Springreiten: Im Gespräch mit André Thieme

André Thieme, Dreifacher Derby-Sieger - Foto: Thomas Hellmann

Er liebt das Deutsche Spring- und Dressur-Derby präsentiert von J.J.Darboven. Das Derby 2016 wird für ihn so oder so unvergesslich bleiben, denn am Donnerstag ist seine Tochter Johanna zur Welt gekommen. Dennoch ist André Thieme voll konzentriert auf den Sport und will es im Derby wieder wissen.

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu der Geburt Ihrer Tochter! Wie haben Sie das denn alles unter einen Hut bekommen: erfolgreich in Klein Flottbek starten und bei der Geburt dabei sein?

Das ist perfekt gelaufen. Der Termin war für Christi Himmelfahrt ausgerechnet. Am Donnerstag nach der ersten Qualifikation wurde ich angerufen, ich solle mich mal auf den Weg machen, abends um halb elf war ich im Krankenhaus in Preetz und um halb zwei morgens war Johanna da. Am Freitag war ich dann pünktlich zur zweiten Quali wieder auf dem Derby-Platz.

Wie schaffen Sie das, sich dann auf die Starts hier in Hamburg zu fokussieren?

Meine Frau Corinna ist total entspannt und es ist ja auch alles reibungslos gelaufen. Da kann ich mich also durchaus auf den Sport konzentrieren. Sie weiß, wie wichtig mir das Deutsche Spring-Derby ist und es ist ihr auch lieber, ich bin hier voll bei der Sache, als dass ich hin- und herfahre.

Haben Sie denn die Geburt Ihrer Tochter ein bisschen feiern können?

Ja, eine Puller-Party gab es natürlich hier. Es hatte sich ja auch schnell rumgesprochen und dann ging es einmal über den ganzen Derby-Platz … da war mein Taschengeld schnell alle (lacht).

Voigtsdorfs Quonschbob ist sozusagen der Nachfolger ihres Derby-Sieger-Pferdes Nacorde. Wie ist Quonschbob drauf, welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Er war bisher drei Mal beim Derby, war schon einmal Siebter und letztes Jahr Zweiter. Da hatten wir einen Fehler am Buschoxer. Er ist diese Woche in beiden Qualifikationen sehr souverän und abgeklärt gegangen und ich gehe schon mit sehr hohen Erwartungen in die Prüfung. Ich war letztes Jahr überhaupt nicht glücklich mit dem zweiten Platz und will heute gewinnen. Aber es ist auch so, dass Janne Friederike Meyer und auch die britischen Reiter bisher einen sehr gut vorbereiteten Eindruck hier hinterlassen haben.

Sie haben schon bei der ersten Etappe der DKB-Riders Tour punkten können, welche Rolle spielt die Serie in dieser Saison?

Ja richtig, da war ich Vierter. In meiner aktuellen Turnierplanung ist die Tour ist sehr wichtig. Ich hoffe natürlich, dass heute noch ordentlich Punkte dazukommen und bei der dritten Etappe in Wiesbaden werde ich mein Top-Pferd Conthendrix starten, den habe ich extra dafür geschont.