Springreiten: Deutsche Starter für EM in Aachen 2015 optimistisch

„In Aachen fangen wir bei Null an.“

Optimistisch blicken die deutschen Springreiter und die Bundestrainer Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann auf ihre Erfolgschancen bei den FEI Europameisterschaften Aachen 2015. Morgen geht es mit dem Turkish Airlines-Preis los, am Donnerstag und Freitag dann das Mannschaftsspringen, der Mercedes-Benz Preis, und am Sonntag fällt die Einzel-Entscheidung im „Rolex European Champion“.

Becker gestand zwar, dass er in den letzten Tagen „etwas unruhig“ war, letzte Nacht dafür aber sehr gut geschlafen habe. „Mein Eindruck von allen fünf Reitern und deren Pferden ist sehr gut, das hat sich auch noch einmal beim Vet-Check bestätigt. Jetzt warte ich noch das Trainingsspringen ab“, so der Bundestrainer. Zudem setzt er auch auf das Aachener Publikum, welches sein Team insbesondere beim Mercedes-Benz Preis am Donnerstag und Freitag zusätzlich beflügeln wird.

Denn bislang lief es bei den Mannschaftsspringen noch nicht so richtig rund, die Nationenpreis-Saison der deutschen Springreiter war durchwachsen. Trotz guter Ergebnisse konnte kein einziger Sieg eingefahren werden.  „Das haken wir nun ab. Das Gute: In Aachen fängt alles wieder bei Null an“, resümiert Becker. Die Mannschaft lobt er in höchsten Tönen. Der Zusammenhalt ist gut, alle Reiter ziehen zu 100 Prozent mit und haben sich konzentriert auf das Championat vorbereitet. Ein Trainingslager gab es zwar nicht, dennoch hat jeder selbst intensiv an sich gearbeitet. Erst recht seit Ludger Beerbaums „Ruck-Rede“ nach dem dritten Platz im Nationenpreis in Mannheim. „Ich denke, dass jeder von uns sich in den letzten Wochen kritisch hinterfragt hat. Was kann besser laufen? Was kann ich verändern?“, so Ludger Beerbaum. Der Routinier wird in Aachen mit Chiara an den Start gehen. „Chiara ist momentan das einzige meiner Pferde, welches für ein Championat infrage kommt.“ Und auch seine Team-Kollegen sind sich sicher, dass sie auf das richtige Pferd gesetzt haben. Daniel Deußer wird mit „Cornet d’Amour“ starten, Christian Ahlmann mit „Taloubet Z“ und Meredith Michaels-Beerbaum, die nach einem Schlüsselbeinbruch wieder vollständig genesen ist, mit „Fibonacci“. Otto Becker ist stolz auf seine Auswahl  und setzt natürlich auch auf den „Heimvorteil“ in Aachen: „Von mir aus kann es jetzt losgehen. Wir sind bereit und werden alles geben, damit am Ende vielleicht sogar eine Medaille für uns herausspringt.“

Foto von Aachen 2015/ Thomas Rubel: Ludger Beerbaum beim Mercedes-Benz Preis 2014