Springreiten: Nicola Philippaerts gewann den Großen Preis in Valkenswaard

John Whitaker bleibt mit seinem Team in Führung - Fotograf: Stefano Grasso /GCL

Der erste sollte der schnellste sein! Im Stechen der sieben besten Reiter im Großen Preis von Valkenswaard war Nicola Philippaerts (BEL) mit seinem neun Jahre alten Wallach Harley van Bisschop mit Abstand der schnellste Reiter (0/40,80 Sek) im Stechen der besten sieben. Fast so, als wollte der junge Belgier bereits am Sonntagabend, und nicht am Montagmorgen sein Flugzeug in Richtung Olympische Spiele nach Rio bekommen. Vater Ludo, einst selbst erfolgreicher Springreiter war stolz. Er hatte am Wochenende alle seine vier reitenden Söhne am Start bei Tops International Arena. 30 300 Euro Preisgeld, da freute sich die ganze Familie. Die Taktik des Siegers, der als erster Starter, normalerweise eher ein Nachteil, einreiten musste: „Fehlerfrei bleiben und so schnell wie möglich reiten!“ Kein geringerer als Hans-Dieter Dreher (GER) hatte mit seinem 15jährigen schnellen Hengst Embassy das Nachsehen. Er benötigte für seinen ebenfalls fehlerfreien Ritt 41,21 Sekunden. Der Drittplazierte, Jos Verlooy (Belgien) war mit dem 10 Jahre alten Wallach Sunshine schon etwas abgeschlagen (0/42,49 Sek).

Mit 91 000 Euro Preisgeld war der Große Preis am Sonntag ausgeschrieben, der einen vorletzten Höhepunkt der viertägigen Longines Global Champions Tour von Valkenswaard bilden sollte, bevor am Nachmittag die Etappe des Mannschaftswettbewerbs der Global Champions League als Finalprüfung des Turniers anstand. 43 Starter hatten sich für das 1,55 Meter – Springen angemeldet, sieben davon schafften es, ohne Fehler den Parcours von Ulliano Vezzani zu absolvieren. Dreimal überbautes Wasser, eine schwere zweifache Kombination, luftige Hindernisse – der Parcours war „tricky“, wie Reiter sagen und beendete die Hoffnung auf eine Teilnahme am Stechen von sonst so erfolgsverwöhnten Reitern wie etwa dem Weltranglisten-Ersten Christian Ahlmann (GER), dem Olympiasieger von London, Steve Guerdat (SUI) dem zweifachen Mannschafts-Goldmedaillengewinner bei Olympia, McLain Ward (USA), oder von Daniel Deusser (GER), der das Auftaktspringen mit Equita gewonnen hatte.

Global Champions League – Madrid in Motion gewinnt ohne Abwurf

Madrid in Motion (Pedro Verniss, Alberto Zorzi) leistete sich in zwei Runden keinen Abwurf, sondern nur einen kleinen Zeitfehler von Alberto Zorzi. Damit stand der Sieg fest. Das Team von Antwerp Diamonds (Audrey Coulter, Jos Verlooy) hatte lediglich einen Abwurf und war schneller als Monaco Aces (Maikel van der Vleuten, Leopold van Asten), dies bedeutete Rang zwei.

Es war das versprochene Highlight am Sonntag. Die Zuschauer feuerten die zwölf teilnehmenden Teams an – und waren enthusiastisch, wenn die Heimmannschaft von Valkenswaard United, vertreten durch John Whitaker und Emily Moffitt, in das gut besuchte Rasenstadion einritt. Nach Runde eins blieben vier Teams auf der Strecke. Monaco Aces (Maikel van der Vleuten und Leopold van Asten) und Antwerp Diamonds (Audrey Coulter und Jos Verlooy) hatten eine Doppel-Nullrunde präsentiert – und führten. Madrid in Motion hatte lediglich einen Zeitfehler in Runde eins, der zu Buche schlug. Doch alle Teams wurden von den Mitgliedern, die nicht im Sattel sitzen durften, hervorragend unterstützt. So entwickelte sich ein echter Thriller, der nach Runde zwei von Madrid in Motion souverän entschieden wurde.

Jetzt wird es langsam ernst im Kampf um die Hoheit beim neuen Teamwettbewerb Global Champions League. Vier Etappen vor dem großen Finale müssen die Reiter die beste Taktik, die besten Pferde, Kandidaten mit guten Nerven und Geschick im Sattel wählen, um am Ende die Nase vorne zu haben, wenn es um das hohe Preisgeld geht, das jedes Team gewinnen möchte. Kurz vor der Global Champions League Etappe in Valkenswaard wurden noch drei Transfers getätigt: Michael Whitaker (GBR) verstärkt jetzt das Team Antwerp Diamonds, Kamal Bahamdan (Saudi-Arabien) ergänzt Paris Jets und Samantha McIntosh (NZE) wird eine weitere Reiterin des Frauenteams von Shanghai Swans. Harrie Smolders: „Jetzt wird es ernst, wir reiten hier wirklich auf Grand-Prix-Niveau und nehmen unsere besten Pferde.“ In Rom, Wien und Doha können noch Punkte gewonnen werden.

Im neuen Ranking bleibt Valkenswaard United in Führung (279,50), es folgt Antwerp Diamonds (278), dritter ist Monaco Aces (274,50).