Springreiten in Peking: Weltmeisterliches Warm-up bei den Longines Equestrian Beijing Masters

Der französische Springreiter Simon Delestre mit seinem geborgten Pferd “Exilio” in Peking

Der deutsche Springreiter Ludger Beerbaum mit seinem Leihpferd “Leonidas” in Peking

Für die chinesischen Reiter wurde es heute schon ernst auf dem „Longines Equestrian Beijing Masters“: Zum Turnierauftakt standen die ersten nationalen Prüfungen auf dem Programm. Ganz anders sah der erste Turniertag für die internationalen Topreiter aus, die an diesem Wochenende im Pekinger Olympiastadion an den Start gehen: Für sie war es an der Zeit, ihre Leihpferde auszuprobieren. Denn aufgrund der chinesischen Quarantänebestimmungen dürfen die ausländischen Reiter nicht ihre eigenen Pferde mit nach China bringen, sondern bekommen für die Prüfungen chinesische Pferde zur Verfügung gestellt. In einem offiziellen Warm-Up auf dem heiligen Rasen des „Bird’s Nest“ durften Scott Brash, Jeroen Dubbeldam und ihre Kollegen schon einmal eine Trainingsrunde auf den Vierbeinern drehen, die Mitorganisator Ludger Beerbaum ihnen zugeteilt hatte. „Ich bin sehr zufrieden mit ‚Exilio‘“, kommentierte Simon Delestre seinen Proberitt. „Wir müssen uns noch ein bisschen zusammenfinden, aber er ist super gesprungen“, so der Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Europameisterschaften weiter über sein Leihpferd. Auch die anderen Reiter hatten nichts zu beanstanden, wie Ludger Beerbaum bestätigt: „Die Pferde sind gut in Form und auch von den Reitern habe ich keine Beschwerden gehört. Keiner wollte nach dem Ritt tauschen. Jetzt kann es losgehen!“

Auch als Mitveranstalter lässt es sich Ludger Beerbaum nicht nehmen, selbst an den Prüfungen teilzunehmen. Sein Leihpferd „Leonidas“ hat übrigens einen sehr prominenten Mitbesitzer: Fußball-Weltmeister Thomas Müller. Während es für diesen am Samstagnachmittag in der deutschen Bundesliga um den Sieg geht, steht für den elfjährigen Westfalenwallach am Samstagabend die erste große Herausforderung an: das Teamspringen unter Flutlicht. Dabei kämpfen jeweils ein internationaler Reiter und zwei chinesische Reiter gemeinsam um den Sieg. Fehler darf sich kein Teammitglied erlauben, denn es gibt kein Streichergebnis –  jeder der drei Ritte zählt für die Mannschaftswertung. „Ein tolles Konzept“, findet Simon Delestre. „Heute Abend werden die Teams ausgelost und ich freue mich schon auf meine beiden chinesischen Partner. Das wird eine richtig spannende Prüfung!“

Bilder:

Der französische Springreiter Simon Delestre mit seinem geborgten Pferd “Exilio”

Der deutsche Springreiter Ludger Beerbaum mit seinem Leihpferd “Leonidas” (Longines Equestrian Beijing Masters/Arnd Bronkhorst)