Springreiten: Patrick Stühlmeyer holt den Großen Preis von Wiesbaden

Der Sieger im Großen Preis beim 80. Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier: Patrick Stühlmeyer auf Lacan (Foto: WRFC/Lafrentz)

„Als der Letzte mit einem Pferd um die Ecke kam, das richtig schnell ist, hätte ich nicht gedacht, dass ich heute gewinne – aber Gott sei Dank hatte der heute etwas die Handbremse angezogen.“ Dieser ‚Letzte’ war der Sieger vom Vortag, Carlos Enrique Lopez Lizarazo, und der, der kaum seinen Sieg fassen konnte, das war Patrick Stühlmeyer.

Schon vier Tage vor seinem 26. Geburtstag hat sich Stühlmeyer so ein riesiges Geschenk gemacht: Mit dem Oldenburger Hengst Lacan hat er den Großen Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Qatar Equestrian Federation gewonnen. Es war der größte Erfolg seiner Karriere bisher.

13 der 50 Starter durften in den zweiten Umlauf, dort blieben sechs ohne Fehler, aber nur der Osnabrücker blieb mit 47,98 unter 48 Sekunden. „Das war heute mein Parcours, vor allen Dingen die langen Wege zum Schluss.“ Michael Krieger, der sportliche Leiter des PfingstTurniers, freute sich auf zweierlei Weise über diesen Sieg: „Wenn Patrick Stühlmeyer hier bei uns in Wiesbaden gewinnt, dann weiß ich, dass das deutsche Ausbildungssystem voll greift“, erklärte Krieger und ergänzte grinsend: „Und außerdem kenne ich Patrick und seine Familie schon seit vielen Jahren, schon als Ponyreiter. Es war an der Zeit, dass er ein dickes Ding nach Hause fährt.“ Krieger meinte damit zwar den Sieg im Großen Preis, traf aber auch den Nagel auf den Kopf mit Blick auf den Siegerpreis: einen schicken SUV von Mitsubishi.

Mit 48,16 Sekunden folgte der 32-jährige Philip Rüping auf Platz zwei. Er saß im Sattel des Hannoveraners Copperfield, der im Besitz seines Chefs Paul Schockemöhle ist. Holger Wulschner und Skipper belegten Platz drei. Mit seinem zweiten Platz in Wiesbaden hat Rüping die Führung im Ranking der DKB-Riders Tour übernommen. Schon bei der ersten Etappe in Hagen hatte er sich auf Platz zwei einsortiert und so nun schon insgesamt 34 Punkte auf seinem Tour-Konto gesammelt. Das PfingstTurnier Wiesbaden gehört vom ersten Jahr an zu den Etappen der Riders Tour und war in diesem Jahr die dritte von sechs Etappen. Klaus Roeser von der Riders Tour GmbH sprach von einer ‚Ehe’ zwischen der Riders Tour und dem PfingstTurnier, die sich ‚gegenseitig befruchtet’.

Der Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, Sven Gerich, sparte zum Abschluss des 80. PfingstTurniers nicht mit Lob an den Veranstalter und beendete seinen PfingstTurnier-Besuch mit einem Geständnis: „Ich bin ein Biebricher Bub und kenne den Park hier genau. Als Junge bin ich von jedem Baum hier schon mal runtergefallen. Mir geht es wie sehr vielen Zuschauern: Das PfingstTurnier ist in jedem Jahr ein emotionales Erlebnis.“

Dyckerhoff-Preis für 22-jährigen Belgier

Gratulation mit fünf Urenkeln – Veronika Dyckerhoff, die Mutter der WRFC-Präsidentin Kristina Dyckerhoff, ließ es sich mit ihren 98 Jahren nicht nehmen, dem Sieger des Jokerspringens, dem Preis der Familie Dyckerhoff, persönlich zu gratulieren. Mit ihrer Tochter und fünf Urenkeln fuhr sie per Kutsche zur Siegerehrung. 17 der 46 Starter hatten die volle Punktzahl ersprungen. Das bedeutete: die Zeit muss entscheiden. Und der Schnellste mit voller Punktzahl war der 22-jährige Belgier Olivier Philippaerts, Sohn des vierfachen Olympiateilnehmers Ludo Philippaerts. Mit Gitania hatte der junge Belgier die 65 Punkte in 54,11 Sekunden ersprungen. Felix Haßmann und Cayenne hatten 54,40 Sekunden benötigt. Dritte wurde in 54,86 Sekunden Mannschafts-Weltmeisterin Janne-Friederike Meyer.

