Springreiten: „Ein Majorsieg ist schon der Wahnsinn!“ – Interview mit Steve Guerdat

Steve Guerdat, der Gewinner des Major in Genf 2015 (Foto von Rolex Grand Slam of Show Jumping/Kit Houghton)

Was haben Sie sich für den CHIO Aachen vorgenommen?

Steve Guerdat: Aachen ist immer ein absolutes Highlight, jedes Jahr. Das Stadion, die Zuschauermassen und das Interesse der Medien sind einmalig. Das allein ist schon eine unheimliche Motivation. Jeder Reiter möchte irgendwann mal hier gewinnen. Aber klar, da ich in Genf gewonnen habe, wäre mir ein Sieg in diesem Jahr am liebsten.

Denn damit hätten Sie einen weiteren Schritt in Richtung Rolex Grand Slam geschafft ...

Guerdat: Ja, und doch fällt es mir schwer, den Grand Slam als konkretes Ziel zu setzen, bevor ich nicht wirklich die zweite Stufe erreicht habe. Für mich ist er ein Traum, aber er  ist gerade noch zu weit entfernt, um greifbar zu sein. Allein ein Major zu gewinnen ist schon Wahnsinn! In Genf ist mir das bislang drei Mal gelungen, in Calgary war ich schon mal Zweiter, in Aachen Fünfter. Ich bin sehr stolz auf diese Resultate. Der Grand Slam ist einfach etwas Unglaubliches, er wird nur ganz wenigen Reitern gelingen.

Wie wichtig ist diese Initiative  für Ihren Sport?

Guerdat: Für uns Reiter waren Aachen, Genf und Calgary schon immer die Hauptturniere der Saison. Dort gibt es den besten Sport und die meisten Besucher. Der Rolex Grand Slam hat alles noch einmal auf eine neue Ebene gesetzt. Er ist ein einzigartiges Format, das auch für die Zuschauer noch mehr Spannung verspricht, denn sie können mit den Reitern um den nächsten Major-Sieg fiebern. Das hat man im vergangenen Jahr in Calgary sehr gut gesehen. Das ganze Publikum stand hinter Scott und es war für alle ein ganz besonderer Moment, als er den Grand Slam gewonnen hat. Auch die Aufmerksamkeit der Medien war enorm. Ich glaube, man kann sagen, dass der ganze Sport vom Rolex Grand Slam profitiert.

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping

Der Rolex Grand Slam of Show Jumping verbindet die drei Major-Turniere in Aachen, Genf und Spruce Meadows zu einem Wettbewerb um die wohl prestigeträchtigste und am schwierigsten zu erringenden Trophäe im internationalen Pferdesport. Wer bei allen drei Turnieren in Folge triumphiert, gewinnt den Rolex Grand Slam of Show Jumping – und zusätzlich zum Preisgeld eine Million Euro.

Scott Brash aus Großbritannien hat diese außerordentliche Leistung als erster und bislang einziger Reiter vollbracht: Er siegte 2014 in Genf sowie 2015 in Aachen und in Spruce Meadows.

Mit dem CHI Genf 2015 hat ein neuer Zyklus des Rolex Grand Slam of Show Jumping begonnen. Dort ging der Schweizer Steve Guerdat als Sieger hervor. Damit hat der 34-Jährige in Aachen die Chance, sein zweites Major in Folge zugewinnen.