Hello Sanctos ist bekannt für seine Schnelligkeit. Und das, obwohl sein 29-jähriger Reiter noch im letzten Jahr schmunzelnd das Fazit zog, dass Hello Sanctos Aachen nicht mag. Dieses Jahr schien sein Pferd wohl die Meinung geändert zu haben: „Ja, es ist verrückt. Hello Sanctos ist heute fantastisch gesprungen.“ Aber nicht nur von seinem Sieg ist Brash hin und weg: „Aus tiefstem Herzen sage ich, Aachen hat das beste Publikum der Welt.“

Dass Freude und Leid, Jubel und Niederlage beim Rolex Grand Prix eng beieinander liegen, musste Daniel Deusser erfahren. Der 33-jährige deutsche Springreiter blieb als erster Reiter im Stechen fehlerfrei. Wenigstens für ein paar Minuten war der Traum vom Sieg zum Greifen nah. Dieser platzte jedoch, als Brash im Parcous auch das letzte Hindernis fehlerfrei übersprungen hatte. Mit  seinem Schimmelwallach Cornet d’Amour gelangen Deusser wie Brash zwar ebenfalls drei Null-Fehler-Runden, die Zeit von 48,04 Sekunden reichte jedoch nur für Platz 2. Bereits im vergangenen Jahr erreichte Deusser das Stechen im Rolex Grand Prix. Dort büßte er dann allerdings vier Fehlerpunkte ein und erreichte den vierten Platz. „Mit den Runden war ich heute sehr glücklich, der zweite Platz ist ein tolles Ergebnis. Und wenn man sich vor Augen führt, was Scott in den letzten Monaten geleistet hat, welche Erfolge er gefeiert hat, da war mir fast schon klar, dass er am Ende schneller sein wird als ich“, sagte Deusser.

Den dritten Rang erreichte der Franzose Simon Delestre mit Ran des Hayettes. Auch diesem Paar gelang das Kunststück, dass in allen drei Umläufen die Stangen liegen blieben. Mit 49,27 Sekunden reihte es sich gut eine Sekunde hinter dem zweitplatzierten Deusser ein. „Wir haben gegeben, was möglich war. Mit dem Resultat bin ich sehr glücklich“, so der 33-jährige Franzose.

Beim Rolex Grand Prix, Großer Preis von Aachen, gingen am Sonntagnachmittag vor fast ausverkauftem Haus im Rahmen des Weltfests des Pferdesports Aachen 2015 die 40 weltbesten Springreiter an den Start. 18 Teilnehmer qualifizierten sich für den 2. Umlauf, im anschließenden Stechen kämpften sieben Paare um den begehrten Titel in einer der schwierigsten Prüfungen der Welt.

Foto von CHIJ Aachen/ Michael Strauch: Dem Sieger gratulieren Peter Streit, Geschäftsführer Rolex Deutschland GmbH und Carl Meulenbergh, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins (rechts)