Springreiten: Interview mit Philipp Weishaupt über seinen Majorsieg beim CHIO Aachen 2016

Der Sieger Philipp Weishaupt, Gewinner des "Rolex Grand Prix" beim CHIO Aachen 2016 (Foto von Rolex Grand Slam of Show Jumping/Kit Houghton)

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Triumph im „Rolex Grand Prix“ des CHIO Aachen – ein hart erkämpfter Majorsieg …

Das kann man wohl sagen! Beim Abgehen des Parcours war mir schon klar, dass es heute ganz besonders schwer wird. Die Hindernisse waren sehr anspruchsvoll, die Zeit wirklich knapp bemessen. Als allererster Starter der Prüfung hatte ich ohnehin nicht die beste Ausgangslage. Umso mehr freue ich mich, dass es am Ende für den Sieg gereicht hat. Es lief einfach für mich heute, es war ein perfekter Tag. Seit ich denken kann, träume ich davon, hier zu gewinnen. Als ich mit fünf Jahren das erste Mal beim CHIO Aachen war und an der Siegertafel vorbeilief, dachte ich: Einmal will ich da auch stehen! Aber ich hätte mir nie träumen lassen, dass es wahr wird. Ich kann es, ehrlich gesagt, noch nicht ganz fassen.

Sie waren gerade erst vier Wochen in Calgary, haben dort an einigen internationalen Turnieren in Spruce Meadows teilgenommen. War das vielleicht Ihr Schlüssel zu Sieg? Haben Sie den Schwung aus Calgary mit nach Aachen gebracht?

Ja, das hat mir sehr geholfen und war, glaube ich, auch ausschlaggebend für meinen Erfolg. In Spruce Meadows konnte ich mein Pferd „LB Convall“ hervorragend auf die beeindruckende Atmosphäre in Aachen vorbereiten, sodass er sich hier von Anfang an wohlgefühlt hat. Genau das war mein Plan, und der ist aufgegangen!

Wie haben Sie den „Rolex Grand Prix“ erlebt?

Es war einfach gewaltig – vom ersten Moment an bis zur Siegerehrung. In Aachen herrscht immer „volles Haus“, das Publikum ist begeistert vom Sport. Dann noch der große Rasenplatz und die lange Historie des Turniers. Hier reiten zu dürfen, ist einfach unbeschreiblich. Es macht mich besonders stolz, den „Rolex Grand Prix“ gewonnen zu haben, weil Rolex einfach für Spitzensport steht. Ich kann mich nicht genug für diesen einmaligen Tag heute bedanken!

Mit diesem Majorsieg hat Ihr persönlicher Rolex Grand Slam begonnen. Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf den Titel ein?

Was Scott Brash im vergangenen Jahr geschafft hat, war einfach einmalig. Zwei Majors hintereinander zu gewinnen, das allein ist sehr, sehr schwer – vom Grand-Slam-Sieg ganz zu Schweigen! Ich erwarte also nicht, es Scott gleichzutun. Aber ich habe mit „Convall“ ein ganz außergewöhnliches Pferd. Er ist erst neun Jahre alt und hat noch nicht viele Turniere auf Spitzenniveau bestritten. Dass er hier in Aachen gegen die besten Paare der Welt solch eine Leistung vollbringen konnte, zeigt, wie besonders er ist. Die Chance ist da!

Also werden wir Sie im September beim Spruce Meadows ‚Masters‘ in Calgary wiedersehen?

Auf jeden Fall! Ich wollte sowieso dort an den Start gehen, unabhängig vom Ausgang hier in Aachen. Durch den Majorsieg lohnt  es sich natürlich noch ein bisschen mehr. Ich freue mich auf die Herausforderung und werde sie gerne in Angriff nehmen!