Springreiten: Jeroen Dubbeldam Weltmeister in Frankreich

 

Holsteiner Verbandshengst Casall ASK und Rolf-Göran Bengtsson auf Platz vier

Caen (fn-press). Der neue Weltmeister der Springreiter kommt aus den Niederlanden: Jeroen Dubbeldam feierte 14 Jahre nach seiner Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney seinen zweiten großen Triumph. Der 41-Jährige steuerte als einziger Reiter im Finale der besten Vier alle Pferde fehlerfrei durch den Parcours. Vize-Weltmeister mit einem Zeitfehler wurde der Franzose Patrice Delaveau, Bronze gewann die US-Amerikanerin Beezie Madden (12). Der Schwede Rolf-Göran Bengtsson musste mit Platz vier vorlieb nehmen (14).

Vier Reiter im Finale, jeder reitet das eigene Pferd und die drei Pferde seiner Konkurrenten: Das ist der Modus der Weltmeisterschaften der Springreiter. Auch wenn die meisten Aktiven den Pferdewechsel als nicht mehr zeitgemäß und von zu vielen Zufällen abhängig ablehnen, ist er für die Zuschauer eine spannende Angelegenheit. 21.000 Menschen fieberten Runde um Runde mit, wer sich am Ende mit den Medaillen schmücken darf.

In allen Runden fehlerfrei blieb Jeroen Dubbeldam, in den Augen vieler Kenner der Springsportszene klarer Favorit dieses Weltmeisterschafts-Finales. Dubbeldam, der in großen Handelsställen viel Erfahrung gesammelt hat und im Ernstfall auch keine Probleme mit den Nerven hat, sagte: „Es war fantastisch, ich hatte auf allen Pferden ein super Gefühl. Vielleicht war mein Olympiasieg in Sydney emotional noch ergreifender, aber ich bin unheimlich glücklich.“

Die französischen Zuschauer drückten die Daumen für ihren Landsmann Patrice Delaveau. Er ärgerte sich über den Zeitfehler, den er im Sattel von Rolf-Göran Bengtssons Casall kassiert hatte. Dieser Strafpunkt bedeute Silber. Die Entscheidung um Bronze fiel zugunsten der 50-jähigen Amerikanerin Beezie Madden, die nach vier Ritten zwölf Fehlerpunkte auf ihrem Konto hatte. Der unglückliche Verlierer des Finales ist der im holsteinischen Breitenburg lebende Schwede Rolf-Göran Bengtson. Mit 14 Fehlerpunkten rangiert er auf dem undankbaren vierten Platz.

Würde ein Weltmeister der Pferde gekürt, hätte der Wallach Cortes den Titel verdient. Der zwölfjährige belgische Braune, Sohn des Randel Z-Darco, blieb in allen vier Runden fehlerfrei und demonstrierte nicht nur seine gute innere Einstellung zur Leistung, sondern vor allem, wie fantastisch seine Reiterin Beezie Madden ihn ausgebildet hat. Platz zwei im Pferderanking belegt Delaveaus Hengst Orient Express mit acht Fehlerpunkten vor Casall (10) und Dubbeldams Zenith (12).

Foto von Dirk Caremans/FEI : Jeroen Dubbeldam