Haßmann siegt im Schlossparkpreis

Er scheint diese Trophy zu lieben: die Baker Tilly Roelfs Trophy. Felix Haßmann hat in Wiesbaden den Schlossparkpreis, die internationale Zwei-Phasen-Springprüfung, gewonnen. Der Schlossparkpreis war in diesem Jahr Station Nummer drei von fünf der Springsportserie, in der Saison 2015 hatte er sich schon den Gesamtsieg gesichert.

Der 30-jährige Haßmann saß im Schlossparkpreis auf seinem elfjährigen brasilianischen Schimmelwallach Brazonado. Das Paar blieb in beiden Phasen des Parcours fehlerfrei und siegte mit 37,30 Sekunden in Phase zwei. Platz zwei ging – allerdings mit dem deutlichen Abstand von fast zwei Sekunde – an Philip Rüping und Carlsson. Pius Schwizer und Davidoff, beide aus der Schweiz, kamen auf Platz drei.

14 DKB-Riders Tour, Wertungsprüfung 3. Etappe

 Int. Springprüfung mit 2 Umläufen

(1.60 m) CSI4* - FEI Art. 273.3.3.1,

GROßER PREIS DER LANDESHAUPTSTADT WIESBADEN

und der QATAR EQUESTRIAN FEDERATION:

1. Patrick Stühlmeyer (Osnabrück), Lacan 2, 0.00/47.98;

2. Philip Rüping (Mühlen), Copperfield 40, 0.00/48.16;

3. Holger Wulschner (Groß Viegeln), BSC Skipper, 0.00/48.96;

4. Carlos Enrique Lopez Lizarazo (Kolumbien), Admara 2, 0.00/49.08;

5. Marcus Ehning (Borken), Funky Fred, 0.00/49.49;

6. Olivier Philippaerts (Belgien), H&M Cabrio van de Heffinck, 0.00/55.15;

13 Int. Punktespringprüfung mit Joker

 (1.50 m) CSI4* - FEI Art. 238.2.1,

Preis der Familie Dyckerhoff:

1. Olivier Philippaerts (Belgien), Gitania V G, 65.00/54.11;

2. Felix Haßmann (Lienen), Cayenne WZ, 65.00/54.40;

3. Janne-Friederike Meyer (Schenefeld), Chloé, 65.00/54.86;

4. Marc Bettinger (GER), Ravisante de Pleville, 65.00/55.56;

5. Gert-Jan Bruggink (Niederlande), Connelly 2, 65.00/55.86;

6. Denis Lynch (Irland), Quote Zavaan, 65.00/56.38;

38 Int. Zwei-Phasen-Springprüfung

(1.40 m) CSIYH1* - FEI Art. 274.5.3,

Preis der MVZ Kinderwunschzentrum GmbH

Internationale Springprüfung für Nachwuchs-Springpferde:

1. Zuzana Zelinkova (Tschechien), Evita R, 0.00/45.59;

2. Jörg Oppermann (Gückingen), Eckhart 2, 0.00/45.77;

3. Andre Thieme (Plau am See), KS Emerton, 0.00/46.71;

4. Jörne Sprehe (Fürth), Solero 79, 4.00/41.93;

5. Marc Houtzager (Niederlande), Mr. Europe, 4.00/44.68;

6. Karl-Georg Schäfer (Hofheim), New Contact, 4.00/47.26;

12 Baker Tilly Roelfs Trophy

Int. 2-Phasen-Springprüfung (1.45 m) CSI4* - FEI Art. 274.5.6,

Schlossparkpreis:

1. Felix Haßmann (Lienen), SL Brazonado, 0.00/37.30;

2. Philip Rüping (Mühlen), Carlsson 41, 0.00/39.05;

3. Pius Schwizer (Schweiz), Davidoff V. Schl'hof CH, 0.00/39.30;

4. Holger Wulschner (Groß Viegeln), Catch Me T, 0.00/39.39;

5. Albert Zoer (Niederlande), Dum Drum, 0.00/39.81;

6. Markus Renzel (Oer-Erckenschwick), Quick Step 53, 0.00/41.19